Du bist nicht mit dem Internet verbunden.
Corporate logo
GamingComputingHintergrund 1813

Segen oder Fluch? Sci-Fi-Gadgets die ich mir nicht wünsche

In Science-Fiction gibt's allerlei coole Gadgets. Einige davon kannst du bereits heute kaufen. Aber willst du die wirklich? Drei Gadgets, die bei näherer Betrachtung alles andere als cool sind.

Science-Fiction regt nicht nur unsere Fantasie an, sondern bringt uns auch zum Nachdenken – mal über gesellschaftliche Zustände oder einfach über ausgefallene futuristische Gadgets. Davon gibt es in Literatur, Film oder sonstigen Werken mehr als genug. Es muss ja nicht gleich der Neuralisator aus «Men in Black» oder die kleinste Atombombe der Welt aus «MDK» sein. Dass diese Gadgets in den falschen Händen verheerend sein können, liegt auf der Hand.

Cool in die Zukunft?

Der Neuralisator und die kleinste Atombombe der Welt sind Zukunftsmusik und offen gesagt, wünsche ich mir, dass sie nie das Licht der Welt erblicken. Andere Geräte, die häufig nur eine Statistenrolle spielen, haben den Sprung in unseren Alltag bereits geschafft oder befinden sich auf dem besten Weg dazu. Zum Beispiel intelligente Kühlschränke.

Zu sehen gibt es sie in einigen Sci-Fi-Werken. Spontan kommen mir «The 6th Day» oder das «Total Recall»-Remake in den Sinn. In den wenigen Sekunden, in denen die Geräte zu sehen sind, konnte ich gar nicht so vertieft über deren Bedeutung nachdenken. Mein Gedanke war immer nur: coole Sache.

So cool finde ich die Dinger bei längerem Nachdenken nicht mehr. Smarte Kühlschränke werden immer populärer. Auch auf Galaxus findest du sie. Samsung und LG sind die grossen Player, die die coolen Gadgets pushen (das war jetzt das letzte schlechte Wortspiel, versprochen). Nebst Touchscreen, mit den Möglichkeiten eines Smartphones inklusive Sprachassistenten, sind auch Kameras im Inneren verbaut. Die geben jederzeit Auskunft über den Inhalt des Kühlschranks. Meine Skepsis gegenüber den Geräten hat drei Gründe.

Erstens sind da diejenigen, die die Geräte pushen. Deren Strategie ist klar: Möglichst viele Geräte entwickeln und ins Smart Home integrieren. Und damit alles kompatibel ist, müssen alle Geräte vom selben Hersteller sein. Das war bei meinem Test des Samsung-Flipcharts beispielsweise der Fall. Volle Funktionalität erhältst du nur mit entsprechender Hardware. So steuern wir definitiv in eine Zukunft, die von wenigen Megakonzernen beherrscht wird.

Zweitens bin ich skeptisch, was die Geräte für unseren Alltag bedeuten. Klar, sie sollen uns diesen erleichtern. Aber brauchen wir sie wirklich? News, Einkaufsliste, Bilder, Nachrichten und was die Leute sich sonst auf den Touchscreen kleistern, kann ich auch auf meinem Smartphone haben. Ganz zu schweigen davon, dass die meisten herkömmlichen Kühlschränke die Möglichkeit bieten, herkömmliches Papier mit Magneten zu befestigen.

Ganz ehrlich: Ich bin sehr abhängig von meinem Smartphone. Glücklicherweise ist die digitale Amnesie, wie das Phänomen für die Abhängigkeit von Smartphone und Co. von Kaspersky-Forschern gennant wird, bei mir noch nicht so weit fortgeschritten. Das habe ich übrigens durch einen (Sarkasmus an) sicher äusserst akuraten Test auf derselben Homepage (Sarkasmus aus) herausgefunden. Was ich eigentlich sagen will, ist, dass ich dem Phänomen nicht durch noch mehr Geräte unter die Arme greifen möchte.

Hinzu kommen bei mir Sicherheitsbedenken. Es gibt sicher Schlimmeres, als wenn sich jemand Zugriff auf das Innere meines Kühlschranks verschafft. Dennoch möchte ich den nicht teilen. Vor allem, wenn ich ihn länger nicht mehr geputzt habe. Ich finde den Kühlschrank etwas sehr intimes. Und auch wenn es heisst, dass die Kameras beim Öffnen abgeschaltet werden, können die von jemandem mit ausreichend Kenntnissen sicherlich auch dann aktiviert werden. Vorbei sind die Zeiten, in denen ich ungeniert Nackt ein Getränk aus dem Kühler holen kann.

Aber vielleicht bin ich etwas zu skeptisch. Und zu den Technikverweigerern zähle ich mich bestimmt nicht. Die Smarten-Kühlschränke werden unsere Heime unweigerlich erobern. Dann hefte vielleicht auch ich das Bild meines Sohnes auf den Homescreen unseres Familyhubs.

Selbstantriebslos in die Zukunft?

Trotz einigen vielversprechenden Produkten hat es das Hoverboard aus «Back to the Future 2» noch nicht in die Serienproduktion geschafft. Schade eigentlich, trotz Fisher-Price-Design für Mädchen sieht das Ding auch aus heutiger Perspektive toll aus. Zudem musste Marty McFly noch selbst Fuss anlegen, damit das Ding sich in Bewegung setzt.

Und heute? Heute siehst du sogenannte Hoverboards auf der Strasse. Die sehen folgendermassen aus.

Power Wheel M1 Gyro 2.0 (12km/h)
VMAX Power Wheel M1 Gyro 2.0 (12km/h)
Das Power Wheel M1 Gyro 2.0 ist der Klassiker unter den selbstbalancierenden Stehrollern.
4

Verfügbarkeit

  • Aktuell nicht lieferbar und kein Liefertermin vorhanden.

Alle Angaben ohne Gewähr.

Details anzeigen

Die Dinger schweben nicht und Fuss anlegen musst du auch nicht. Für mich als Freund der Bewegung im Alltag ein Alptraum.

Wieso finde ich das beängstigend? Die kurze Antwort:

Jedes Mal wenn ich so ein elektrisches Gefährt sehe, denke ich unweigerlich an «Wall-E». Wenn Smartphones zu digitaler Amnesie führen, führen solche Geräte zur Bewegungsamnesie. In unserer westlichen Gesellschaft bewegen wir uns sowieso schon zu wenig, dann sollten wir die letzten paar Meter zumindest aus eigenem Antrieb zurücklegen.

Sollte es das Hoverboard aus «Back to the Future 2» doch noch in die Serienproduktion schaffen, dann hoffentlich ohne elektrischen Antrieb. Bewegung macht Spass, tut gut und fördert unseren Selbstantrieb im doppelten Sinne.

Das stille Örtchen der Zukunft

In «The Hitchhiker's Guide to the Galaxy» wird der Unrat auf dem Raumschiff Bistr-O-Math einfach weggebeamt. So weit sind wir heute noch nicht, aber unsere Toiletten werden immer «smarter».

Da wäre die Numi von Kohler. Die Toilette registriert wenn du näher kommst und öffnet automatisch den Deckel. Du kannst das Klo auch mit Touchscreen-Fernbedienung steuern. Dort aktivierst du unter anderem die Sitzheizung und stellst die gewünschte Temperatur ein. Selbstverständlich ist auch ein regulierbares Bidet integriert.

Brauchst du alles nicht? Stimmt. Immerhin geht es hier nur um Komfort. Das kann sich aber ändern. Google hat ein Patent auf diverse Sensoren im Bad. Damit wäre es theoretisch möglich, deine Ausscheidungen zu analysieren. Was sich zunächst positiv anhört – Krankheiten könnten so frühzeitig erkannt werden – ist ein riesiger Eingriff in die Privatsphäre. Was passiert mit den gesammelten Daten? Was bedeutet das für unser Gesundheitswesen?

Denke ich an die explodierenden Gesundheitskosten und dass darunter vor allem die leiden, die es sich nicht leisten können, wird mir Angst und Bange. Was, wenn das Klo unsere Gesundheitsdaten automatisch an die Krankenkasse schickt und durch personalisierte Prämien diese urplötzlich explodieren? Kaum vorzustellen.

Welches Gerät, dass sich in unseren Alltag integriert, bereitet dir Sorgen? Beteilige dich an der Diskussion und schreib’s in die Kommentarspalte.

Diese Beiträge könnten dich auch interessieren

Kennst du noch? «Parasite Eve»
GamingHintergrund

Kennst du noch? «Parasite Eve»

POV-Gun oder Holodeck: Sci-Fi-Gadgets die wir uns wünschen
GamingHintergrund

POV-Gun oder Holodeck: Sci-Fi-Gadgets die wir uns wünschen

Game Gear: Reparatur mit zwei linken Händen
GamingReportage

Game Gear: Reparatur mit zwei linken Händen

User

Kevin Hofer, Zürich

  • Editor
Technologie und Gesellschaft faszinieren mich. Die beiden zu kombinieren und aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten ist meine Leidenschaft.

18 Kommentare

3000 / 3000 Zeichen
Es gelten die Community-Bedingungen.

User Aurel Stevens

Ja super. Jetzt muss ich heute Abend Wall-E gucken ;)

14.08.2018
User Anonymous

Und wie war der Film?

15.08.2018
Antworten
User samuel.kaufmann

Coole Gadgets sind ja schön und gut. Aber damit sie der Menschheit wirklich etwas bringen, müssen vor allem mal Grenzen abgeschafft werden. Was bringt es wenn wir uns gegenseitig in der Entwicklung boikottieren. Bezeichnet mich als Science-Fiction Fanboy... aber warum beginnt fast jede Geschichte mit der geeinten Menschheit? Wir könnten so große technische Entwicklungen voller bringen wenn wir als Terraner auftreten würden!

14.08.2018
User thierryspycher

Politik ist leider noch nicht so weit... Uns bleibt das Wunschdenken.

14.08.2018
User samuel.kaufmann

Ich wär langsam echt dafür, mit interstellaren Völkern zu kommunizieren. Wer die Perry Rhodan-Serie kennt wird nachvollziehen können.

14.08.2018
User Anonymous

Ich bin auch dafür, dass man mit anderen kommuniziert aber dann bitte mit denjenigen, die auch vorhanden sind. Was nützt eine Interstellare-Kommunikation, wenn da draussen noch niemand ist. Und wenn da jemand wäre, hätten wir sicher schon davon Kenntnis. Politik hin oder her, nach draussen hören tun andere auch und wenn sie weiter entwickelt wären als wir, wären sie schon hier. Ich frage mich auch, von welchen Grenzen du überhaupt redest. Es wird ja heut zu Tage eh gemacht was man will.

15.08.2018
User morgulbrut

Die interstellare Kommunikation hat ein kleines Problem namens c.

Das Trappist System ist 40 Lichtjahre entfernt, also kann man 80 Jahre auf eine Antwort warten.

Kepler-22B, auch ein Kandidat in unserem Vorgarten, ist 600 Lichtjahre weg, da wartet man schon 1200 Jahre.
Dazu kommt das extrem enge Zeitfenster, noch vor 100 Jahren wäre ein Funkspruch von dort draussen schlicht nicht gehört worden.

15.08.2018
User Anonymous

Ausgehend von der jetztigen Technologie stimmt das aber wir wissen immer noch nicht was vor unserer Zeit hier auf der Erde los war. Zumindest nicht genau. Zudem wissen wir nicht, ob andere uns schon hören und sehen, weil sie weiter entwickelt sind.

16.08.2018
Antworten
User ExtraTNT

Hey Siri bring mir ein Bier!... ;-)

14.08.2018
User Yurine27

Apple wird's in Zukunft schwierig haben -> die unterstützen ja keine Androiden :D

15.08.2018
User jeevanandk

Siri: "Hier sind 20 Selbsthilfegruppen. 3 davon sind ganz in deiner Nähe!".

15.08.2018
User ExtraTNT

siri, nein, einfach nein..., bring mir jetzt mein Bier, aber eisgekühlt...

15.08.2018
Antworten
User domin95

Kein Gerät und keine Erfindung war je für die Menschheit eine Bedrohung...
Die Gefahr entsteht wenn die moralische sowie gesellschaftliche Entwicklung mit der technischen nicht mehr mithalten können.
Dann entstehen Lücken, die ausgenutzt werden können und das gilt es ubedingt zu verhindern.

14.08.2018
User Anonymous

Das kannst du so nicht per se schreiben. Wir haben zwar noch keine richtige Künstliche-Intelligenz aber in einem gewissen Szenario kann diese sehr wohl eine Bedrohung der Menschheit werden. Und wenn man Atomkraftwerke so für sich anschaut, sind sie auch sehr wohl eine Bedrohung der Menschheit. Und dort hat es nichts mit moralischen Lücken zu tun, sondern einfach damit, dass man über die Risiken hinweg geschaut hat, obwohl sie schon sehr lange bekannt sind. Da stand günstige Energie im Vordergr.

15.08.2018
Antworten
User Anonymous

Das VMAX Powerwheel ist KEIN Hoverboard. Hover=schweben. Hab nie verstanden warum man diese Dinger mit einem Hoverb. vergleicht. Dann noch eher das Ding im Wasser wo man mit Wasserdruck in die Höhe kommt aber der Springverbrauch dort ist enorm und somit einfach nicht mehr Zeitgemäss und ökologisch.

15.08.2018
User rem3_1415926

Die "Hoverboards" wurden unter diesem Namen populär, weil die im Film aus dem Jahr 2015 stammen und deswegen 2015 ein riesen Trara drum gemacht wurde. Ich glaube nicht, dass diese Segway-ohne-Lenker ansonsten überhaupt verkauft würden...

16.08.2018
Antworten
User Anonymous

Das Bidet mit FM Radio ist ja geil! Ab wann kann ich das bei digitec bestellen?

14.08.2018
User ExcaliburCH

So lange die Wirtschaft weiterhin einzig auf Profit ausgelegt ist und nicht der Allgemeinheit dient, so lange werden in solchen Entwicklungen immer Gefahren für Missbräuche vorhanden sein. Im Informationszeitalter sind Daten nun mal das höchste und wertvollste Gut (siehe Google).

05.09.2018