Welche Powerbank hat wirklich Power?
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Welche Powerbank hat wirklich Power?

Aurel Stevens
Zürich, am 26.09.2019
Co-Autor: lukevoltwalker

Halten Powerbanks, was sie versprechen? Wir haben bei 19 Akku-Packs getestet, ob drin steckt, was auf der Verpackung steht.

Wir, das sind User Lucas und ich. Lucas ist auf mich zugekommen, nachdem er meinen Artikel zu einer Powerbank aus Italien gelesen hatte. Lucas wollte eine Powerbank bei uns kaufen – nicht irgendeine, die beste sollte es sein. Dazu wollte er mehrere Produkte ausleihen, sie vermessen und zurückschicken, um danach die beste zu kaufen.

Aber das gehe ja nicht, meint Lucas, denn dann müsste er ja für jede retournierte Powerbank etwas bezahlen. Leider sei seine Muttersprache Englisch und sein Deutsch noch nicht gut genug, um einen Artikel zu schreiben. Macht doch nichts, das übernehme ich!

Die Grundlagen für diesen Artikel hat Lucas erarbeitet. Als Lohn für seine Mühen darf Lucas die Powerbank seiner Wahl behalten. Ich bin jetzt schon gespannt, für welches Modell sich Lucas entscheidet.

An dieser Stelle eine Warnung: Im Artikel geht es öfters ziemlich ins Detail. Wenn du nur die Resultate sehen willst und dich der Weg zum Ziel nicht interessiert: Unsere Empfehlungen findest du ganz unten im Fazit.

Die getesteten Produkte

Insgesamt 19 Powerbanks haben wir unter die Lupe genommen:

  • sechs sehr grosse um 26000 mAh (ca. 100 Wh)
  • fünf grosse mit 20000 mAh (75 Wh)
  • vier mittlere mit 10000 mAh (37.5 Wh)
  • vier kleine mit 5000 mAh (19 Wh)

Viele der getesteten Produkte haben wir ausgewählt, weil sie Bestseller oder besonders gut bewertet sind. Im Testfeld sind aber auch besonders günstige Modelle oder solche aus dem edleren Preissegment.

Wie wurde getestet?

Gemessen hat Lucas mit einem Man-in-the-middle-Messgerät, wie ich es bei der Powerbank aus Italien verwendet habe. Lucas hat ein viel besseres Modell, das auch Quick Charge 2.0, Quick Charge 3.0, die Apple-Ladetechnik sowie USB-PD beherrscht.

Links: Last, die 10 Watt als Wärme verpuffen lässt. Rechts: Man-in-the-Middle-USB-Messgerät.
Links: Last, die 10 Watt als Wärme verpuffen lässt. Rechts: Man-in-the-Middle-USB-Messgerät.
  • Vor den Tests wurden alle Powerbanks zu 100% aufgeladen
  • Das Entladen wurde mit 1 A und 2 A durchgeführt, dies mit einer standardisierten Last
  • Zusätzlich wurden alle unterstützten Schnelllade-Techniken vermessen
  • Aufgeladen wurden alle Powerbanks mit einem USB-A-Netzteil, das 2 Ampere liefert
  • Zusätzlich wurden die Powerbanks so schnell wie möglich geladen. Dafür kam USB-PD (mit einem Satechi-Travel-Ladegerät) und ein Quick-Charge-Ladegerät von Xiaomi zum Einsatz
  • Bei auffälligen Ergebnissen wurde der Test wiederholt

Die Rohdaten jeder Powerbank findest du weiter unten beim jeweiligen Produkt.

Glossar und ein wenig Theorie

Obwohl es simpel in der Anwedung ist – im Detail wird USB immer komplizierter. Für viel Konfusion sorgt nur schon die Unterscheidung in das USB-Protokoll und USB-Steckertypen. Das Protokoll definiert, wie über den Bus kommuniziert wird, mit welcher Kodierung und in welcher Geschwindigkeit Daten übertragen werden. Und welche Steckverbindungen erlaubt sind.

Für uns Endanwender sind die Steckverbindungen im Alltag zentral. Dummerweise verhält sich der gleiche Steckertyp unterschiedlich, wenn die Chips dahinter nur ein bestimmtes USB-Protokoll beherrschen. Dasselbe Gerät mit dem gleichen Kabel funktioniert an unterschiedlichen USB-A-Anschlüssen anders. Das ist so, weil USB-Steckertypen von genau definierten Versionen des USB-Protokolls abgeleitet sind. USB schreibt auch vor, unter welcher Spannung (Volt) der Bus steht und mit welcher Stromstärke (Ampere) Geräte mit Energie beliefert werden. (Multiplizierst du Volt × Ampere, erhältst du die Leistung in Watt.)

USB-A: Die Spannung liegt bei 5 Volt, die Stromstärke darf bis zu 2 Ampere (10 Watt) betragen

USB-C: Die Spannung liegt bei 5 Volt, die Stromstärke darf bis zu 3 Ampere (15 Watt) betragen

USB-PD: PD steht für «Power Delivery», das keine Daten übertragen kann, sondern rein für den Energietransfer ausgelegt wurde. Im Gegensatz ist USB-PD keine standardisierte Steckverbindung wie USB-A und USB-C, sondern ein zusätzliches Protokoll. Es kann beide Steckverbindungen nutzen, die dann mehr als 5 Volt liefern dürfen. USB-PD beherrscht Spannungen bis 20 Volt. USB-PD darf dabei bis zu 5 Ampere liefern. Maximal leistet USB-PD also 20 Volt × 5 Ampere = 100 Watt.

Quick Charge: Ist eine von Qualcomm entwickelte Schnelllade-Lösung. Gebräuchlich sind Quick Charge 2.0 und Quick Charge 3.0. Beide liefern bis zu 18 Watt. Quick Charge 4.0 (2017) darf bis zu 28 Watt liefern, steht aber in der Praxis erst in den Startlöchern.

Obendrein gibt es diverse weitere proprietäre Lösungen: Huawei mit Supercharge, Oppo mit VOOC, Oneplus mit Dash Charge (eine modifizierte Variante von VOOC), MediaTek mit Pump Express und Apple mit Lightning. Alle diese Technologien nutzen zwar die USB-Schnittstelle, aber ausserhalb der Spezifikationen. Deshalb haben sie Massnahmen an Bord, damit standardkonforme Geräte nicht von zu hohen Strömen und Spannungen beschädigt werden. Dies wird mittels eines Chips im Kabel erreicht, der erkennt, ob gerade ein kompatibles Gerät am Kabel hängt oder eben nicht. Willst du eine dieser proprietären Lösungen nutzen, dann bleib beim Original-Zubehör oder zertifizierten Produkten wie zB Apple MFi.

Fastcharge ist ein generischer Begriff, der einer Powerbank besonders schnelles Laden bescheinigt. Das ist wichtig: Eine Powerbank kann nicht nur andere Geräte laden, sie will auch selbst aufgeladen werden. Heisst, du solltest nicht nur darauf achten, wie schnell die Powerbank andere Geräte lädt, sondern auch, wie schnell du sie wieder voll kriegst. 2 Ampere bei 5 Volt – also 10 Watt – beherrschen alle. Eine sehr grosse Powerbank mit 100 Wattstunden benötigt dann 10 Stunden, bis sie voll ist.

Je grösser die Powerbank, desto höher das Interesse an schnellem Aufladen. Das klappt, wenn die Powerbank USB-PD unterstützt. Auch diese Daten hat Lucas für alle Powerbanks gemessen. Wenn dir diese Fähigkeit wichtig ist, achte bei den Grafiken weiter unten darauf – hier patzt mehr als ein Hersteller!

Die 19 getesteten Powerbanks

Powerbank PB-Y7 (30000 mAh)
Aukey Powerbank PB-Y7 (30000 mAh)
139

Ausgänge
1 × USB-A à 2.4 A
1 × USB-A QC 3.0 (18 W)
1 × USB-C USB-PD (30 W)
Eingänge
1 × USB-C (28 W)
1 × Micro-USB (10 W)
Schnelllade-Techniken: QC 2.0, QC 3.0, USB-PD
Ladestand: LEDs mit 25/50/75/100%-Anzeige
Zubehör: USB-C-Kabel

Fazit: Die PB-Y7 wird mit 30000 mAh (111 Wh) beworben. Nominell hat sie 10 % mehr Kapazität als die nächstkleinere Powerbank. In der Praxis liefert die PB-Y7 durchwegs gute Resultate, die allerdings nicht 10 % über den anderen liegen.

Aufgepasst: Mit dieser Powerbank darfst du nicht in den Flieger. Airlines wie die Swiss erlauben bei Lithium-Ionen-Akkus maximal 100 Wh. Es ist möglich, dass sie dir beim Einchecken weggenommen wird, wenn ein Sicherheitsbeamter sehr genau hinschaut.

Rohdaten zur Aukey PB-Y7

XB203 Infinity (26800 mAh, 60 W)
Xtorm XB203 Infinity (26800 mAh, 60 W)
39

Ausgänge
3 × USB-A à max 2.4 A, alle zusammen max 3 A
1 × USB-C PD (max. 45 W)
Eingang
1 × USB-C PD
Schnelllade-Techniken: USB-PD
Ladestand: LEDs rund um Ein-/Ausschaltknopf mit 25/50/75/100%-Anzeige
Zubehör: USB-C- und Micro-USB-Kabel in Seitenfächern mit dabei

Fazit: Im Test war Fastcharge langsamer als Slowcharge: Die Powerbank nutzte USB-PD bei 15 V mit lediglich 0.5 A (7.5 Watt) – im Gegensatz zu 5 V mit 2 A (10 Watt) im «langsamen» Modus. Wir haben eine zweite XB203 ausprobiert. Wir haben die Tests mit verschiedensten Kabeln und Netzteilen wiederholt, die deutlich mehr liefern können. Sogar die anderen Powerbanks haben wir in unserer Verzweiflung als Stromlieferanten benutzt. In einem einzigen Fall erzielten wir 30 Watt. Zwei Mal gelangen uns 18 Watt.

Xtorm wusste auf Anfrage von keinen Auffälligkeiten. Man empfahl uns, das hauseigene, kostspielige 60-Watt-Netzteil CX024 zu verwenden. Doch selbst damit gelang uns an zwei Exemplaren der Powerbank nicht, sie mit mehr als 10 Watt zu laden.

Diese Powerbank hat mit vielen handelsüblichen USB-PD-Netzteilen Probleme, selbst mit denen des Herstellers. Willst du sie besonders schnell aufladen, erreichst du meist das Gegenteil. Dies ist ein teilweise defektes Produkt. Ich rate dazu, die Finger von der Xtorm XB203 zu lassen.

Rohdaten zur Xtorm XB203 Infinity

XB303 Voyager (26000 mAh, 60 W)
139.–
Xtorm XB303 Voyager (26000 mAh, 60 W)
442

Ausgänge
2 × USB-A 18 Watt Quick Charge 3.0
1 × USB-C à 15 Watt
1 × USB-C PD 60 Watt
Eingang
1 × USB-C PD 60 Watt
Schnelllade-Techniken: QC 2.0, QC 3.0, USB-PD
Ladestand: LED-Ladebalken mit 25/50/75/100%-Anzeige
Zubehör: 2 × USB-C zu USB-C, 1 × USB-A zu USB-C

Fazit: Diese Powerbank wurde im August 2018 vorgestellt. Es ist technisch eindeutig das modernste Gerät – und Xtorm lässt sich dies auch etwas kosten. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger weist die XB303 keine Schwächen beim Laden auf. Als einzige Powerbank im Test unterstützt sie ohne Murren sämtliche Quick-Charge- und USB-PD-Modi. Obendrein lädt sie rasend schnell – so schnell, dass dieses Dickschiff bei der Ladegeschwindigkeit den kleinen 5000-mAh-Powerbanks Konkurrenz macht.

Rohdaten zur Xtorm XB303 (26000)

PowerCore (26800 mAh)
181.–
Anker PowerCore (26800 mAh)
51

Ausgänge
3 × USB-A à 3 A
Eingänge
2 × Micro-USB à 2 A
Schnelllade-Techniken: PowerIQ, eine Eigenentwicklung von Anker, die zu Quick Charge und USB-PD kompatibel sein soll.
Ladestand: LEDs mit 25/50/75/100%-Anzeige
Zubehör: zwei Micro-USB-Kabel, Transportbeutel
Besonderheiten: Diese Variante kann mit zwei Eingängen gleichzeitig und 4 A (20 Watt) besonders schnell aufgeladen werden

Fazit: Wir konnten diese Powerbank nur mit maximal 15 Watt (5 V bei 3 A) belasten. Die Kompatibilität von PowerIQ zu Quick Charge und USB-PD scheint bei diesem Modell sehr lückenhaft zu sein.

Rohdaten zur Anker Powercore (26800)

Ausgänge
2 × USB-A à 3 A
1 × USB-C (30 W)
Eingang
1 × USB-C (27 W)
Schnelllade-Techniken: PowerIQ, eine Eigenentwicklung von Anker, die zu Quick Charge und USB-PD kompatibel sein soll.
Ladestand: 10 LEDs rund um Ein-/Ausschaltknopf
Zubehör: USB-C Kabel

Auffälligkeiten: Aufladen mit einem USB-A-Netzteil gestaltete sich extrem langsam; die Powerbank wollte bei 5 V nicht mehr als 0.5 A aufnehmen. Das resultiert in einer Ladezeit von über 15 Stunden. Anker beschreibt dies auf der eigenen Website korrekt: «Standard phone chargers may only provide a slow charge or could be completely incompatible» – das ist immerhin ehrlich. Allerdings tun sich andere Powerbanks weniger schwer mit handelsüblichen Netzteilen, um lumpige 10 Watt zu konsumieren.

Power IQ ist hier besser umgesetzt als bei der Version ohne «+». Die Powerbank liefert 15 W, 18 W und 30 W.

Rohdaten zur Anker Powercore+ (26800)

Ausgänge
4 × USB-A à 2.1 A
Eingänge
1 × Micro-USB
1 × Lightning (!)
Schnelllade-Techniken: keine
Ladestand: LEDs mit 25/50/75/100%-Anzeige
Zubehör: Micro-USB-Kabel

Fazit: Auch wenn sie unschlagbar günstig ist – die Fantec ist der Hulk unter den Powerbanks: Gross und dumm. Weder kann diese Powerbank andere Geräte schnell laden noch kann sie selbst schnell aufgeladen werden. Sogar die Verpackung ist grün.

Rohdaten zur Fantec RBP-240H

Ausgänge
1 × USB-A à 2.1 A
1 × USB-A à 1.0 A
Eingänge
1 × Micro-USB à 2.0 A
1 × USB-C à 2.0 A
Schnelllade-Techniken: keine
Ladestand: LCD-Display mit numerischer Anzeige

Fazit: Aufladen geht nur mit USB-A (10 Watt). Seltsam, dass eine Powerbank dieser Grösse kein USB-C oder USB-PD beherrscht. Ärgerlich auch, dass einer der USB-A-Ausgänge nur 5 Watt liefert. Diese Patzer gleicht die integrierte Taschenlampe nicht aus.

Rohdaten zur Xlayer Pure

Ausgänge
2 × USB-A à 3 A
1 × USB-C à 3 A
Eingang
1 × USB-C
Schnelllade-Techniken: PowerIQ, eine Eigenentwicklung von Anker, die zu Quick Charge und USB-PD kompatibel sein soll.
Ladestand: 10 LEDs rund um Ein-/Ausschaltknopf

Fazit: Wie beim einen Modell mit 26800 mAh krankt dieses Modell an einer lückenhaften Unterstützung von Schnelllade-Techniken. Auch diese Powerbank konnten wir nur mit maximal 15 Watt (5 V @ 3 A) belasten.

Rohdaten zur Anker PowerCore+

Ausgänge
2 × USB-A à 2.4 A
1 × USB-C à 3 A
Eingänge
1 × Micro-USB mit QC 3.0
1 × USB-C
Schnelllade-Techniken: QC 2.0, QC 3.0
Ladestand: LEDs mit 25/50/75/100%-Anzeige
Zubehör: Tasche, Mikro-USB-Kabel, USB-C-Ladekabel

Fazit: Quick Charge 3.0 beherrscht diese Powerbank nur in der Theorie. Wir konnten Geräte nur mit 18 Watt (QC 2.0) aufladen. Die einzige Powerbank im Test, die Pass-through-charging beherrscht: Die Powerbank kann gleichzeitig geladen und entladen werden. Schade, dass sie nur einen einzigen USB-C-Anschluss hat.

Rohdaten zur Ravpower PB043

RP-PB095 (20100 mAh, 45 W)
RAVPower RP-PB095 (20100 mAh, 45 W)
12

Ausgänge
1 × USB-A à 3 A,
1 × USB-C à 3 A
Eingänge
1 × Micro-USB à 2 A
1 × USB-C à 2 A
Schnelllade-Techniken: QC 2.0, QC 3.0, USB-PD
Ladestand: LEDs mit 25/50/75/100%-Anzeige.
Zubehör: Micro-USB-Ladekabel, USB-C-Ladekabel

Besonderheiten: Schnelles Laden via USB-PD gelingt der RAVpower P095, doch bei den QC 3.0 wollte sie nicht mitspielen.

Rohdaten zu Ravpower PB095

B613Q (20000 mAh, 18 W)
73.–
Choetech B613Q (20000 mAh, 18 W)
8

Ausgänge
1 × USB-A à 2 A
1 × USB-C à 2 A
Eingänge
1 × USB-C à 2 A
1 × Micro-USB à 2 A
Schnelllade-Techniken: QC 2.0, QC 3.0
Ladestand: LEDs mit 25/50/75/100%-Anzeige.
Zubehör: Micro-USB-Ladekabel, USB-C-Ladekabel

Fazit: Aufladen der Powerbank gelingt mit QuickCharge 3.0 bzw. USB-PD.

Rohdaten zur Choetech B613Q

Ausgänge
2 × USB-A à 3 A
Eingang
1 × Micro-USB à 2 A
Schnelllade-Techniken: PowerIQ, eine Eigenentwicklung von Anker, die zu Quick Charge und USB-PD kompatibel sein soll.
Ladestand: LEDs mit 25/50/75/100%-Anzeige.
Zubehör: Micro-USB-Ladekabel

Fazit: Auffälligkeiten: Dieses Anker-Modell schlägt sich noch schlechter als seine grossen Brüder: Fehlanzeige beim Schnellladen.

Rohdaten zur Anker PowerCore (10400 mAh)

Ausgänge
2 × USB-A à 1 A
Eingang
1 × Micro-USB à 2 A
Schnelllade-Techniken: keine
Ladestand: LEDs mit 25/50/75/100%-Anzeige.
Zubehör: Micro-USB-Ladekabel

Besonderheiten: Taschenlampen-Funktion (mit Blink-Modus, warum auch immer)

Rohdaten zur ADATA PowerPack PT100

Freepower Slim (10000 mAh, 10 W)
Cellularline Freepower Slim (10000 mAh, 10 W)
127

Ausgang
1 × USB-A à 2 A
Eingang
1 × Micro-USB à 2 A
Schnelllade-Techniken: keine
Ladestand: 3 LEDs mit 33/66/100%-Anzeige

Fazit: Wird mit FastCharge beworben, obwohl sie maximal 10 Watt aufnimmt, was jede Powerbank kann. Wird auf der Verpackung mit übertriebenen Leistungsdaten beworben: «Smartphone 8x laden» – welches Smartphone hat eine Batterie mit mickrigen 1250 mAh? Selbst ein Nokia 8110 speichert mehr Energie.

Rohdaten zur Cellularline Freepower Slim

Ausgänge
1 × USB-A à 2.4 A
1 × USB-A mit QuickCharge 2.0/3.0/4.0 (max 18 Watt)
Eingang
1 × Micro-USB mit Quickcharge (max 18 Watt)
Schnelllade-Techniken: QC 2.0, QC 3.0, QC 4.0
Ladestand: LEDs mit 25/50/75/100%-Anzeige.
Zubehör: Micro-USB-Ladekabel, «Active Mount», mit dem die Powerbank fixiert werden kann.

Fazit: Das einzige Gerät im Test, das laut Datenblatt QuickCharge 4.0 beherrscht. In der Realität unterstützt die Go Puck leider nicht einmal alle Modi von QC 3.0. Wir konnten ihr nur 18 Watt entlocken.

Rohdaten zur Go Puck X36R

Freepower Slim (5000 mAh, 10 W)
Cellularline Freepower Slim (5000 mAh, 10 W)
7

Ausgang
1 × USB-A à 2.1 A
Eingang
1 × Micro-USB à 2 A (Nachfolgeprodukt offenbar mit USB-C-Anschluss)
Schnelllade-Techniken: keine
Ladestand: 3 LEDs mit 33/66/100%-Anzeige
Zubehör: Micro-USB-Ladekabel

Auffälligkeiten: Wirbt mit Fastcharge, obwohl herkömmliche USB-Ströme fliessen.

Rohdaten zur Cellularline Freepower Slim (5000)


**Ausgang**
1 × USB-A à 2 A
**Eingang**
1 × Micro-USB à 2 A
**Schnelllade-Techniken:** PowerIQ, eine Eigenentwicklung von Anker, die zu Quick Charge und USB-PD kompatibel sein soll.
**Ladestand:** 3 LEDs mit 33/66/100%-Anzeige
**Zubehör:** Micro-USB-Ladekabel

Auffälligkeiten: Schnelllade-Unterstützung gibt es hier entgegen den Versprechungen von Anker nicht.

Rohdaten zur Anker PowerCore (5000)

PB-5000Mini (5000 mAh)
25.–
RealPower PB-5000Mini (5000 mAh)
19

Ausgang
1 × USB-A à 2.1 A
Eingang
1 × Micro-USB à 2.1 A
Schnelllade-Techniken: keine
Ladestand: LEDs mit 25/50/75/100%-Anzeige
Zubehör: Micro-USB-Ladekabel

Rohdaten zur RealPower PB-5000Mini

Powerstation (5050 mAh, 15 W)
mophie Powerstation (5050 mAh, 15 W)
2

Ausgänge
2 × USB-A à 2.1 A
Eingang
1 × Lightning (!)
Schnelllade-Techniken: keine
Ladestand: LEDs mit 25/50/75/100%-Anzeige

Auffälligkeiten: Die mophie Powerstation kann ausschliesslich mit einem Lightning-Kabel von Apple aufgeladen werden. Das macht sie zu einem Nischenprodukt für Apple-User.

Rohdaten zur mophie Powerstation

Gesamtüberblick

Der Datenberg, den Lucas gesammelt hat, ist beeindruckend. Es sind keine Verpackungsangaben oder Herstellerversprechen, sondern real gemessene Werte. Die Daten haben wir benutzt, um alle Produkte untereinander vergleichbar zu machen.

  • Preis pro Wattstunde: Wie viel kostet die Powerbank?
  • Ladezeit pro Wattstunde: Wie schnell kann man die Powerbank aufladen?
  • Effizienz: Die Differenz zwischen hereingesteckter Energiemenge und der Energiemenge, die entnommen werden kann
  • Gewicht pro Wattstunde: Wie schwer ist die Powerbank?

Der Preis pro Wattstunde liegt bei 1.45 Franken. Modelle mit höherer Kapazität haben in der Tendenz die Nase vorn: Die Elektronik ist ungefähr die gleiche, es werden simpel ausgedrückt einfach mehr Batteriezellen hineingesteckt.

In der Grafik haben wir den Preis auf 100 Wattstunden hochgerechnet. Besonders ins Auge stechen die teuren Ausreisser von mophie, Go Puck und Cellularline. Die Powerstation von mophie ist gleich sechs Mal teurer als das günstigste Produkt von AData.

Grosse Unterschiede gibt’s auch bei der Ladezeit pro Wattstunde. Auch hier haben die grösseren Modelle einen Vorteil, weil sie die Last auf mehr Batteriezellen verteilen können.

Hier steht die Xtorm XB303 Infinity ausser Konkurrenz. Trotz ihrer 26000 mAh konkurriert sie bei der Ladezeit mit den kleinen Powerbanks. Das Lowlight ist die Xtorm XB203, die beim Aufladen grobe Patzer aufweist (Details weiter oben im Artikel).

Die Ausreisser von RAVPower und Anker sind nicht gar so schlecht wie es scheint – sie sind nur Opfer ihrer dümmlichen Ladestrategie: Zwar erreichen sie 95% ihrer Kapazität ungefähr so schnell wie die anderen, laden aber die restlichen Prozent nur im Schneckentempo.

Auch bei der Effizienz, also der Differenz zwischen aufgenommener Energie und entnehmbarer Energie, gewinnen in der Tendenz die grossen Modelle.

In der Grafik sind die Verluste auf 100 Watt hochgerechnet. Im Schnitt verpuffen knapp 45 % der Energie als Wärme. Besonders negativ fällt die Freepower Slim (5000 mAh) von Cellularline auf, die zwischen Laden und Entladen unglaubliche 70% der Energie vergeudet. Auch die teure Go Puck X36R (5000 mAh) ist in dieser Hinsicht enttäuschend. Besonders positiv sticht die ganz grosse Powerbank von Anker mit 26 800 mAh heraus. Choetech und Xtorm liegen auf den Plätzen zwei und drei.

Auch beim Gewicht pro Watt werden die grossen Modelle bevorzugt. Dieses Kriterium ist allerdings mit Vorsicht zu geniessen: zwar gibt es bei Batteriezellen gewisse Gewichtsunterschiede und klevere Designs – allerdings belohnt dieses Kriterium auch billige Plastik-Konstruktionen.

Beim Gewicht pro Wattstunde ist die Streuung kleiner als bei den anderen Werten. Positiv fallen Choetech, das 10 000-mAh-Modell von Cellularline und der günstige 26800-mAh-Powercore von Anker auf.

Wie viel steckt drin?

Dieser Absatz ist sehr nützlich, um Quick-Charge-Features auf einen Blick vergleichen zu können. In der nachfolgenden Grafik siehst du, bei welcher Powerbank wir welchen Modus erfolgreich benutzen konnten. Die Grafik ist auch nützlich, um die effektiv zur Verfügung stehende Kapazität vergleichbar zu machen.

X-Achse: Wattstunden.
X-Achse: Wattstunden.

In der Grafik siehst du sehr schön, dass sich Powerbanks bei unterschiedlicher Belastung anders verhalten. Warum ist das so? Zwei Faktoren spielen mit.

Erstens: Powerbanks liefern dann am meisten Saft, wenn sie die Energie langsam abgehen können. Je schneller eine Batterie Leistung abgeben muss, desto grössere Verluste treten dabei auf. Bei Bleibatterien ist dieses Verhalten besonders ausgeprägt und kann mit Hilfe der Peukert-Gleichung berechnet werden. Lithium-Ionen-Akkus sind davon weniger stark betroffen, der Effekt ist aber durchaus messbar.

Zweitens sind Zellen und Elektronik auf einen Use-Case hin optimiert. Es gibt Batteriezellen, die etwas weniger speichern, dafür stärker belastet werden können. Und umgekehrt.

Pinocchio-Faktor

Wie ehrlich sind die Hersteller? In der nachfolgenden Grafik haben wir untersucht, wie gross der Unterschied zwischen versprochener und gelieferter Kapazität ist. Je länger der Balken, desto grösser Pinocchios Nase.

Grün: Diskrepanz < 10 %, Orange: Unterschied < 15 % , Rot: Unterschied ist > 15 %
Grün: Diskrepanz < 10 %, Orange: Unterschied < 15 % , Rot: Unterschied ist > 15 %

Diese Grafik muss noch etwas erläutert werden. Grundsätzlich ist es gut, je kleiner der Balken ist. Allerdings: Keine Powerbank liefert genau so viel, wie ihre Zellen nominell liefern. Denn zwischen Lade- und Aufladevorgang gehen ca. 10 % der Energie als Wärme verloren, ohne dass die Powerbank irgendetwas falsch macht. Es treten physikalisch bedingte Verluste auf, weil die Spannung zwischen 3.7 Volt (Zellspannung von Li-Io-Akkus) und 5 Volt (USB-Spannung) gewandelt wird.

Trotzdem: Als Endanwender interessiert mich, wie viel Energie mir zur Verfügung steht. Nicht mehr und nicht weniger. Ich will nicht mit Fantasiezahlen in die Irre geführt werden. Die Erkenntnis ist, dass sich Powerbanks ähnlich wie Autos verhalten, wo Verbrauchswerte und CO₂-Emissionen nicht der Realität entsprechen.

Empfehlungen nach Typ

Ich bin erstaunt, wie gross die Unterschiede zwischen den verschiedenen Powerbanks sind. Obwohl sie auf der Verpackung gleich gross scheinen, kommt bei einigen bis zu 20 % mehr Strom raus. Der Preis entscheidet nicht unbedingt über die Leistung. Im Gegenteil: etliche Billigheimer überzeugen mit ordentlichen Werten.

Die Riesigen um 27 000 mAh

Wenn du genug Kleingeld hast, empfehle ich dir die Xtorm XB303. Sie ist leistungsstark und punktet mit grosszügiger Ausstattung. Sie beherrscht als einzige Powerbank im Testfeld alle Schnelllade-Standards bis hoch zu 60 Watt.

XB303 Voyager (26000 mAh, 60 W)
139.–
Xtorm XB303 Voyager (26000 mAh, 60 W)
442

Deutlich günstiger und recht ordentlich käme man eigentlich mit der Aukey PB-Y7 weg. Die kann ich aber nicht guten Gewissens empfehlen. Wegen ihrer Nennkapazität von 30 000 mAh oder 111 Wh ist sie im Flugzeug verboten.

Der grosse, aber dämliche Hulk von Fantec ist in der Zwischenzeit nicht mehr lieferbar. Schade eigentlich, denn wer kein Quickcharge benötigt, wäre mit diesem unschlagbar günstigen Produkt sehr gut bedient gewesen.

Ebenfalls rate ich von der Xtorm XB203 ab. Sie punktet zwar mit guten Werten und unterstützt viele Quick-Charge-Standards. Allerdings will sie mit etlichen USB-PD-Netzteilen nicht zusammenarbeiten und kann deshalb nur langsam aufgeladen werden.

Die Grossen um 20 000 mAh

Bei den grossen Powerbanks würde ich zur Choetech B613Q greifen – wenn sie denn noch lieferbar wäre. Sie ist günstig, energieeffizient und die leichteste Batterie ihrer Klasse. Obendrein ist sie schneller voll als die Herausforderer im 20 000-mAh-Feld.

Als lieferbarer Gewinner rückt die Ravpower PB095 nach, die ich aber nur schweren Herzens empfehle. Denn eigentlich solltest du dich bei den riesigen Modellen oben umschauen, die deutlich besser performen.

Ein Spezialfall ist die Ravpower PB043. Sie ist gleich teuer wie die Ravpower PB095 und macht alles schlechter. Ihr Killer-Feature ist Pass-through-charging, das ihr sehr gute Community-Bewertungen beschert.

Die Xlayer Pure ist günstig, aber simpel gestrickt: Sie beherrscht keinerlei Schnelllade-Techniken und ein USB-A-Stecker ist obendrein auf 1 Ampere limitiert. Zu ihr kannst du bedenkenlos greifen, falls du QuickCharge nicht benötigst.

RP-PB095 (20100 mAh, 45 W)
RAVPower RP-PB095 (20100 mAh, 45 W)
12

Die Mittleren um 10 000 mAh

Bei den Powerbanks um 10000 mAh ist der Fall klar. Das Produkt von Adata schlägt alle getesteten Konkurrenten mit günstigen 65 Rappen pro Wattstunde. Obendrein ist sie schnell wieder geladen. Nur wenn unbedingt QuickCharge an Bord sein muss, würde ich zähneknirschend die teure und ineffiziente Go Puck X36R empfehlen.

Die Kleinen um 5000 mAh

Bei den kleinen Powerbanks macht das Produkt von Realpower das Rennen. Sie ist die einzige kleine Powerbank, die sich keine groben Patzer erlaubt. Die Freepower Slim von Cellularline verliert mit beinahe 70 % viel zu viel Energie. Die Anker Powercore reicht der Realpower das Wasser, versiebt den ersten Platz aber durch ihr langsames Laden.

PB-5000Mini (5000 mAh)
25.–
RealPower PB-5000Mini (5000 mAh)
19

Lucas' Kaufempfehlung

Aber hey, die Empfehlungen von oben sind nur meine Meinung. Für welche Powerbank hat Lucas sich entschieden?

I've chosen the Xtorm XB303 as the one to keep. It's the combination of high capacity and fast charge/discharge that wins it for me. In the >20000mAh category, the only other competition is the Anker 27000mAh power bank (plus variant) but the extreme slow charging rules it out. Plus, around 15W/18W where my phones will usually charge, the Xtorm has a higher capacity.

Vielen Dank an Lucas für den ausserordentlichen Einsatz! Artikel in dieser Tiefe sind unglaublich zeitaufwändig und ohne Hilfe aus der Community hätte ich es nicht geschafft. So, und jetzt hopp, Like-Button drücken!

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Ich bändige das Editorial Team. Hauptberuflicher Schreiberling, nebenberuflicher Papa. Mich interessieren Technik, Computer und HiFi. Ich fahre bei jedem Wetter Velo und bin meistens gut gelaunt.


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