Screenshot YouTube / TrashBench
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Wasserkühlung ohne Kühlblock: Modder pumpt Kühlflüssigkeit direkt auf GPU-Chip

Kevin Hofer
10.8.2026

Warum überhaupt einen metallenen Kühlblock verwenden? Ein Modder pumpt Kühlflüssigkeit direkt auf den nackten GPU-Chip. Nach diversen Lecks und weiteren Pannen sinkt die Temperatur einer RTX 2060 Super tatsächlich auf super Werte.

Der YouTube-Kanal TrashBench ist bekannt für seine verrückten Ideen. Die Neueste: Wasserkühlung direkt auf dem nackten GPU-Die, ohne metallenen Kühlblock oder Heatspreader. Trotz mehrerer Lecks und der berechtigten Sorge, teure Hardware zu ertränken, sind die Ergebnisse überraschend gut.

Nagellack und 3D-Druck

«Auf der Suche nach dem perfekten Wasserblock fragte ich mich: Wieso brauchen wir überhaupt Metall?», so der Host des Kanals. «Wieso nicht einfach Wasser direkt über das nackte Silizium pumpen?» Für die ersten Tests dient eine bereits tote RTX 3060 – so lässt sich das Design gefahrlos ausprobieren.

TrashBench fertigt alles auf Mass.
TrashBench fertigt alles auf Mass.
Quelle: Screenshot YouTube TrashBench

Für sie wird ein 3D-gedruckter Wasserblock konstruiert, der die spezielle Kühlflüssigkeit, die vor Kurzschlüssen sichern soll, direkt über die GPU-Die leitet. Alle SMD-Bauteile neben dem Chip werden vorsorglich mit Nagellack versiegelt, um Kurzschlüsse durch Wasser zu verhindern.

Anschliessend kommen bewährte Klempner-Tricks zum Einsatz: Unterlegscheiben, Dichtungen und Schlauchschellen. Die Wasseranschlüsse werden ins 3D-gedruckte Teil eingeschmolzen,

Mehrere Versuche

Der erste Test leckt prompt. TrashBench dichtet den 3D-gedruckten Block deshalb mit Epoxidharz ab. Das funktioniert, dafür tropft es plötzlich aus den Schlauchanschlüssen – auch die bekommen ihre Portion Epoxidharz ab. Endlich hat er den ersten dichten Prototyp.

Mehrere Versuche scheitern.
Mehrere Versuche scheitern.
Quelle: Screenshot YouTube TrashBench

Nach erfolgreichen Live-Tests mit einer GTX 980 folgt der Hauptversuch: Fitting, Testing und Benchmarking mit einer RTX 2060 Super. Dabei zeigt sich, dass die Wahl des 3D-Druckmaterials auf dem 3D-Drucker alles andere als nebensächlich ist. Manche Materialien lecken an den Kanten, andere sind leicht porös. Bei den Tests unter Strom setzt der YouTuber vorsichtshalber ein PCIe-Riser-Kabel ein, damit allfällige Lecks nicht direkt auf das Mainboard tropfen.

Hat sich der Aufwand gelohnt?

Zum Vergleich benchmarkt der Youtuber nicht nur seine Direktkühlung, sondern auch den Serienkühler sowie eine All-in-One-Wasserkühlung (AIO), die er auf der GPU anbringt. Tatsächlich kühlt sein Eigenbauprojekt am besten. Die GPU wird nur 28 Grad Celsius warm. Mit der AIO sind’s 36 und mit dem Serienkühler 70 Grad Celsius. Im Gaming-Betrieb, unter anderem mit Heaven-Benchmark und Cyberpunk 2077, läuft die Karte problemlos.

Endlich funktioniert die Kühlung.
Endlich funktioniert die Kühlung.
Quelle: Screenshot YouTube TrashBench

Ob das Prinzip auch bei einer CPU funktioniert, testet TrashBench mit einem Intel Core i5-7600K. Das Fazit: Die Grösse der Kühlkammer spielt eine entscheidende Rolle. Die GTX 980 hatte die grösste Kammer und erzielte die tiefste Temperatur, bei der RTX 2060 Super war sie kleiner, bei der CPU wegen der Montagehalterung am kleinsten. Mit grösseren Kammern wären wohl überall bessere Werte drin – Grund genug für ein Folgevideo. Fest steht aber bereits: Wasser direkt über blankes Silizium zu pumpen, funktioniert.

Titelbild: Screenshot YouTube / TrashBench

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