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Steam-Geschenkkarten verschwinden aus dem Ladenregal

Kim Muntinga
11.6.2026

Noch hängen sie in den Läden, doch Nachschub gibt es keinen mehr: Valve liefert physische Steam-Geschenkkarten künftig nicht mehr an den Einzelhandel. Der Grund ist ein altbekanntes Problem: Betrug mit Gutschein-Codes.

Valve beendet den Verkauf physischer Steam-Geschenkkarten im Einzelhandel. Händler erhalten keine neuen Karten mehr, dürfen vorhandene Bestände aber noch verkaufen. Ganz abrupt verschwinden die Karten aus Supermärkten, Tankstellen, Elektronikmärkten oder Kiosken daher nicht: Valve rechnet damit, dass die Restbestände bis Ende 2026 aufgebraucht sind.

Für dich heißt das: Wenn du noch eine physische Steam-Geschenkkarte besitzt, kannst du sie weiterhin einlösen. Valve stellt die Funktion bestehender Karten nicht ab, sondern beendet das Handelsprogramm lediglich für neue Plastikkarten. Digitale Steam-Geschenkkarten bleiben ebenfalls verfügbar und lassen sich wie gewohnt über Steam an andere Nutzerinnen und Nutzer verschicken.

Betrug ist der Auslöser

Valve begründet den Schritt mit anhaltendem Missbrauch. Physische Geschenkkarten gehören seit Jahren zu den bevorzugten Werkzeugen von Betrügern. Das Prinzip ist simpel: Opfer werden unter Druck gesetzt, im Laden Gutscheinkarten zu kaufen und anschließend die Codes weiterzugeben. Sobald der Code eingelöst ist, lässt sich das Geld kaum noch zurückholen.

Valve verweist in diesem Zusammenhang auf bekannte Betrugsmaschen, die nicht nur Steam-Kundinnen und -Kunden treffen. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben bereits mit Strafverfolgungsbehörden und Händlern zusammengearbeitet, Warnhinweise auf Karten ergänzt und die Verfügbarkeit eingeschränkt. Diese Maßnahmen reichten offenbar nicht aus. Betrüger passen ihre Methoden kontinuierlich an.

Damit zieht Valve eine harte Konsequenz. Statt das Produkt weiter zu regulieren, nimmt das Unternehmen es aus dem stationären Handel. Für Valve ist das auch ein Eingeständnis: Ein physischer Code, der anonym an der Kasse gekauft und danach weitergegeben werden kann, bleibt anfällig.

Ein Stück Gaming-Alltag verschwindet

Steam-Geschenkkarten gibt es im Einzelhandel seit 2012. Für viele waren sie mehr als ein Geschenk in letzter Minute. Du konntest damit dein Steam-Guthaben aufladen, ohne eine Kreditkarte, PayPal oder andere Zahlungsmittel direkt mit dem Account zu verknüpfen. Gerade für jüngere Nutzerinnen und Nutzer oder Menschen ohne Zugang zu digitalen Bezahlmethoden boten die Karten einen einfachen Einstieg in den Steam-Store.

2017 ergänzte Valve digitale Geschenkkarten. Diese bleiben nun der offizielle Weg, wenn du einer anderen Person Steam-Guthaben schenken willst. Der Unterschied ist entscheidend: Digitale Geschenkkarten sind an Accounts gebunden und lassen sich nicht anonym im Laden kaufen und weiterreichen.

Geschenkkarten als Branchenproblem

Valve steht mit dem Schritt nicht allein da. Gerade weil Geschenkkarten einfach im Handel erhältlich sind und sich Codes anonym weitergeben lassen, bleiben sie plattformübergreifend ein attraktives Ziel für Täter.

Steam verschwindet aus dem Regal, das Problem bleibt größer: Geschenkkarten sind für viele Branchen zugleich praktisch und missbrauchsanfällig.
Steam verschwindet aus dem Regal, das Problem bleibt größer: Geschenkkarten sind für viele Branchen zugleich praktisch und missbrauchsanfällig.
Quelle: HelgaQ / Shutterstock

Sollte der Missbrauch weiter zunehmen, könnte das Ende physischer Gutscheinkarten auch bei anderen Plattformen zum Thema werden. Valves Entscheidung könnte dabei als Präzedenzfall gelten: Als Beweis, dass ein Abschied vom physischen Format möglich ist, ohne den Kundinnen und Kunden den Zugang zu nehmen.

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