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Sony im Jahr 2018: Die Smartphone-Kamera sieht doppelt

Dominik Bärlocher
Zürich, am 01.03.2018
Abseits der grossen Sensationen am Sony-Stand des Mobile World Congress zeigt der Hersteller ein bisschen seiner Zukunft. Darunter eine Dual Camera für Smartphones.

Am einen Ende des Sony-Standes am Mobile World Congress in Barcelona kannst du mit den neuen Kopfhörern Musikuntermalung im Alltag testen. In der Mitte sind die neuen Smartphones der XZ-Serie ausgestellt. Doch am anderen Ende ist eine Wand mit drei Bildschirmen. Kaum eine Erklärung. Kaum eine aufmerksame Person da, die Besucher abfängt und ihnen auf Teufel komm raus helfen will und dabei gleich auch noch die werbewirksamsten Features der Neuheiten mit auf den Weg geben will.

Nur eine Wand. Drei Bildschirme. Ein Kartonschild daneben. Mit wenig Text, dafür einem grossen Bild – dunkelgrau auf schwarz – und einer klaren Botschaft.

  • 51200 ISO for Photo
  • 12800 ISO for Video

Die Rede ist von der nahen Zukunft des Smartphones bei Sony. Denn auf dem grau-auf-schwarz-Bild ist eine Dual Camera abgebildet. Etwas, das unaufmerksame Besucher des MWC dutzendfach sehen, von Samsung bis hin zu kleinen Unternehmen aus Shenzhen. Dual Cams sind nichts spektakuläres.

Die drei Bildschirme hingegen schon.

Ein Blick ins Dunkel

Videoproduzentin Stephanie Tresch fällt die Wand auf. Wir sind eigentlich nur auf der Durchreise, wollen schnell ein paar Knöpfchen am XZ2 drücken, bevor wir in Richtung China-Hallen zu Laser-Uhren und anderen Obskuritäten weitergehen.

Sie blickt in ein verstecktes Guckloch oberhalb der Bildschirme.

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Die Sony Dual Cam in Smartphones soll extrem lichtstark werden

«Pack die Kamera aus. Das ist eine Sensation», sagt sie fast schon mit Ehrfurcht.

Die Sache ist die: Am unauffälligen Eck des Standes lässt Sony in die Zukunft blicken. Nicht nur wird der Hersteller, dessen Smartphones als Kamera-Giganten gelten, eine Doppelkamera verbauen, nein, sie soll auch gleich noch dem aktuellen König der Kameras, dem Samsung Galaxy S9, das Wasser reichen können.

Die Bildschirme an der Wand zeigen ein schwach beleuchtetes Diorama in der Dunkelheit. Ein Bildschirm zeigt die Footage, die ein Sony Phone aufzeichnet. Auf dem anderen Bildschirm ist die Footage des Kamera-Systems eines kommenden Smartphones mit Dual Cam. Aber nur des Kamera-Systems. Denn der Anzeigebildschirm sieht zwar aus wie ein Android Screen, hat aber noch keinerlei Funktionen.

Stephanie fragt nach. Wann kommt das Dual Phone? Sie weiss die Antwort eigentlich schon, aber die Journalistin in ihr lässt es nicht zu, dass die Frage ungefragt bleibt.

«Wir reden nicht über unsere künftigen Releases», heisst es am Stand.

Dem gängigen Release-Kalender nach dürfte im frühen Herbst, pünktlich zur IFA in Berlin, ein neues Flaggschiff der grossen Marken anstehen.

«Ich hoffe, ich kann das Phone dann testen», sagt Stephanie.

Spider-Man und Rumble Pack

Am anderen Ende des Standes will ich noch kurz einen Trailer anschauen. Comic-Fans kennen den Namen Miles Morales. In einem Paralleluniversum zum normalen Marvel-Universum ist Peter Parker im Kampf gefallen und Miles Morales ist Spider-Man. Der halb afroamerikanisch und halb südamerikanische Teenager war anno dazumal der erste Spider-Man, der nicht weiss war. Eine kleine Sensation.

Jetzt schafft es Miles auf die grosse Leinwand in einem animierten Film, «Spider-Man: Into the Spider-Verse», der zu Weihnachten ins Kino kommen soll. Der Filmverleih heisst Sony Pictures. Daher ist am MWC-Stand Sonys der Trailer auf dem neuen Sony XZ2 zu sehen, und der Sound wird per Bluetooth auf neuen Sony-Kopfhörern gehört.

Ich ignoriere das Schild, das vor einem vibrierenden Boden warnt. Ich hinterfrage mal nicht, warum ein Boden denn vibrieren soll oder halt eben auch nicht. Ich will kurz Spider-Man sehen. Ich nehme also das XZ2 in die Hand.

Das Smartphone vibriert im Rhythmus mit der Musik im Trailer. Ich entdecke ein Feature, über das ich nicht urteilen kann. Ist es wirklich praktisch im Alltag? Denn das Phone interpretiert den Sound, den es abspielt und vibriert im Rhythmus. Der Klang soll fühlbar werden und das neue Vibriersystem erlaubt feinere Abstufungen in der Vibration.

Kurz: Früher war es ein rundes Objekt, das von einem Motor gedreht wurde um Vibration zu generieren. Im XZ2 wird beim Vibrieren aber ein Stift im Inneren des Phones hin- und hergeschlagen.

Ich drehe mich zu Stephanie um, die die Kamera draufhält als ich das Feature erkläre.

«Du, ich glaube, wir müssen das Phone zu Hause umfangreicher testen.»

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Dominik Bärlocher
Dominik Bärlocher
Senior Editor, Zürich
Journalist. Autor. Hacker. Ich bin Geschichtenerzähler und suche Grenzen, Geheimnisse und Tabus. Ich dokumentiere die Welt, schwarz auf weiss. Nicht, weil ich kann, sondern weil ich nicht anders kann.

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