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Sony a6400: Keine Spiegel für Vlogger, und nichts für Videographen?

Eine neue Sony-Kamera soll die Marktführung des Konzerns verteidigen. Ein erster Blick auf die Sony a6400 zeigt neue Features und einen möglichen Killer der Kamera.

Endlich hat Sony eine neue Kamera auf den Markt gebracht. Das ist bedeutend. Denn Sony hat den Kameramarkt kräftig aufgemischt. Laut eigenen Angaben ist der Konzern sogar führend im Kameramarkt, und zwar nicht nur bei den Systemkameras. Die Marke ist stolz darauf und will diesen Titel unbedingt behalten. Die a6400 soll Sony nicht nur an der Spitze der Kamerawelt halten, sondern einem neuen Feld der Videografen die Welt der Sony-Kameras eröffnen: Den Vloggern.

Vlogger sind ein merkwürdiges Völkchen. Du erkennst sie in der Regel daran, dass sie laut in eine Kamera quasselnd mit ausgestrecktem Arm an interessanten Orten herumstehen. Sie erzählen über sich und die Welt, dann mal wieder etwas Product Placement und vielleicht auch etwas Information.

Der Touch Screen der a6400 lässt sich um 180 Grad drehen
Der Touch Screen der a6400 lässt sich um 180 Grad drehen

Die Sony a6400, oder korrekt Sony Alpha 6400 oder Sony α6400, hat ein Feature, das den Vloggern unter euch gefallen wird: Der Bildschirm lässt sich um 180 Grad schwenken. So kannst du dir selbst zusehen, wenn du dich filmst. Dazu bietet Sony natürlich eine Art Handgriff an, auf dem du die wichtigsten Funktionen auslösen kannst und so ein «optimales Vlogger-Erlebnis» hinkriegst.

Der leichte Body

Beim ersten Griff fällt auf, dass die a6400 extrem leicht ausgefallen ist. Das kann teilweise am kleinen 18-135mm-Objektiv mit E-Mount liegen, das auf das Modell am Sony Launch Event im Zürcher Komplex 457 gesteckt wurde, oder aber daran, dass der Body tatsächlich nur 403 Gramm wiegt. Zum Vergleich, meine normale Kamera, die Sony a7sii, wiegt ohne Objektiv 584 Gramm. Mit Objektiv kommt meine a7sii auf etwa 1.4 Kilo, die APS-C-Kamera a6400 auf weit unter einem Kilogramm.

Die a6400 ist kompakt und leicht
Die a6400 ist kompakt und leicht

Spannend wird es aber unter der Haube, wenn auch nicht zwingend hardware-seitig. Klar, ein schnellerer Prozessor, der Bionz X, sollte mehr Leistung bringen und im ersten Antesten reagiert die a6400 auch recht fix, aber die Stärke der Kamera liegt in der Software.

AI in der Linse

Die Sony a6400 gehört zu den ersten Kameras aus dem Hause Sony, die softwareseitig mit künstlicher Intelligenz ausgestattet sind. Das wird professionellen Fotografen und M-Modus-Fanatikern nicht wirklich gefallen, kann sich aber sehen lassen. Auf Full Auto leistet die a6400 solide Arbeit und der versprochene Autofokus auf Augen von Menschen – Tiere folgen noch, da das Interesse an Bildern von Büsis und Hunden ungebrochen scheint – funktioniert auch im schummrigen Licht der Konzerthalle bis in den Hintergrund hinein.

Dazu ist der Autofokus schnell. Sehr schnell sogar. Er sei, so steht es auf dem Infoblatt Sonys, der schnellste Autofokus der Welt mit einer Reaktions- und Ajustierungszeit von 0.02 Sekunden.

Wirklich nur für Vlogger und nicht für Videographen?

Die ILCE-6400, wie die Sony a6400 mit Modellnamen heisst, hat aber ein Manko: Die Kamera hat keinen Kopfhörerausgang. Du kannst zwar ein externes Mikrofon anschliessen, musst dich dann aber darauf verlassen, dass der Ton richtig im Gerät ankommt. Überprüfung? Fehlanzeige. Wenn etwas schief geht, dann merkst du das spätestens, wenn du Premiere Pro anschmeisst und einen in 4K-HDR geschossenen Stummfilm schaust.

Der Sony a6400 fehlt der Kopfhörer-Jack
Der Sony a6400 fehlt der Kopfhörer-Jack

Was aber doch nett ist, und von dem alle Filmenden profitieren können, ist das neue sogenannte «No Limit Recording». Die Vorgängerkamera, die Sony a6300, hat die Angewohnheit nach 29 Minuten der Aufnahme einfach auszuschalten. Die a7sii übrigens auch. Die a6400 kann nun unbegrenzt Footage aufzeichnen. Das macht die Kamera wieder interessant für alle, die mit Sony-Kameras filmen.

Ist die Kamera also nichts für Videographen wie das Video Team von Digitec Galaxus? Oder doch? Ein Test wird es zeigen.

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Dominik Bärlocher
Dominik Bärlocher
Senior Editor, Zürich
Journalist. Autor. Hacker. Ich bin Geschichtenerzähler und suche Grenzen, Geheimnisse und Tabus. Ich dokumentiere die Welt, schwarz auf weiss. Nicht, weil ich kann, sondern weil ich nicht anders kann.

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