Egal, wofür du sie brauchst – PC-Speaker müssen nicht zwingend hässlich sein. Quelle: animelane.com
Egal, wofür du sie brauchst – PC-Speaker müssen nicht zwingend hässlich sein. Quelle: animelane.com
KaufratgeberGamingComputing

So findest du die passenden PC-Speaker für dich

Raphael Knecht
Zürich, am 02.12.2019
Gamer, Video-Cutter und Musikproduzenten arbeiten gerne mit Headsets. Oft kommen aber auch PC-Speaker zum Einsatz. Ich erkläre dir, was du bei Computer-Lautsprechern beachten musst.

Ich bin kein Fan von On- oder Over-Ear-Headsets fürs Zocken. Sie sind mir entweder zu schwer, zu schlecht an die Kopfform anpassbar oder zu teuer. Ausserdem kriege ich schnell Ohrenschmerzen und fange an zu schwitzen. In-Ear-Kopfhörer für Gaming-Zwecke habe ich noch keine wirklich brauchbaren gefunden. Daher bleiben mir nur PC-Lautsprecher. Auch höre ich gerne Musik am Computer, beispielsweise beim Texten im Homeoffice. Also habe ich mich schlau gemacht, was für Möglichkeiten bestehen und worauf ich beim Kauf zu achten habe.

Audiokanal, Nennleistung, Anschlüsse und Co.

Wenn du dir überlegst, PC-Lautsprecher anzuschaffen, gibt es einige Punkte, die du beachten solltest. Der Audiokanal beispielsweise definiert die Anzahl Audiospuren. 2.1 bedeutet, dass es zwei ortbare Kanäle gibt – normalerweise aus zwei Front-Speakern – und eine Bassspur, üblicherweise von einem Subwoofer. Vom Einkanalton bis hin zu komplexen Mehrkanaltonsystemen ist alles möglich. Überlege dir also, wie viel Platz du für Satelliten-Lautsprecher hast und ob du auf Surround Sound und mächtige Bässe angewiesen bist.

Die Nennleistung wird in Watt angegeben. Da PC-Lautsprecher in den allermeisten Fällen Passivboxen sind, erbringen sie keine Leistung, sondern (ver)brauchen diese. Geliefert wird die Leistung für PC-Lautsprecher vom Verstärker oder dessen Endstufen. Drehst du die Lautstärke nie über gehobene Zimmerlautstärke auf, musst du dich erst gar nicht um die Wattzahlen kümmern. Weil 100 oder 110 Watt machen keinen grossen Unterschied. Ob 100 oder 10 Watt hingegen schon. Denn: Drehst du gerne mal etwas lauter auf, bieten mehr Watt mehr Power. Aber auch der Wirkungsgrad spielt eine Rolle, denn eine wenig Watt bei einem hohen Wirkungsgrad können mehr leisten als viel Watt bei einem geringen Wirkungsgrad.

Der Schalldruckpegel ist nicht dasselbe wie die Nennleistung und besagt, wie viel Lärm die Speaker erzeugen können. Diese Angabe wird in Dezibel gemacht: Je mehr Dezibel, desto lauter die maximale Lautstärke.

Der Frequenzbereich eines Lautsprechers gibt an, wie hoch und wie tief der ausgegebene Sound sein kann. Ein Neugeborenes hört zwischen 20 und 20 000 Hz, mit zunehmendem Alter wird diese Bandbreite vor allem im hochtönigen Bereich kleiner. Tiefe Töne bewegen sich zwischen 20 und 200 Hz, hochtönige Geräusche zwischen 2000 und 20 000 Hz. Dazwischen liegt der Mitteltonbereich, in welchem das menschliche Gehör am empfindlichsten ist. Je grösser der Frequenzbereich, desto tiefere respektive höhere Töne decken die PC-Speaker ab.

Zusätzlich zu diesen Specs, welche die Speakerqualität ausmachen, sind für PC-Lautsprecher insbesondere die Anschlussmöglichkeiten von Bedeutung. Es kommt oft nicht nur darauf an, wie du die Speaker mit deinem PC verbinden kannst, sondern auch, wie viele und welche externen Anschlüsse die Lautsprecher bieten.

PC-Speaker für Gamer

Für Gamer zählt oft nicht nur eine klare Soundausgabe, die Stimmen, Hintergrundgeräusche und Musik trennt, sondern auch das Design und die Anpassungsmöglichkeiten. Bei Shootern willst du die Schritte deiner Gegner hören, bei Action- und Adventure-Games ist das weniger wichtig – dort soll dich die Geräuschkulisse umhauen.

2.1-Gaming-Speaker

Die Logitech G G560 2.1-Kanal-Speaker überzeugen. Sie weisen einen soliden, warmen und druckvollen Klang auf. Der Frequenzbereich deckt Tiefen und Höhen von 40 bis 18 000 Hz ab. Die maximale Nennleistung von 240 Watt befeuert zwei Speaker und einen nach unten gerichteten Subwoofer. Mit 97 Dezibel kann sich auch die Lautstärke der Anlage sehen – respektive hören – lassen. Aufgrund der länglichen Form des Subwoofers passt er trotz seiner Grösse gut unter (oder auf) den Gamer-Tisch. Dank dem Rendering durch die DTS:X-Ultra-Engine klingt der Sound von PC-Spielen und Songs überraschend räumlich – überraschend wegen des im Verhältnis geringen Preises und platzsparenden Formats.

Die PC-Lautsprecher kannst du mit bis zu vier Geräten über einen USB-Anschluss, eine 3.5-mm-Buchse oder Bluetooth verbinden. Als kleines Extra reagieren die eingebauten RGBs der beiden Speaker auf Aktionen und Musik in Games – dies funktioniert laut externen Testberichten sehr gut. Am präzisesten läuft das Lichtspiel mit Games, die von der Logitech-G-Hub-Software unterstützt werden. Nachteil dieser Lautsprecher ist ein leises, aber dennoch hörbares Eigenrauschen. Zudem müssen die etwas zu wuchtigen Bässe in der Software manuell gedrosselt werden.

5.1-Gaming-Speaker

Das Speaker-System Z906 von Logitech hat mich über 5 Jahre lang treu begleitet – zugegebenermassen nicht als PC-, sondern als TV-Lautsprecher-System. Da ich bei meinem Umzug wegen des Kabelsalates zu Sonos gewechselt bin, habe ich mich schweren Herzens vom Z906 getrennt. 500 Watt Nennleistung, ein Frequenzbereich von 35 bis 20 000 Hz, 110 Dezibel und diverse Anschlussmöglichkeiten (2x Digital optisch, Digital koaxial, Cinch Stereo, 3.5mm und 6-Kanal direct) sprechen für sich.

Bis zu meinem ersten Sonos-Ohrgasmus war ich der festen Überzeugung, dass es in diesem Preissegment nichts besseres als die Logitech Z906 gibt. Klare Stimmen, markerschütternde Bässe, schöne Höhen und wuchtige Tiefen. Nachteile? Der Subwoofer ist sehr gross und sehr schwer. Und du hast Kabelsalat, je nachdem, wie und wo du deine Speaker aufstellen oder -hängen möchtest. Zudem reichen die mitgelieferten 2-Meter-Kabel nie und nimmer aus.

Preiswerte PC-Speaker

PC-Speaker von Dell? Ja, du hast richtig gesehen. Für etwas über 50 Franken, beziehungsweise knapp unter 50 Euro (Stand 19.11.19) kriegst du hier so viel Sound wie nur irgendwie möglich. Ausserdem sind die Lautsprecher schlicht und unauffällig – so passen sie auf jeden Schreibtisch, egal ob Gamer-Ecke oder Bürotisch.

Klar, es gibt besseres als 30 Watt Nennleistung, 95 Dezibel und einen Frequenzbereich von 55 bis 20 000 Hz. Zudem sollten die Bässe trotz Subwoofer stärker sein. Gerade im Mitteltonbereich überrascht dieses Lautsprecher-Set dennoch. Der Ausdruck «Value for Money» war noch nie passender.

Studio-PC-Speaker

Bose enttäuscht selten, wenn's um Tonqualität geht. Das hat allerdings seinen Preis. Auch bei den Bose Companion 50 treffen beide Aussagen zu. Für ein PC-Speaker-System mit 2.1-Kanal klingen die Dinger fantastisch. Der relativ kompakte Subwoofer liefert mächtige Bässe und die beiden Satelliten klare Höhen und Tiefen. Auch die Verarbeitung kann sich sehen lassen und wirkt sehr wertig. Beim Gamen kriegt der Spieler schon fast das Gefühl, eine 5.1-Anlage zu besitzen – das Bose-eigene TrueSpace Digital Processing sorgt für ein beinahe raumfüllendes Sound-Ambiente.

Auch die Einfachheit bezüglich Anschluss überzeugt: Ein einziges Kabel verbindet den PC mit dem Subwoofer. Es ist keine weitere Hard- oder Software nötig. Über den Lautstärke-Control-Pod kannst du via 3.5-mm-Line-In-Anschlüsse zwei weitere Geräte wie Kopfhörer oder Smartphone anschliessen. Einziger Nachteil nebst dem Preis ist ein stellenweises Hintergrundrauschen. Bluetooth fehlt als Verbindungsmöglichkeit, ist aber meiner Meinung nach nicht nötig.

Stereo-PC-Speaker

Die Nommo Chroma von Razer funktionieren ohne separaten Subwoofer und daher im Stereo-Setting. Und trotzdem hast du nicht das Gefühl, auf Bass verzichten zu müssen. Für den Preis und die Grösse der Speaker kriegst du einiges geboten. Der Klang ist äusserst präzise – abgesehen von den Mitten, die teilweise überbetont sind und so die Tiefen und Höhen in den Hintergrund drängen.

Auch die vielen Anschlussmöglichkeiten sind «nice to have». Dennoch stört es etwas, dass Razer für Bluetooth keinen Platz mehr gefunden hat. Auch ist bei diesen Lautsprechern ein leises, aber hörbares Eigenrauschen wahrzunehmen. Das trübt den Gesamteindruck etwas, ändert aber nichts an der Tatsache, dass du hier ganz schön viel Leistung zu einem vernünftigen Preis kriegst.

Design-PC-Speaker

Aussehen ist nicht alles, es kommt auf die inneren Werte an. Und: Über den Geschmack lässt sich streiten. Trotzdem möchte ich hier auch noch meine Empfehlung für Style-Aficionados abgeben. Die SoundSticks III von Harman/Kardon im transparenten Design ziehen garantiert alle Blicke auf sich. Die 2.1-Kanal-Speaker kommen mit 40 Watt Nennleistung und einem Frequenzbereich zwischen 44 und 20 000 Hz sowie einem 3.mm-Anschluss und Bluetooth.

Der Klang ist sehr ausgewogen und klingt von den Tiefen über die Mitteltöne bis hin zu den Höhen sehr natürlich und klar. Auch der Bass aus dem mächtigen Subwoofer kann sich sehen respektive hören lassen. Schade, dass hier ein Kopfhöreranschluss fehlt und ebenfalls ein leises Eigenrauschen wahrzunehmen ist. Dies trübt das positive Fazit etwas.

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Raphael Knecht
Raphael Knecht
Teamleader Editorial digitec, Zürich
Wenn ich nicht gerade haufenweise Süsses futtere, triffst du mich in irgendeiner Turnhalle an: Ich spiele und coache leidenschaftlich gerne Unihockey. An Regentagen schraube ich an meinen selbst zusammengestellten PCs, Robotern oder sonstigem Elektro-Spielzeug, wobei die Musik mein stetiger Begleiter ist. Ohne bergige Rennrad-Touren und intensive Langlauf-Sessions könnte ich nur schwer leben.

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