Hintergrund

Sind Gaffer-Tape und Kindersicherung besser als der Screenbuddy?

Kevin Hofer
13.09.2022

Zwei Monitore miteinander verbinden, damit sie nicht verrutschen. Das verspricht der Screenbuddy für 45 Franken. Die Leserschaft meint: zu teuer. Das gehe günstiger; entweder mit Gaffer-Tape oder einer Kindersicherung. Ich hab’s ausprobiert.

Mind the Gap gilt nicht nur in der Londoner U-Bahn, sondern auch im Büro. Ich bin kein Freund der Lücke zwischen zwei Monitoren. Der Screenbuddy schliesst den Spalt und hat mich damit im Hands-on überzeugt.

Die Leserschaft teilt meinen Enthusiasmus nicht:

Zugegeben: Günstig ist der Screenbuddy nicht. Es geht auch mit weniger Geld, meinen gewisse User:

Ich probiere diese Ideen aus und ziehe den Vergleich zum Screenbuddy. Gutes Klebeband habe ich noch zu Hause. Für die Kindersicherung begebe ich mich in die Höhle des Löwen: Mit meinen zwei trotzigen Kindern fahre ich am Samstag (!) ins schwedische Einrichtungshaus. Eigentlicher Sinn der Kindersicherung ist, Schubladen und Türen, die Kleinkinder nicht öffnen sollten, für sie unzugänglich zu machen. Passt also, dass ich mit den Kids in die Ikea fahre – obwohl zumindest der Ältere aus dem Alter raus ist.

Kleben tun sie alle

Im Büro bereite ich drei Monitorpaare für den Vergleichstest vor. Ich richte sie gleichmässig aus und bringe sie in der Mitte entweder mit dem Screenbuddy, Klebeband oder Kindersicherung zusammen. Beim Tape klebe ich erst einen Streifen vertikal und dann oben und unten noch je einen Streifen horizontal an.

Das Klebeband hält, sieht aber beschissen aus.
Das Klebeband hält, sieht aber beschissen aus.

Bei der Kindersicherung bringe ich wie beim Screenbuddy je eine Halterung horizontal oben und unten an. Zum Arretieren muss ich das überschüssige Material der Kindersicherung abschneiden. Dadurch lässt sie sich später nicht mehr verlängern. Die Kindersicherung hält die Monitore nicht genug fest, weil ich sie nicht richtig spannen kann. Sobald ich etwas an der Sicherung ziehe, verrücken die Monitore.

Das überschüssige Material links muss ich abschneiden, bevor ich die Kappe zum Arretieren der Kindersicherung anbringen kann.
Das überschüssige Material links muss ich abschneiden, bevor ich die Kappe zum Arretieren der Kindersicherung anbringen kann.

Es kann nur einen geben

Nachdem ich alles vorbereitet habe, mache ich einen ersten Test. Ich verstelle die drei Monitorpaare in der Höhe. Erst beidhändig, dann nur mit einer Hand.

Beidhändig halten die Monitore mit allen drei Lösungen zusammen. Einhändig geht es nur mit dem Klebeband einigermassen. Die Höhenverstellung geht bei allen Methoden derart hart, dass ich viel Kraft aufwenden muss, damit sich überhaupt etwas bewegt. Beim Screenbuddy und der Kindersicherung muss ich immer zwischen den Monitoren hin und her wechseln. Bei der Kindersicherung sind die Monitore dann nicht mehr auf derselben Höhe und der eigentliche Zweck ist damit dahin.

Die Kindersicherung versagt auch beim nächsten Test. Ich verstelle den Neigungswinkel der Monitore. Weil ich die Kindersicherung bei der Montage nicht genug spannen konnte, verstelle ich die Monitore nicht im selben Neigungswinkel.

Mit dem Klebeband geht es besser. Es löst sich beim Neigen jedoch etwas, weshalb die Monitore auch nicht mehr im selben Neigungswinkel stehen. Noch besser geht es mit dem Screenbuddy, bei dem ich einfach die untere Halterung löse, den Neigungswinkel einstelle und ihn wieder arretiere.

Zuletzt verstelle ich noch den Winkel der Monitore zueinander. Sowohl das Klebeband als auch die Kindersicherung lösen sich dabei von den Monitoren. Das nachträgliche Verstellen des Winkels ist beim Screenbuddy ohne Probleme möglich. Ein klarer Vorteil gegenüber Klebeband und Kindersicherung. Das Klebeband kann ich bei Bedarf zwar entfernen und neues anbringen. Das ist aber mit mehr Aufwand verbunden – ganz zu schweigen davon, dass ich immer neues Klebeband brauche. Immerhin besser als die Kindersicherung, die ich ganz ersetzen müsste, wenn ich den Winkel zwischen den Monitoren verringern will.

Der Screenbuddy bleibt die Königslösung

Nein, die Kindersicherung erfüllt nicht denselben Zweck wie der Screenbuddy. Den Gang in die Ikea kannst du dir sparen. Die Kindersicherung des Einrichtungshauses taugt nicht dazu, deine Monitore miteinander zu verbinden. Klebeband funktioniert besser, muss unter Umständen aber ersetzt werden und sieht scheisse aus.

Die Königslösung für Lücken zwischen Monitoren bleibt für mich der Screenbuddy. Hast du noch weitere Ideen, wie sich Monitore aneinander befestigen lassen? Gerne probiere ich die aus.

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Technologie und Gesellschaft faszinieren mich. Die beiden zu kombinieren und aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten, ist meine Leidenschaft.


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