Samsung Galaxy S9: Keine Revolution, aber verdammt gut

Dominik Bärlocher
Zürich, am 16.03.2018
Das Samsung Galaxy S9 soll die Kamera revolutionieren. Sowieso: Alles soll besser sein. Ein Test des S9 und des S9+ zeigt, was da dran ist. Und er offenbart auch eine grosse Schwachstelle am Phone.

Das Samsung Galaxy S9 und sein grosser Bruder, das S9+, sollen den Markt so richtig aufmischen. Besser, schneller, mehr Kamera. Klar, dass das Phone getestet wird. Vorbesteller haben ihre Geräte seit einer Woche, du kannst es ab heute einfach so im Shop kaufen.

Videoproduzentin Stephanie Tresch und ich haben das Phone seit zwei Wochen in der Hosentasche und das Ding auf Herz und Nieren getestet. Sie das S9, ich das S9+.

Mobiltelefon
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Galaxy S9 (256GB, Midnight Black, 5.80", Hybrid Dual SIM, 12Mpx)
Samsung Galaxy S9 (256GB, Midnight Black, 5.80", Hybrid Dual SIM, 12Mpx)

Die revolutionäre Kamera, die wie das menschliche Auge funktioniert.

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Galaxy S9+ (256GB, Midnight Black, 6.20", Hybrid Dual SIM, 12Mpx)
Samsung Galaxy S9+ (256GB, Midnight Black, 6.20", Hybrid Dual SIM, 12Mpx)

Die revolutionäre Kamera, die wie das menschliche Auge funktioniert.

Galaxy S9 (64GB, Midnight Black, 5.80", Hybrid Dual SIM, 12Mpx)
Samsung Galaxy S9 (64GB, Midnight Black, 5.80", Hybrid Dual SIM, 12Mpx)
Galaxy S9 (64GB, Coral Blue, 5.80", Hybrid Dual SIM, 12Mpx)
Samsung Galaxy S9 (64GB, Coral Blue, 5.80", Hybrid Dual SIM, 12Mpx)
Galaxy S9 (64GB, Lilac Purple, 5.80", Hybrid Dual SIM, 12Mpx)
Samsung Galaxy S9 (64GB, Lilac Purple, 5.80", Hybrid Dual SIM, 12Mpx)
Galaxy S9+ (64GB, Midnight Black, 6.20", Hybrid Dual SIM, 12Mpx)
Samsung Galaxy S9+ (64GB, Midnight Black, 6.20", Hybrid Dual SIM, 12Mpx)
Galaxy S9+ (64GB, Coral Blue, 6.20", Hybrid Dual SIM, 12Mpx)
Samsung Galaxy S9+ (64GB, Coral Blue, 6.20", Hybrid Dual SIM, 12Mpx)
Galaxy S9+ (64GB, Lilac Purple, 6.20", Hybrid Dual SIM, 12Mpx)
Samsung Galaxy S9+ (64GB, Lilac Purple, 6.20", Hybrid Dual SIM, 12Mpx)

Die Kamera: Der Elefant im Raum

Am Tag, an dem wir unsere Phones erhalten haben, sind wir nach Feierabend in den Wald gestiefelt. Denn Samsung verspricht die besten Low-Light-Fotos aller Zeiten. Aus einer Smartphone-Kamera. Das muss getestet werden. Wir schicken aber voraus, dass das Testing hier noch nicht abgeschlossen ist, denn der Pro-Modus der Kamera lässt viel zu. Bisher haben wir lediglich den Automodus in der Dunkelheit ausprobiert.

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Ein Zürcher Wald im Dunkeln

Die Resultate sind durchmischt. Für einen Schnappschuss auf Instagram oder so reicht die Qualität mehr als nur aus. Die grosse Revolution, also der Spiegelreflex- und Systemkamerakiller, lässt aber nach wie vor auf sich warten, auch wenn Samsungs Marketingbotschaft mit «The Camera. Reimagined.» arg in diese Richtung steuert. Auf dem Screen des Phones sehen die Bilder ziemlich gut aus, doch sobald du auf 100 Prozent Zoom stellst, wirst du sehen, wie das funktioniert.

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Ein Bildausschnitt

Beim Dach des Hauses siehst du dieses Ausgefranste. Das ist nicht zwingend die Linse, die es nicht besser kann, sondern der Sensor oder die Software, die dahinter rechnet. Denn jedes Bild wird von den dedizierten DRAM im Kamera-System analysiert und aufgewertet, wenn du im Automodus Bilder schiesst.

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Die Bäume am Hügel hat es noch härter erwischt

Es scheint so, dass die Kamerasoftware das Bildrauschen, dass viele Phones im Dunkeln haben, mit einem intelligenten Weichzeichnungsfilter überarbeitet. Was zu diesen ausgefransten Rändern und unsauberen Linien führt. Trotzdem bringt die Kamera das Rauschen nicht ganz aus dem Bild raus. Der Himmel hat immer noch hartes Rauschen drin.

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Ein Stück Himmel

So weit, so gut. Wo wir beide Tester aber stutzig werden: Die Kamera muss mehr können. Der F-Stop von f/1.5 lässt darauf schliessen, dass das Bild oben nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann. Gut, nur der F-Stop alleine ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss in Punkto Low Light Performance, aber ein Indikator dafür, dass da mehr sein müsste. Vor allem auch darum, weil der Pro-Modus der Kamera wirklich viel einstellen lässt.

Der Pro-Modus der Träume

Der Pro-Modus der Kamera ist des Kamera-Tüftlers liebster Freund. Kaum eine Smartphone-Kamera hat eine dermassen grosse Einstellungsvielfalt. Da können sich viele Hersteller einiges von abschneiden. Ein kleiner Exkurs: Du kannst du die Farbtemperatur manuell in Kelvin (K) einstellen. Smartphone-Kameras nehmen gerne Bilder auf, auf denen die Farbtemperatur etwas zu warm ist. Wohl unter anderem darum, weil Menschen so nicht leichenblass wirken, was bei grossen Kameras oft eine akute Gefahr ist. Doch wenn du etwas ambitionierter fotografieren willst, dann ist die Temperatur eines Bildes wichtig.

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Redaktionsmaskottchen Horny in Standardaufnahme

Farbtemperaturen über 5000 K gelten als warm. Die Kelvin-Werte und deren Einstellungen hängen von der Lichtquelle ab. Hätte ich jetzt Horny mit einer Kerze ausgeleuchtet, dann wäre er bei 2300 Kelvin orange gewesen. Die Farbtemperatur-Einstellung dient also nicht dazu, einen Farbwert zu schaffen, sondern ihn zu korrigieren. Sobald das Licht ändert, sagen wir von Studiolicht zu Tageslicht, können die Fotos bei gleicher Farbtemperatur ganz andere Töne annehmen.

Wenn du also von Werk aus eine Leichenblässe vermeiden willst, dann ist die Standardeinstellung eher mit niedrigen Kelvin-Werten gesetzt.

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Horny mit einem etwas flacheren, kühleren Farbprofil
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Horny mit 10000 K
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Horny mit 2300 K

Im Pro-Modus des S9 kannst du bis auf 2300 K runtergehen, was das Bild bei Tageslicht extrem blau wirken lässt. Wenn du bis 10000 K hochgehst, dann ist das Bild orange. Auf dem Display des S9 aber zeigt es dir bei niedrigen Temperaturen einen orangen Stich auf der Auswahlleiste an, bei hohen Temperaturen wird die Leiste blau angezeigt. Also genau umgekehrt als das Bild erscheinen wird.

Apropos Leiste: Der Bereich, in dem das Phone das Kommando deines Fingers akzeptiert – die sogenannte Hitbox –, ist etwas eigen gesetzt. Wenn du die Kelvin-Leiste oder andere Leisten wie die der ISO-Werte und ähnliche mit deinem Finger nicht genau triffst, dann kann es gut sein, dass du aus dem Pro-Modus in einen anderen Modus wechselst. Das ist etwas frustrierend, kann aber softwareseitig von Samsung mit einem Update behoben werden.

Sprich, die Hitbox ist zu klein. Wenn du die Hitbox für den Kelvinregler – unten blau dargestellt – verpasst, landest du direkt in der Hitbox für den Kameramodus – unten rot. Da du auf der Kelvin-Hitbox eine Wischbewegung vornehmen musst, um den Wert anzupassen, wischst du auf die Seite, wenn du die Hitbox verpasst.

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Die Hitbox wie sie heute ungefähr steht

Durch ein Software Update kann die Hitbox neu ausgerichtet werden. Die Kelvin-Hitbox kann vergrössert werden, die Modus-Hitbox kann verkleinert werden.

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Die Hitbox wie sie besser funktionieren würde

Lange Rede, kurzer Sinn: Wir testen die Kamera noch ausführlicher, versuchen Low Light besser hinzukriegen und geben dir dann unsere Einstellungen weiter. Das ist daher auch recht nett, weil du bis zu zwei Presets direkt in der Kamera speichern kannst.

Und eine kleine Randbemerkung noch, apropos Kamera: Wenn du den künstlichen Bokeh-Effekt willst, dann musst du dir ein S9+ zulegen. Der Effekt bedarf eine zweite Kamera, die das kleine S9 nicht hat. Die Kamera-Software auf dem S9 bietet dir auch keine Möglichkeit, den Effekt virtuell hinzukriegen.

Das Bild auf dem Bildschirm

Am Formfaktor selbst hat Samsung im Gegensatz zum S8 nicht viel verändert. So zumindest auf den ersten Blick. Sobald du das S9 aber in die Hand nimmst, bemerkst du die definierten Kanten an den Seiten des Phones. Wenn sie sich etwas gummig anfühlen, dann ist wahrscheinlich noch die Schutzfolie drauf, denn die Neunerserie hat abziehbare Schutzfolien nicht nur vorne und hinten, sondern auch auf den Seiten. Auch ohne Schutzfolie aber haben die Smartphones mit unter 200 Gramm Gewicht eine gut spürbare und angenehmen Kante. Das macht das Phone nicht nur griffiger, sondern gibt ihm auch etwas Charakter. Kein anderes Phone fühlt sich so an wie das S9. Nett.

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Das Infinity Display, also das seitlich randlose Display ist etwas grösser geworden, genau wie das Phone selbst. Mit der Grösse aber wird ein Trend klar: Die einhändige Bedienung von Phones wird je länger je weniger zur Priorität der Hersteller. Klar, ich kann mit meinen Tatzen auf dem S9+ gerade mal so mit dem Daumen ans andere Ende des Displays kommen. Stephanie mit ihren filigranen Fingerchen hat da aber keine Chance. Aber das Phone ist nicht proportional zum Screen gewachsen, sprich die Ränder oben und unten am Phone sind noch etwas kleiner geworden.

Die wohl grösste Änderung hardwareseitig ist die Position des Fingerabdruckscanners. Dieser lag beim S8 neben der Kamera. Das hatte zur Folge, dass du immer die Kamera verschmiert hast, bis du zum Sensor gekommen bist. Dann kam beim nächsten Foto die nervige Meldung von wegen «Linse dreckig». Ach was. Sicher? Warum echt? Neu liegt der Fingerabdrucksensor unter dem Kamerasystem. Dort, wo er sein sollte. Es kann zwar immer noch vorkommen, dass du versehentlich auf die Kamera pfotest, aber die Warnung kommt nicht mehr. Danke, Samsung.

*True Black** – Stromsparen auf kleiner Flamme
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Aber der Bildschirm. Was habe ich das Infinity Display mit Amoled-Technologie vermisst. Echt. Ich hätte nicht gedacht, dass das so einen Unterschied macht. Im Gegensatz zum S8 ist das Bild noch etwas schärfer, noch etwas definierter geworden.

Die grosse Schwäche des Phones

Das alles klingt bisher wunderbar und schön und super. Aber da gibt es einen Haken: Der Akku. Das S9 hat eine Akkukapazität von 3000 mAh, das grössere S9+ 3500 mAh. Samsung verspricht zwar, dass diese fast schon lächerlich tiefen Akkuzahlen ausreichen, um easy durch einen Arbeitstag zu kommen, das können wir nicht bestätigen.

Nach einem Tag der durchschnittlich intensiven Nutzung – Musik und News am Morgen, WhatsApp und Telefonie zwischendrin und soziales Allerlei am Abend – hat das S9+ vielleicht noch etwa 10 Prozent Akku übrig. Wenn der Abend spät wird, dann läufst du akute Gefahr, dass dir der Akku ausgeht. Eine Anekdote: Wenn ich morgens aufstehe, während dem Duschen meine Newssendungen höre und 30 Minuten nach dem Aufstehen das Haus verlasse, dann habe ich gut und gerne zwischen fünf und sieben Prozent Akku durchgebrannt.

Noch schlimmer trifft es das S9. Der kleine Akku hält bei normaler und nicht exzessiver Nutzung keinen Tag durch. Stephanie ist die Batterie in der Testphase mehrfach ausgegangen und das Phone hat sich in einen tausendfränkigen Briefbeschwerer verwandelt.

Das kann daran liegen, dass die aktuelle Generation des Phones auf den neuen Exynos-Chips läuft. Das Exynos 9810 System-on-a-Chip verspricht zwar, besonders energieeffizient zu sein, was zwar stimmen mag, aber dann frisst die Software zu viel Batterie. Oder der Akku ist einfach zu klein. Es ist davon auszugehen, dass im späteren Verlauf des Jahres Galaxies mit dem neuen Snapdragon 845 auf den Markt kommen werden. Ob diese energieeffizienter sein werden, werden wir dann sehen.

Alternativ kann mit Software-Optimierung hier viel gerissen werden. Samsung ist notorisch dafür, dass sie die Android-Version auf ihren Geräten stark modifizieren. Böse Zungen behaupten, dass das daher rührt, dass Samsung Google nicht mag. Sollte das Akkuproblem aus der Software-Ecke kommen, dann wäre weniger Modifikation hier definitiv mehr gewesen. Nett aber ist die Sidebar Samsungs, die nach kurzer Konfiguration die meistgenutzten Kontakte mit einem Tippen erreichbar macht.

Bis dahin: Powerbank mit dabei haben oder das Handy im Büro einstecken. Sollte zwar nicht so sein müssen, aber das ist die Realität des S9 zum aktuellen Zeitpunkt.

Vielleicht etwas zu intelligent

Out of the box funktioniert die S9-Serie gut. Aber vielleicht etwas zu gut. Denn offensichtlich wird das System von Werk aus angewiesen, sich stets selbst zu optimieren, in jeder Sekunde beste Leistung zu bringen und Tweaks da und dort vorzunehmen, während du mit dem Phone arbeitest. Am offensichtlichsten ist das beim Sound, sei es über die Stereospeaker oben und unten am Phone oder über Kopfhörer.

*Dolby Atmos** und warum es die nächste Kino-Revolution ist
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Du willst Dolby Atmos. Der Sound ist einfach um ein Vielfaches satter, selbst wenn die Audiodaten, die du abspielst keine Atmos-Effekte hinterlegt haben. Denn die S9-Serie kann diese simulieren, pusht Bässe, Höhen und schraubt diese auch runter. Standardmässig machen die S9 das on the fly. Das heisst, während du Musik hörst, rechnet das Phone immer mit.

Technologisch ist der Effekt beeindruckend, in der Praxis aber komplett nutzlos.

Was passiert also? Du hörst ein Lied an und mitten im Lied nimmt das Atmos-System den Bass zurück und optimiert den Klang für Stimme während eine Sängerin ihr Solo raushaut. Dann kommen die Instrumente wieder und das System pusht die Bässe wieder etwas, nimmt die Optimierung für Stimme wieder raus und optimiert nach dem Preset Musik.

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Du musst die Dolby Atmos Settings anpassen, sonst tönt deine Musik seltsam

Der Musikgenuss bleibt dabei auf der Strecke. Daher der Rat: Geh in den Einstellungen ins Dolby Atmos Menu und stell dort auf ein Preset, das dir passt. Bei mir ist das «Musik», da ich mein S9+ am ehesten zum Musikhören verwende.

Bei den Videoeinstellungen gibt es unter Settings → Search → Video Enhancer zusätzlich die Möglichkeit, das Phone anzuweisen, auf App-Basis das Bild für Video zu optimieren.

Apropos Bild: Du musst die Bildschirmauflösung unter Settings → Display → Screen Resolution noch aufs Maximum schrauben. Denn nur weil der Screen hoch auflösen kann, heisst das nicht, dass er das auch tut.

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Wenn du die volle Auflösung willst, dann musst du die manuell einstellen

Ein Wort zur Sicherheit

Die Gesprächsqualität über WiFi-Calling ist massiv verbessert worden. Seit einiger Zeit kann das Telefonie-Signal von Smartphones über WiFi an den Empfänger geleitet werden. Das kann in Gegenden mit schlechter Netzabdeckung aber mit einem offenen WiFi Router von grossem Vorteil sein, denn dann kannst du auch in einem Bunker telefonieren. In den USA, wo der Mobilfunkmarkt noch stärker limitiert ist in Punkto Gesprächsminuten und Datenvolumen, kann dir das bares Geld sparen. In der Schweiz aber sind die meisten Abos flatrate und es ist die Up- und Download-Geschwindigkeit, die den Preis bestimmt.

Aber Achtung: Dieses System ist mit Vorsicht zu geniessen, denn nur weil ein offener Router rumsteht, heisst das nicht, dass du ihm trauen kannst oder sollst. Generell, wenn du in der Öffentlichkeit mit WiFi-Calling telefonierst, tausche keine vertraulichen Daten aus. Denn ein Rogue Access Point ist einfach aufzusetzen.

An die Sicherheit hat Samsung auch gedacht und empfiehlt von Werk aus, das Phone mit «Intelligent Scan» zu entsperren. Das System scheint eine Mischung aus Iris-Scan und Face Unlock zu sein.

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Wenn du dein Phone entsperrst, dann geht der Infrarotscanner oben am Phone an, ein Symbol blinkt auf dem Bildschirm auf, das entweder ein Auge anzeigt oder die Silhouette eines Kopfes. Zuerst kommt das Auge, das wohl nach deiner Iris sucht. Ob du nur ein Auge oder beide einscannen willst, bleibt dir überlassen. Funktioniert das, dann wird das Phone entsperrt. Sollten die Lichtverhältnisse oder eine Sonnenbrille das auslesen deiner Iris nicht zulassen, dann folgt der Fallback auf Face Unlock.

Wie genau das sicherer sein soll als das normale Face Unlock des S8, ist mir nicht ganz klar. Es scheint in erster Linie so, als ob Samsung mit dem Face-Unlock-System Apples mithalten will, das wirklich rund läuft. Dafür aber kann ich Stephanie ihr S9 ins Gesicht halten, wenn sie die Augen geschlossen hat und dann entsperrt das Phone. Das System hat weitere Tücken:

  • In einem dunklen Schlafzimmer funktioniert es nicht. Es braucht nicht viel Licht, aber wenn du ein Schlafzimmer ohne LEDs oder Nachtlichter hast, dann kannst du Face Unlock, wie beim Vorgänger schon, vergessen
  • Das System hat kein Problem mit Brillen
  • Sonnenbrillen sind so «kommt drauf an»
  • Samsung Pay funktioniert nicht mit dem Intelligent Scan. Das wirft den Verdachtsmoment auf, dass Samsung ihrem eigenen Sicherheitssystem noch nicht ganz über den Weg traut

Das Fazit: Keine Revolution aber verdammt gut

Vom ersten Moment an ist klar, dass das Samsung Galaxy S9 keine Revolution auf dem Smartphone-Markt sein wird. Es ist ein solides Upgrade dem Vorgänger gegenüber. Besserer Sound, besseres Bild und bessere Kamera.

Das S9+ hingegen ist im Kontext des Samsung-Line-Ups eine kleine Revolution. Wir kennen die Dual Cam zwar schon vom Note 8 her, aber mit dem Galaxy S9+ ist das System verbessert worden und liefert schönere Bilder als das Note8.

Generell machen beide Phones alles, was sie tun, sehr gut. Also nicht nur gut. Die Systeme laufen rund, schnell und werden selten bis nie langsam. Sogar im Akkufressen sind die Phones so richtig gut.

Die Frage nun, ob sich das Upgrade vom S8 zum S9 lohnt, kann Stephanie wohl am besten beantworten, da sie ebendieses Upgrade für den S9-Test gemacht hat. «Das Upgrade ist nicht zwingend. Du kriegst einen schöneren Screen, besseren Sound, eine bessere Kamera und dafür etwas Stress gegen Abend, wenn der Akku ausgeht.»

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Dominik Bärlocher
Dominik Bärlocher
Senior Editor, Zürich
Journalist. Autor. Hacker. Ich bin Geschichtenerzähler und suche Grenzen, Geheimnisse und Tabus. Ich dokumentiere die Welt, schwarz auf weiss. Nicht, weil ich kann, sondern weil ich nicht anders kann.

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