noblechairs Hero im Test

noblechairs Hero im Test

Martin Jud
Zürich, am 16.06.2020
Dieser Stuhl ist beinahe wie jeder Gaming Chair. Doch im Detail kann er etwas mehr. Er hat eine integrierte Lendenwirbelstütze.

Dieser noblechairs-Stuhl, der «Hero» heisst, präsentiert sich selbst als Helden unter den Stühlen. Oder ist er seiner Namensgebung gemäss für Helden geschaffen? Egal, es ist ein Gaming Chair, der sich nicht wesentlich von anderen Schalensitzen unterscheidet.

Was macht ihn dann zum Helden?

Das Leder fühlt sich angenehmer beziehungsweise ledriger an als bei anderen mit Kunstleder bezogenen Chairs. Auch bietet er dem Rücken nicht nur mit einem Kissen Halt, sondern ebenso mit einer stufenlos einstellbaren Lendenwirbelstütze.

Abgesehen von der zusätzlichen Stütze ist es verdammt schwer, auf den ersten Blick Unterschiede zu anderen Chairs auszumachen. Doch sie sind da. Aber grundsätzlich ist das Sitzgefühl nicht anders als bei der Konkurrenz.

Persönlich mag ich die Schalenform sehr. Gemeinsam mit der hohen Rückenlehne fühlt es sich in diesen Stühlen irgendwie geborgen an – wie in einer gemütlichen Höhle. Auch darin zu liegen bringt Freude. Dennoch: Ein Gaming Chair mag bequem sein, allerdings nicht zwingend bequemer als ein ergonomisch durchdachter Stuhl, der nicht zur selben Gattung gehört. Der Rennsitz-Style sagt einem zu, oder nicht.

Spezifikationen:

  • Max. Belastbarkeit: 150 kg
  • Materialien: Kunstleder, Nylon, Polyurethan, Kaltschaum, Formgedächtnispolymer, Aluminium, Stahl
  • Dimensionen (Länge, Breite, Höhe, Gewicht): 55×57×137 cm, 28 kg
  • Sitzfläche (Breite, Tiefe): 52×50 cm
  • Rückenlehne (Breite, Höhe): 57×89 cm
  • Neigungswinkel Rückenlehne: 135°
  • Wippfunktion: Stufenlos einstellbar, kann arretiert werden
  • Minimale Sitzhöhe: 46 cm
  • Maximale Sitzhöhe: 56 cm
  • Grösse Armlehnenauflage: 26,5×9,5 cm
  • Armlehnen-Verstellbarkeit: 4D
  • Kissen: Nacken- und Lendenwirbel-Kissen
  • Besonderes: Stufenlos einstellbare Lendenwirbelstütze

Den Hero gibt es übrigens auch in weiteren Ausführungen. Das vorliegende Modell kommt mit schlichtem schwarzem Kunstleder daher, das an den Seiten des Sitzes durch ein Velour-artiges «Leder» ergänzt wird. Legst du deine Unterarme auf die Armlehne, ruhen deine Oberarme auf dem weicheren Material. Flauschig.

Materialcheck: Von Schwitzlöchern und Kreuzen aus Metall

Zusammengebaut ist der Gaming Chair in rund 10 Minuten. Was mir beim Anfassen und Betrachten als erstes auffällt, ist, dass das Fusskreuz aus Metall gefertigt wurde. Das hilft die Belastbarkeit zu erhöhen.

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Nobel wirkt das Kunstleder, auf welchem ich dank vielen kleinen Löchern an heissen Tagen weniger schwitze. Vielleicht bilde ich mir auch nur ein, dass diese Löcher was bringen. Doch Fakt ist, ich schwitze kaum. Auch sonst nicht. Gut, ich bin ein lausiger Schwitzsitztester, doch zurück zum Material.

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Auch die Nähte sehen einwandfrei aus. Doch wende ich den Blick auf die in vier Dimensionen verstellbaren Armlehnen oder die seitlichen Schraubenabdeckungen bei Sitz und Rückenlehne, ist auch bei noblechairs alles aus Plastik.

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Funktionaler und hoffentlich langlebiger schwarzer Plastik. Fühlt sich gut an. Schön harter Plastik. Mit Ausnahme der Armlehnen-Oberfläche. Die ist gummiert. Rein optisch dürften sich die Hersteller von Gaming Chairs da was einfallen lassen. Nicht, dass ich mir Armlehnen aus Mahagoni wünsche, doch nobel ist anders.

Ergonomie und so

Wie hart sitzt es sich auf dem Stuhl? Die Antwort: In etwa so hart oder weich, wie auf einem Corsair Gaming Chair. Nur dass das Leder viel weicher ist. Leider geht aber das Liegen im Gegensatz zu anderen Chairs nur bis 130 Grad. Weiter lässt sich die Rückenlehne nicht zurückstellen. Beinahe waagrecht ein Nickerchen hinlegen geht nur im Zusammenspiel mit der Wippfunktion. Die lässt sich mittels Drehknauf unter dem Stuhl in der Härte einstellen. Ausserdem kann sie mittels Hebel links am Stuhl arretiert werden.

Für Nacken und Rücken liegen Kissen bei. Das Nackenkissen wird mit einem Gummiband befestigt. Das Rückenkissen, welches bei anderen in der Höhe verstellbar ist, kommt hier ohne Anbringung daher. Dafür hat dieser Stuhl eine stufenlos einstellbare sowie in der Rückenlehne integrierte Lendenwirbelstütze.

Drehknauf für Lendenwirbelstütze
Drehknauf für Lendenwirbelstütze

Die Härte der Lendenwirbelstütze lässt sich per Drehknauf verstellen. Das funktioniert soweit gut. Bestimmt bringt sie auch was. Allerdings kann ich das nicht nachprüfen, denn ich sitze am bequemsten ohne Kissen oder zusätzliche Stütze im Gaming Chair.

Praktisch sind die erwähnten Armlehnen, da sie sich in vier Richtungen verstellen lassen. Du kannst den seitlichen Abstand der Lehnen zum Stuhl verstellen. Ausserdem sind sie schwenkbar, können in der Höhe verstellt sowie vor und zurück bewegt werden.

Alles in allem sitze, liege und chille ich sehr bequem in diesem Stuhl. Die 50 cm Tiefe der Sitzfläche passt zu meiner Grösse von 181 cm und trägt zur perfekten Positionierung der Rückenlehne bei.

Fazit: Es ist ein Gaming Chair, ein guter Stuhl

Ob ein Gaming Chair zu dir passt, kannst du dir nur selber beantworten. Doch falls du gerne heroisch im Schalensitz zockst, und die hier gegebenen Dimensionen zu deinem Körper passen, ist ein Kauf des Helden-Throns nicht verkehrt.

Die Verarbeitung wie auch das verwendete Kunstleder stechen beim noblechairs Hero hervor. Dazu ist auch das Fusskreuz aus Metall, was für Langlebigkeit sorgen kann. Obendrauf gibt es nicht nur zwei Kissen, sondern auch die stufenlos einstellbare Lendenwirbelstütze. Wirkliche Negativpunkte kann ich nicht finden. Ich denke, dass sich der vergleichsweise höher angesetzte Preis rechtfertigt.

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Martin Jud
Martin Jud
Editor, Zürich
Der tägliche Kuss der Muse lässt meine Kreativität spriessen. Werde ich mal nicht geküsst, so versuche ich mich mittels Träumen neu zu inspirieren. Denn wer träumt, verschläft nie sein Leben.

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