Neue Shargeek-Powerbank mit schönem Design und viel Leistung
Produkttest

Neue Shargeek-Powerbank mit schönem Design und viel Leistung

Lorenz Keller
28.3.2024

Verarbeitungsqualität, Power, aussergewöhnliches Design: Bei der Shargeek 170 holt Hersteller Sharge das Maximum heraus. So wird auch eine langweilige Powerbank aufregend. Das hat aber seinen Preis.

Ein schwerer, schwarzer Klotz mit ein paar Anschlüssen. So sieht eine Powerbank normalerweise aus. Der Akku, um Smartphones oder Laptops zu laden, ist ein rein funktionaler Gegenstand. Nicht so bei Hersteller Sharge. Hier wird die Batterie zum Design-Gadget.

Bereits der Vorgänger des Shargeek 170 hat im Test überzeugt – und ist auch bei der Community sehr beliebt. Was macht der ähnlich teure Nachfolger nun besser oder anders?

Übrigens, falls es bei dir ein Namensdurcheinander gibt: Die Firma hat sich inzwischen umbenannt. Vor einem Jahr hiess sie noch Shargeek – also gleich wie die Produkte. Neu heisst das Unternehmen Sharge, die Powerbanks weiterhin Shargeek. Das Modell im Test ist also in aller Ausführlichkeit das Sharge Shargeek 170.

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Was bringt das dreieckige Gehäuse?

Eine Powerbank in dieser Form habe ich vorher noch nie gesehen. Die Shargeek 170 ist ein Prisma mit drei Ecken. Das kenne ich sonst lediglich von Bluetooth-Lautsprechern. Doch hat der Hersteller die Form nur gewählt, um sich optisch von der Konkurrenz abzuheben?

Der Screen des neuen Modells (links) ist deutlich besser ablesbar als jener des Vorgängers.
Der Screen des neuen Modells (links) ist deutlich besser ablesbar als jener des Vorgängers.
Quelle: Lorenz Keller

Das wäre grundsätzlich nicht nötig: Mit dem Screen und dem durchsichtigen Gehäuse sind die Modelle von Sharge sowieso schon auffällig. Wie beim Vorgänger, dem Shargeek 100, ist der Blick frei auf die Hauptplatine und die sechs runden Akkupacks. Dazu kommt ein grosser, heller und gut ablesbarer Screen.

Das durchsichtige Gehäuse gibt den Blick frei auf die Platine.
Das durchsichtige Gehäuse gibt den Blick frei auf die Platine.
Quelle: Lorenz Keller

Was du auch wissen musst: Ich bin mehrere Male mit dem Vorgänger und einmal mit dem neuen Shargeek 170 geflogen. Praktisch immer wollten die Beamten an der Sicherheitskontrolle die Powerbank genauer anschauen oder haben gefragt, was das sei. Es war dann nie ein Problem – aber du fällst mit so einem Akkupack auf. Das Prisma unterscheidet das neue Modell vom alten. Was ebenfalls ein Vorteil ist: Ich kann das Powerdreieck so hinstellen, dass ich den Screen immer gut sehe und ablesen kann – zumindest wenn ich sitze und nicht stehe.

Die Form hat aber auch Nachteile: So ist das neue Modell noch etwas grösser und wuchtiger als der weiterhin erhältliche Vorgänger. Und mit 680 Gramm fast 100 Gramm schwerer als der Shargeek 100. Das ist insofern erstaunlich, als dass die neue Powerbank etwas weniger Kapazität hat als ihre Vorgängerin.

Die Shargeek 170 hat zwar weniger Kapazität, ist dafür grösser als die Shargeek 100.
Die Shargeek 170 hat zwar weniger Kapazität, ist dafür grösser als die Shargeek 100.
Quelle: Lorenz Keller

Grosser Screen und wasserfestes Gehäuse

Das Design des Shargeek 170 gefällt mir ausgezeichnet. Es wirkt etwas moderner und aufgeräumter als beim Vorgänger. Der Screen ist viel besser ablesbar. Weil er grösser ist und die Zahlen dank IPS-Displaytechnik auch aus ganz flachen Blickwinkeln noch sichtbar sind. Das Gehäuse ist insgesamt aber massiv und schwer, dem Hersteller ist die Optik offensichtlich wichtiger als die Effizienz.

Was mir sehr gut gefällt: Das neue Modell ist gemäss IP66-Standard staub- und wasserfest. Zwar sollte der Akku nicht für längere Zeit unter Wasser sein, aber ein Regenschauer oder ein ausgeleertes Glas Wasser machen ihm nichts. Fällt er ins Wasser und ziehst du ihn gleich wieder raus, könnte er das eventuell auch überleben.

Das durchsichtige Kunststoffgehäuse hat aber auch einen Nachteil, dessen du dir bewusst sein musst. Schmeisst du die Powerbank so wie ich in den Rucksack oder in die Tasche, dann sind Kratzer unvermeidlich. Und die siehst du auch ziemlich gut. Den Vorgänger habe ich nun rund ein Jahr im Einsatz, er hat schon Patina angesetzt. Mich stört das nicht. Ich finde, dass es zum Charakter des Gadgets passt. Aber das sehen sicher nicht alle so.

Die Shargeek 100 ist seit einem Jahr in Betrieb – das siehst du an den Kratzern auf dem Gehäuse.
Die Shargeek 100 ist seit einem Jahr in Betrieb – das siehst du an den Kratzern auf dem Gehäuse.
Quelle: Lorenz Keller

Weniger Kapazität – aber mehr Leistung

Beim Vorgänger hat Shargeek acht Samsung 32E-18650 Batterien eingebaut, nun sind es sechs Lishen 21700LA. In Europa wird der Wechsel vom bei uns gut bekannten koreanischen Hersteller zum staatlichen Konzern in China keine Begeisterung auslösen. Lishen gehört aber zu den Top-10-Akkuherstellern auf der Welt und dürfte gute Qualität liefern. Beurteilen kann ich das nach ein paar Wochen nicht.

Die Powerbank hat eine Kapazität von 24 000 mAh oder 86.4 Wh. Damit liegt sie unter der Grenze der meisten Airlines. Du kannst den Shargeek 170 also im Handgepäck ins Flugzeug nehmen. Die technischen Angaben sind mit dem Zusatz «Airline safe» auch gross und deutlich an der Seite aufgedruckt.

Der Vorgänger liefert 25 600mAh oder 93.5Wh, also etwas mehr. Im Alltag macht das nicht wahnsinnig viel aus, aber bei einem grösseren und schwereren Gerät ist das etwas enttäuschend.

Die Kapazität von Powerbanks wird meist mit Milliamperestunden (mAh) beworben – zudem findest du oft auch noch eine Angabe zur Energie in Wattstunden (Wh). Wichtig: Zwei Akkus mit 10000 mAh können unterschiedliche Wattstunden leisten. 10000 mAh bedeutet nämlich nur, dass diese Powerbank eine Stunde lang Strom von 10000 Milliampere (mA) liefert – oder zehn Stunden 1000 mA. Ist die Spannung (in Volt) dabei unterschiedlich, hat das Einfluss auf die abgegebene Energie (in Wattstunden).

In viel wichtigeren Bereichen hat Sharge allerdings vorwärts gemacht: Die Leistung ist von maximal 100 Watt auf 170 Watt gestiegen. Das hilft dir vor allem, wenn du mehrere Geräte gleichzeitig laden willst.

Über die drei Anschlüsse kannst du maximal mit 170 Watt laden.
Über die drei Anschlüsse kannst du maximal mit 170 Watt laden.
Quelle: Lorenz Keller

Vereinheitlicht und verbessert hat der Hersteller auch die drei Anschlüsse. Die zwei USB-C-Buchsen sind nun gleichwertig. Beide geben maximal 140 Watt an. Und du kannst auch über beide USB-C-Buchsen mit maximal 140 Watt die Powerbank laden. Ich muss also nicht überlegen, wo ich einstecke. Beim Vorgänger war nur ein USB-C-Anschluss richtig schnell – und auch nur über diesen kann die Powerbank geladen werden. Was aber beim neuen Modell im Gegensatz zu einigen Konkurrenten nicht funktioniert, ist das Laden der Powerbank über beide Anschlüsse gleichzeitig. Ich kann also nicht zwei langsame USB-C-Charger nutzen, um gemeinsam schneller zu laden.

Der USB-A-Anschluss schafft neu maximal 30 Watt statt 18 Watt. Verzichten musst du aber auf den regelbaren DC-Anschluss. Beim Shargeek 100 kannst du damit mit Gleichstrom Geräte laden und betreiben, die keinen USB-Anschluss haben. Ich vermisse ihn nicht, aber er ist im Powerbank-Bereich einzigartig.

Schnelles Laden in alle Richtungen – im Alltag einfach toll

Ich wage also den Härtetest. Über USB-C hänge ich zwei MacBook Pros an die Shargeek 170 und dazu über USB-A noch mein Android-Phone. So erreiche ich eine kombinierte Ladeleistung von 120 bis 130 Watt. Schon cool, wie sich einfach und schnell viele Gadgets aufs Mal laden lassen.

Zwei MacBooks und ein Smartphone werden gleichzeitig geladen.
Zwei MacBooks und ein Smartphone werden gleichzeitig geladen.
Quelle: Lorenz Keller

Auf dem Screen sehe ich, wie lange der Ladeprozess dauern soll. Das ist allerdings nicht präzise, weil die meisten Gadgets das Laden aktiv steuern – und etwa für die letzten 20 Prozent deutlich verlangsamen.

Umgekehrt funktioniert die Anzeige besser: Wenn ich die Powerbank lade, dann wird ebenfalls gezeigt, wie lange das dauert. Ich habe einen vollständigen Ladeprozess mit einem 100-Watt-Charger durchgeführt. Laut Shargeek sollte es von 0 auf 100 Prozent 58 Minuten dauern, es waren dann effektiv etwas über 59 Minuten.

Ich erreichte dabei jeweils Werte von 90 bis 95 Watt. Theoretisch wären bis 140 Watt möglich, aber ein solch leistungsfähiges Ladegerät besitze ich gar nicht.

Die Zeitangabe für das Laden der Powerbank stimmt ziemlich genau.
Die Zeitangabe für das Laden der Powerbank stimmt ziemlich genau.
Quelle: Lorenz Keller

Beim Preis schwächelt die Shargeek

Die Sharge Shargeek 170 kostet momentan rund 190 Franken. Sie muss sich gegen die interne Konkurrenz des immer noch lieferbaren Vorgängers behaupten: Die Shargeek 100, die früher Shargeek Storm 2 hiess, wird zu ähnlichen Preisen angeboten, manchmal ist sie auch 20 Franken günstiger.

Sind Design, Display und Tempo weniger wichtig, dann ist die Konkurrenz noch härter, wie du im grossen Vergleich der beliebtesten Modelle siehst. Du kriegst bereits für 80 bis 100 Franken Powerbanks mit gleich viel Kapazität, die ebenfalls ziemlich schnell laden.

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Fazit

Schick, einfach, aber nicht in allen Bereichen besser

Die Sharge Shargeek 170 überzeugt als Powerstation für mobile Geräte. Gerade wer wie ich auch mal ein MacBook oder Laptop und weitere Gadgets parallel laden will, wird sich über die Leistung freuen. Mir gefallen auch das Design und die Anmutung. Das Gadget ist aussergewöhnlich und hebt sich von der Masse ab.

Schade muss ich auch Abstriche machen. Ich bekomme weniger Kapazität als beim Vorgänger – und das bei grösserem und schwererem Gehäuse. Dafür ist es wasserfest, was beim Einsatz unterwegs sehr praktisch ist.

Mir gefällt auch, dass der Screen viel besser ablesbar ist – und die Funktionalität vereinfacht wurde. Beim Vorgänger kannst du viel einstellen, was ich nie genutzt habe. Etwa das Temperaturmanagement oder die Ausgangsspannung. Die Sharge Shargeek 170 stecke ich einfach an und lasse sie meine Gadgets laden.

Ich bin mir aber auch bewusst, dass der Vorgänger genau wegen dieser Details viele Fans hat. Du siehst auf dem Display viel mehr Infos wie die Temperatur von Mainboard und Akkus oder jeweils die Aufschlüsselung in Spannung (Volt) und Stromstärke (Ampere).

Beim Shargeek 170 ist alles viel einfacher – für manche Nutzerinnen und Nutzer vielleicht auch zu einfach.

Pro

  • Schnelles Ladetempo für mehrere Gadgets
  • Grosser, schöner Screen
  • Wasserfestes Gehäuse
  • Schickes Design

Contra

  • Hoher Preis
  • Gross und schwer
  • Auffällige Form bietet kaum Vorteile
Sharge Shargeek 170 (24000 mAh, 170 W, 86.40 Wh)
178.– CHF 7.42 CHF/1000mAh

Sharge Shargeek 170

24000 mAh, 170 W, 86.40 Wh

Sharge Shargeek 170 (24000 mAh, 170 W, 86.40 Wh)
Powerbank
178.– CHF 7.42 CHF/1000mAh

Sharge Shargeek 170

24000 mAh, 170 W, 86.40 Wh

Titelbild: Lorenz Keller

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