Mit 40 Watt gegen Staub: AirGo V8 im Test

Mit 40 Watt gegen Staub: AirGo V8 im Test

Kevin Hofer
Zürich, am 17.09.2021
Gegen Staub ist kein Kraut gewachsen. Der nistet sich überall ein – auch in deiner Hardware. Mit dem AirGo V8 hältst du deine treuen Gefährten staubfrei – und das ohne Kabel.

Früher habe ich meine PCs mit dem Druckluft-Kompressor gereinigt. Bei 1500 Watt Leistung musste ich Acht geben, dass es mir den PC nicht davon wehte. Heute bin ich bescheidener und nutze einen CompuCleaner Xpert von IT Dusters. Der liefert immerhin noch 550 Watt Leistung. Aber es geht noch kleiner. Der AirGo V8 – ebenfalls von IT Dusters – liefert gerade mal 40 Watt und läuft mit Akku. Ob das ausreicht, um meine PC-Hardware staubfrei zu kriegen?

Erster Eindruck und Lieferumfang

Ich probiere den AirGo gleich aus und blase PC, Tastatur und Maus aus. Zunächst stülpe ich jedoch noch das mitgelieferte Blasrohr auf. So kommt die Luft konzentrierter aus dem Staubgebläse. Für so ein kleines Gerät hat es ordentlich Dampf. Wenn ich aus etwa einem Zentimeter Distanz meine Tastatur ausblase, bewegen sich sogar die Keycaps etwas. Der Staub ist raus.

Die Tastenkappe bewegt sich wegen dem Druck sogar leicht.
Die Tastenkappe bewegt sich wegen dem Druck sogar leicht.

Auch den Radiator meines PCs kriege ich staubfrei. Damit ich beim Ausblasen den Staub gut sehe, hat das Teil eine LED-Leuchte vorne unter der Düse platziert. Das ist vor allem beim schwarzen Radiator im dunklen PC hilfreich.

Die LED-Leuchte vorne hilft dabei auch das letzte Staubkorn zu entdecken.
Die LED-Leuchte vorne hilft dabei auch das letzte Staubkorn zu entdecken.

Eingeschaltet wird das Teil über einen Kippschalter vorne. Wenn ich ihn loslasse, schaltet sich das Staubgebläse automatisch ab. Drücke ich den Schalter jedoch zweimal schnell nacheinander, bläst er dauerhaft, bis ich ihn erneut betätige.

Die Luft tritt gemäss Hersteller mit 27 m/s aus dem Gerät. Ein 6000 mAh starker Akku sorgt dafür, dass ihm erst nach etwa 40 Minuten die Luft ausgeht. Ein Stoffbeutel zur Aufbewahrung und ein USB-Kabel zum Laden runden das Paket ab. Hier muss ich meine erste Kritik anbringen: Geräteseitig wird der AirGo per Micro-USB geladen. Das ist im Jahr 2021 ein No-Go und ich hätte mir USB-C gewünscht.

Im Lieferumfang fehlt ein Pinsel, um hartnäckigen Staub zu lösen.
Im Lieferumfang fehlt ein Pinsel, um hartnäckigen Staub zu lösen.

Test aufs Exempel

Der erste Eindruck ist gut. Ich will dennoch wissen, wie sich der AirGo V8 gegen meinen CompuCleaner Expert macht. Der ist auf dem Blatt einiges leistungsstärker. Aber wie vergleiche ich das? Staubkörner zählen kann und mag ich nicht. Meine Geräte sind auch bereits staubfrei.

Die zündende Idee: Ich klaue leihe meinem Sohn seine Kapla-Bauklotz-Imitationen aus dem schwedischen Einrichtungshaus aus. Die stelle ich in Abständen von 15 Zentimetern voneinander auf und richte dann die Staubgebläse darauf. Deren Düsen haben einen Abstand von 30 Zentimeter auf den ersten Klotz. Nicht wissenschaftlich, aber der Leistungsunterschied zwischen den beiden Geräten lässt sich so einfach darstellen.

Der Sieger ist ganz klar der CompuCleaner Expert. Der verfügt übrigens über zwei Stufen, ich habe nur die schwächere der beiden verwendet. Auch auf dieser bläst er alle aufgestellten Bauklötze locker um. Der AirGo V8 schafft nur 16 der 25 Klötze. Immerhin hat er genug Power, ein Holz aus 270 Zentimetern Entfernung zum Umfallen zu bringen. Das ist definitiv mehr, als ich mit Pusten schaffen würde.

Entscheidender als die maximale Distanz, über welche die Staubgebläse wirken, ist jedoch die Stärke auf kurze Distanz. Deshalb schüttle ich mir einen zweiten Test aus dem Ärmel. Ich bilde mit zwei 240 Zentimeter langen Holzleisten eine Ping-Pong-Ball-Strasse. Diesen lege ich an den Anfang der Leisten, ans Ende stelle ich vier Holzklötze im Abstand von je 15 Zentimetern. Ich aktiviere die Staubgebläse und richte sie kurz auf den Ping-Pong-Ball und ziehe die Gebläse dann gleich wieder weg.

Wenn ich den Ping-Pong-Ball mit dem AirGo V8 anblase, rollt dieser gerade mal schnell genug, um den ersten Holzklotz umzuwerfen. Mit dem CompuCleaner Expert ist der Druck so gross, dass es den Ball in die Höhe spickt, er gar nicht rollt. Auch auf kurze Distanz ist der Leistungsunterschied enorm.

Dennoch: Wenn du deine Hardware regelmässig entstaubst, also einmal wöchentlich, reicht die Leistung des AirGo V8 vollkommen. Bei hartnäckigem Staub, der sich über Jahre in deine Hardware gefressen hat oder nur schwer erreichbar ist, dürfte er jedoch nicht reichen. In diesen Fällen ist aber meist auch der CompuCleaner Expert oder ein Kompressor ungenügend. Dann musst du den Staub erst mit einem Pinsel oder ähnlichem lösen, bevor du bläst. Woher ich das weiss? Bei meinem Röhrenradio-PC-Projekt – das ich mal beenden sollte – hatte ich es mit derart hartnäckigen Staub zu tun, dass ich ihn nur mit Isopropyl-Alkohol lösen konnte. Also auch der Pinsel war zu schwach.

Fazit: Geiles, kleines Teil

Mir gefällt der AirGo V8. Klar, er hat nicht so viel «Pfupf» wie der CompuCleaner Expert oder ein Kompressor. Für meine Anforderungen reicht er aber vollkommen aus. Mein Büro werde ich künftig mit dem Teil entstauben. Den CompuCleaner Expert kann jetzt mein älterer Sohn zum Laubblasen draussen verwenden, hat er sowieso schon immer gemacht.

Wieso Hersteller immer noch auf Micro-USB setzen, ist mir ein Rätsel.
Wieso Hersteller immer noch auf Micro-USB setzen, ist mir ein Rätsel.

Mit rund 80 Franken ist der AirGo V8 ziemlich teuer. Den Preis holst du aber schnell wieder raus. Eine Dose Druckluftreiniger kostet mindestens 5 Franken. Das reicht aber nur für wenige Applikationen, dann brauchst du wieder eine neue. Wenn du wöchentlich entstaubst, ergibt das im Jahr eine ordentliche Summe. Schade bei dem Preis finde ich dennoch, dass Hersteller IT Dusters keinen Pinsel beilegt, um hartnäckigen Staub vor dem Pusten zu lösen. Ein solcher wäre wirklich nicht teuer gewesen. Ebenso schade ist der Micro-USB-Anschluss. USB-C sollte im Jahr 2021 selbstverständlich sein. Dennoch kann ich das Teil allen empfehlen, die ihre Hardware gerne regelmässig entstauben.

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Kevin Hofer
Kevin Hofer

Editor, Zürich

Technologie und Gesellschaft faszinieren mich. Die beiden zu kombinieren und aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten, ist meine Leidenschaft.

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