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Malen, Tarnen, Bangen: «Meccha Chameleon» wird zum Steam-Hit

Debora Pape
16.6.2026

Ein virtueller Pinsel, 24 Spieler und jede Menge Dreistigkeit: Das simple Indie-Game «Meccha Chameleon» entwickelt sich innerhalb weniger Tage zum Hit auf Steam.

Was kommt heraus, wenn du das Malprogramm Paint mit «Versteck dich»-Spielen kombinierst? Vermutlich das am 10. Juni erschienene Game «Meccha Chameleon». Auf den ersten Blick erfüllt es alle Kriterien, eines der vielen Trash-Games zu sein, die täglich auf Steam erscheinen: ein unverständlicher Name, ein einzelner Entwickler, der auf seinem X-Account zudem nur auf Japanisch postet, kurze Entwicklungszeit. Einen Publisher gibt es auch nicht.

Doch das Game wurde von Livestreamern entdeckt und entwickelte sich innerhalb weniger Tage zu einem echten Volltreffer. Das Spielprinzip ist einfach: Du versuchst, dich möglichst lange vor deinen Mitspielern und Mitspielerinnen zu verstecken. Doch anstatt dich in Schränken oder unter Tischen zu verkriechen, nutzt du Malwerkzeuge, um deinen Körper anzumalen und so wie ein Chamäleon mit deiner Umgebung zu verschmelzen.

Nach der Veröffentlichung häufen sich die Erfolgsmeldungen: Am 12. Juni verkündet Lemorion, der Entwickler, 500 000 Spielverkäufe, zwei Tage später soll die Million bereits geknackt sein und am 15. Juni folgt das Dankeschön für zwei Millionen Verkäufe. Laut der Analyse-Plattform SteamDB erlebte «Meccha Chameleon» an dem Tag auch seinen bisherigen Peak von mehr als 132 000 gleichzeitigen Spielerinnen und Spielern.

So funktioniert «Meccha Chameleon»

Wie in anderen Party-Games startest du mit deinen bis zu 23 Mitspielerinnen und Mitspielern in einer Lobby. Es gibt zwei Teams: Jäger und Chamäleons. Während sich Chamäleons verstecken, versuchen die Jäger, innerhalb weniger Minuten alle Chamäleons zu finden. Chamäleons haben vor Matchbeginn etwa eineinhalb Minuten Zeit, um sich ein Versteck in der Welt zu schaffen. Aktuell gibt es fünf Karten. Im Workshop sind weitere, von Usern erstellte Maps verfügbar.

Das Spiel findet in detailliert gestalteten Räumen mit zahlreichen Möbeln und herumliegenden Gegenständen statt. Als Chamäleon hockst, stellst oder legst du dich an einen Ort deiner Wahl. Mit einer Pipette nimmst du deine Umgebungsfarbe auf und bemalst deinen weißen Körper wie eine Leinwand.

Wo sind die Chamäleons?
Wo sind die Chamäleons?
Quelle: Lemorion

Dein Ziel: Möglichst nicht auffallen. Optimalerweise übersieht dich ein Jäger auch dann, wenn er direkt vor dir steht. Es kommt dabei nicht nur auf deine Malkünste an, sondern auch auf deine Dreistigkeit. Du kannst dich an bewusst offensichtlichen Stellen verstecken und darauf hoffen, dass die Jäger dort kein Chamäleon vermuten würden.

Der Host der aktuellen Lobby hat Zugriff auf verschiedene Spielmodi und Einstellungen. So kann er etwa festlegen, dass Chamäleons nach 45 Sekunden automatisch einen leisen Pfiff von sich geben. Als Chamäleon kannst du freiwillig pfeifen und so deinen automatischen Pfiff verzögern. So bleibt deine Figur im besten Fall genau dann lautlos, wenn sich ein Jäger in deiner Nähe befindet.

Leicht zugänglich, aber mit technischen Schwächen

Während Chamäleons mit Spannung warten, ob ihre Tarnung funktioniert, schulen die Jägerinnen und Jäger ihr Auge. Das Spielprinzip ist einfach zu lernen und bietet Spaß für alle. Interessant ist «Meccha Chameleon» auch wegen des günstigen Preises: Es kostet weniger als zehn Euro oder Franken. Damit eignet es sich perfekt für spontane «Und was machen wir heute Abend noch?»-Runden auf Discord.

Der Entwickler scheint sich nicht auf dem Erfolg auszuruhen, sondern arbeitet an dem Spiel weiter. Ende der Woche will er eine zusätzliche Karte veröffentlichen und er ist beschäftigt damit, die vielen in den Steam-Rezensionen bemängelten Bugs zu fixen. Bereits am Release-Tag veröffentlichte er drei Patches, weitere folgten. Mit knapp über 5000 Bewertungen steht das Game aktuell bei 79 Prozent und somit «größtenteils positiv».

Auf Twitch kannst du Streamerinnen und Streamern beim Versteckspiel zuschauen.

Titelbild: Lemorion

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Fühlt sich vor dem Gaming-PC genauso zu Hause wie in der Hängematte im Garten. Mag unter anderem das römische Kaiserreich, Containerschiffe und Science-Fiction-Bücher. Spürt vor allem News aus dem IT-Bereich und Smart Things auf.


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