Tolis Fragoudis: «My only goal is to live my life at my fullest potential.»
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In Nepal fotografieren – Mit diesem Equipment funktioniert es bestimmt

Tolis Fragoudis
Zürich, am 24.03.2017
Ob es nun atemberaubende Landschaften oder eindrucksvolle Porträts sind. Nepal hat einiges zu bieten. Welche Kameras Tolis Fragoudis dabei hatte, welche Linsen er bei diesem Projekt verwendete und warum es sich lohnt, seine Bilder zu bearbeiten, erklärt er euch in diesem Beitrag.
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Nepal Himalayas Manang. Links Annapurna III 7555 MüM und rechts Gangapurna Peak 7455 MüM und Ice-Fall. Kamera A7R II, Objektiv Batis 18mm, f/ 2.8

Was für eine Kamera nutzt du?

Diese Frage wird mir oft gestellt. Gegenfrage: Hast du schon mal einem Maler sein Bild betrachtet und ihn dann gefragt, was für einen Pinsel er nutzt? Wahrscheinlich nicht, ausser du bist selber Maler und möchtest über die Eigenschaften des Pinsels sprechen. Grundsätzlich spielt es für mich keine Rolle, welche Kameramarke du nutzt. Es geht für mich darum, wie du mit der Kamera umgehst und was du daraus machst. Ich habe schon einige Fotos aus preisgünstigeren Kameras als meiner gesehen und war nicht minder beeindruckt. Natürlich haben die Kameras der verschiedenen Hersteller unterschiedliche Stärken und Schwächen, aber wichtig ist, wie du die Kamera einsetzt.

Ein Sportfotograf hat wahrscheinlich andere Bedürfnisse als ein Landschaftsfotograf, liegt irgendwie auf der Hand. Um was es aber wirklich geht, ist die Kontrolle des Lichts. Das vereint alle Kameras auf dieser Welt. Wenn wir das Wort «Fotografie» aus dem altgriechischen übersetzen, bedeutet es: «mit Licht zeichnen». Genau darum geht es im Kern der Fotografie. Die Essenz besteht darin, den Lichteinlass der Kamera zu kontrollieren und zu seinen Gunsten auszuspielen. Wer sich mit Blende, Verschlusszeit und ISO befasst, weiss, dass diese drei Attribute in erster Instanz genau das tun: Sie regeln die Empfindlichkeit des Lichts. Selbstverständlich wissen die fortgeschrittenen Fotografen auch die Nebeneffekte wie Tiefenschärfe und Langzeitbelichtung zu ihren Gunsten zu nutzen und welche Auswirkungen hohe ISO-Zahlen haben. Auch ist es ihnen nicht entgangen, was für Charakterstärken verschiedene Objektive aufweisen - aber lassen wir das mal so stehen.

Ok, aber welche Kamera?

Als Fotograf und Filmemacher habe ich so meine Bedürfnisse und Präferenzen und entsprechend suche ich mir mein Equipment aus. Um es gleich im Vorfeld zu sagen: Ich würde mir nicht anmassen zu behaupten, meine Kameras seien besser als andere, denn das wäre überheblich. Ich besitze einfach die Kameras, von denen ich aus eigener Erfahrung weiss, dass sie das grösste Potenzial aufweisen, um meine Projekte so umzusetzen, wie ich es mir in meinen Visionen vorstelle. Dazu kommt auch die Vertrautheit zur Kamera. Ich spiele mit der Kamera, so wie ein geübter Gitarrist, der blind weiss, wo die Töne auf der Gitarre zu finden sind. Eine Kamera ist «nur» ein Werkzeug um etwas zu schaffen, was die Menschen verzaubern kann. Welche Kamera auch immer, Inspiration und Leidenschaft sind Grund genug um zu fotografieren. Ohne Inspiration und Leidenschaft hilft dir auch keine teurere Spiegelreflexkamera.

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Nepal, Chitwan Nationalpark, Wildlife sanctuary. Tägliches Baden der domestizierten Elefanten. Kamera: Sony A7R II / Objektiv: Sony 70-200mm, f/4 OSS

Sony, Canon, Nikon, Pentax, Fujifilm?

Nun, jetzt sollte ich wohl die Katze aus dem Sack lassen. Ich arbeite am Boden mit zwei Kameras: Mit der Sony Alpha 7R II und mit der Sony Alpha 7S II. In der Luft kommt eine Drohne zum Einsatz - mehr dazu im nächsten Artikel. Lasst euch nicht einreden, die Kamera mit mehr Pixeln sei die bessere. Mehr Pixel bedeutet nicht gleich bessere Fotos! Die beiden Systemkamera-Flagships von Sony haben verschiedene Stärken und brillieren auf verschiedenen Ebenen.

Alpha 7R II Body (42Mpx, Vollformat / FX)
Showroom
1749.–
Sony Alpha 7R II Body (42Mpx, Vollformat / FX)
Alpha 7S II Body (12.40Mpx, Vollformat / FX)
Cash‐back
Showroom
2130.–CashBack 200.–
Sony Alpha 7S II Body (12.40Mpx, Vollformat / FX)

Die Alpha 7R II nutze ich vor allem zum Fotografieren und meistens tagsüber. Die Alpha 7S II kommt bei mir zum Einsatz, wenn die Lichtverhältnisse schwierig sind. Das ist aber nicht ausschliesslich so, keine Regel ohne Ausnahmen! Ich filme mit beiden Sony Alphas. Hier gebe ich aber der A7S II den Vorrang, weil es die Nachbearbeitung einfacher macht. Hierzu gibt es ganze Bücher. Ich versuche es ganz vereinfacht zusammenzufassen: Ich nutze bei der A7S II das neue Picture-Profil Slog3. Die A7R II kann bis zu Slog2 arbeiten. Mit dem Slog3 habe ich noch ein wenig mehr Dynamikumfang in der Schattierung und Helligkeit, was wiederum zu besseren Lichtergebnissen führt. Sofern während der Aufnahme nicht zu stark über- oder unterbelichtet wurde. Das Format ist noch ein wenig flacher als Slog2 und gibt somit noch mehr Kreativität im Colorgrading. Ist allerdings auch sehr aufwendig, da sie eine umfangreiche Nachbearbeitung mit sich bringt.

Was hat es nun aber mit den Pixeln auf sich? Ich bin kein technischer Spezialist und gehe deshalb nicht auf die mathematische Flächenverteilung der Pixel auf dem Sensor ein. In einfachen Worten: Das Rauschverhalten der Alpha 7S II ist bei dunklem Licht deutlich geringer als bei der Alpha 7R II mit höherer Pixelanzahl. Meine Erfahrung ist, dass mehr Rauschen die Qualität der Schärfe vermindert.

Das impliziert, dass die A7S II bei Dunkelheit mehr Schärfe aufweist, obwohl sie weniger Pixel hat? Ich denke, das soll jeder mit seinen eigenen Erfahrungen korrelieren lassen und sich sein eigenes Bild machen. Für mich hat die A7R II ihre Stärken ganz klar bei Landschaftsfotos in normalem Licht. Vor allem wenn du Plakate drucken willst oder einfach im Nachhinein deine Porträtfotos stark croppen musst, zeigt die A7R II ihre Stärke. Aber das für mich persönlich wichtigste Kriterium der A7R II ist der Dynamikumfang. Ich bin jedes Mal von Neuem sprachlos, wie viel Unterbelichtetes und wie viel Überbelichtetes man dadurch retten kann.

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Nepal, Kathmandu Boudhanat Stupa. Ritual eines Mönches. Kamera: Sony A7S II / Objektiv: Sony 85mm, f/1.4 G-Master
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Nepal, Kagbeni, Mustang-Valley. Kamera: Sony A7R II / Objektiv: Sony 28mm, f/2

Warum fragt niemand nach meinem Objektiv?

Wie bereits erwähnt, fragen mich die Leute sehr, was für eine Kamera ich nutze. Nach meinem Objektiv fragen sie nie. Dabei kann die gleiche Kamera mit zwei verschiedenen Objektiven komplett andere Ergebnisse liefern. Auch in der Qualität der Bilder entstehen so grosse Unterschiede.

Ein gutes Objektiv kann sich alleine durch seinen eigenen Charakter schon gewaltig von anderen unterscheiden. Ob Prime oder Zoom ist dann wiederum eher eine Frage vom Einsatz. Ich arbeite mehrheitlich mit Prime-Linsen. Feste Brennweiten bedeutet zwar viel mehr Arbeit, da man ständig Objektive wechselt und so schon mal eine spontane Szene verpasst, weil natürlich das falsche Objektiv aufgespannt ist. Aber die Ergebnisse sind sehr überzeugend, geschweige denn von der Kreativität, die man mit grossen Blendenstufen hat. Für mich waren es die Objektive die darüber entschieden ob ich mich auf «next level» entwickle oder nicht.

Mit der Zeit fängt man an, Objektive wie Briefmarken zu sammeln, weil es so viele coole Sachen gibt, die deine Kreativität beflügeln. Aber auch hier muss erwähnt werden: Prime ist nicht automatisch besser, einfach anders. Es gibt wahnsinnig gute Zoom-Linsen, die ich selber sehr zu schätzen weiss und die unter bestimmten Umständen den besseren Job machen, wie zum Beispiel das Sony FE 16-35 mm und das Sony FE 70-200 mm.

FE 16-35 mm F4 ZA OSS
Cash‐back
1080.–CashBack 100.–
Sony FE 16-35 mm F4 ZA OSS
FE 70-200mm f/4 G OSS
Cash‐back
1195.–CashBack 100.–
Sony FE 70-200mm f/4 G OSS
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Nepal, Himalayas im Annapurna-Massiv. Thorong-La High-Camp auf 4916 müM. Letzte Übernachtung vor der Überquerung vom Thorong-La Pass auf 5400 müM. Kamera: Sony A7R II / Objektiv: Zeiss Batis 18mm, f/2.8
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Nepal, Kathmandu, Pashupantinath, indischer Tempel mit Sadhu / Wanderaskete Kamera: Sony A7R II / Objektiv: Sony-Zeiss Distagon 35mm, f/1.4

Postproduction – die Nachbearbeitung

Ich fange mal so an … bei mir geht kein einziges Bild raus, welches nicht durch die Nachproduktion war. Sprich in der einen oder anderen Software bearbeitet wurde. Für mich ist das genauso essenziell wie die Kamera oder das Objektiv selber. Ich fotografiere ausschliesslich in RAW für grösstmöglichen Dynamikumfang und benutze Picture-Profiles in der Kamera, um die Bilder so flat wie möglich zu halten und so aus dem vollsten Potenzial in der Nachbearbeitung zu schöpfen.

In anderen Worten … ich bediene die Kamera immer voll manuell (M-Modus) und lasse nicht die Kamera darüber entscheiden, wie das Bild auszusehen hat. Schärfe, Sättigung, Farbton, Klarheit, Schattierung, Helligkeit und viele mehr stelle ich immer selbst ein! Ich persönlich bevorzuge die totale Kontrolle von jedem Bild und daher ist Nachbearbeitung unerlässlich. Hier gibt es kein falsch und richtig, jeder sollte für sich selber entscheiden, ob er sich mit Postproduction oder ohne (direkt aus der Kamera) wohlfühlt. Auch sollte jeder selber herausfinden, wie weit er in der Nachbearbeitung gehen will, denn das ist die künstlerische Freiheit, die sich jeder nehmen darf und soll.

Ob ein Foto am Schluss realistisch, unrealistisch, kreativ oder unkreativ aussieht, sollte dir überlassen sein. Die Frage ist einfach, was macht dich am glücklichsten? Genau diese Art von Fotografie oder Nachbearbeitung solltest du betreiben. Diejenige, die dich visuell am meisten anspricht.

Fotografie ist Kunst … und Kunst bedeutet die totale Freiheit! «My only goal is to live my life at my fullest potential.»

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Nepal, Annapurna Circuit, Eine der unzähligen Hängebrücken-Überquerungen auf dem Weg Richtung Thorong La-Pass. Kamera: Sony A7S II / Objektiv: Zeiss Batis 18mm, f/2.8
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Nepal, Manang, Gangapurna Peak 7455m und Gangapurna Ice-fall und Ice-Fall-Lake vor den Füssen. Kamera: Sony A7R II / Objektiv: Zeiss Batis 18mm, f/2.8
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Nepal, Muktinath, Mustang-Valley, 1 Tag nach der Passüberquerung kurzer Schneeeinbruch und der darauffolgende Tag diese Stimmung. Kamera: Sony A7R II / Objektiv: Sony 28mm, f/2

Folgende Objektive hatte Tolis ebenfalls in seiner Kameratasche dabei

Batis 18mm 2.8 E-Mount AF
1274.–
Zeiss Batis 18mm 2.8 E-Mount AF
FE 28mm f/2,  Full Frame E-Mount
360.–
Sony FE 28mm f/2, Full Frame E-Mount
FE 35mm f/1,4 ZA Zeiss Distagon T
noch 3 von 3 Stück
1193.–CashBack 100.–
Sony FE 35mm f/1,4 ZA Zeiss Distagon T
FE 55mm  f/1.8 ZA Zeiss Sonnar T
Cash‐back
Showroom
774.–CashBack 100.–
Sony FE 55mm f/1.8 ZA Zeiss Sonnar T
FE 85mm F/1.4 GM
Cash‐back
1653.–CashBack 100.–
Sony FE 85mm F/1.4 GM

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Tolis Fragoudis
Tolis Fragoudis
Fotograf, Zürich
Ich bin ein audio-visueller Künstler, Foto-und Videograph. Ich fotografiere und drehe Videos für Sport, Events und Imagekampagnen. Einmal pro Jahr nehme ich mir die Freiheit, für zwei Monate durch die Welt zu reisen. Hier entstehen meine ganz persönlichen Filmprojekte. Meine Wurzeln stammen aus Griechenland, aufgewachsen bin ich in Graubünden und jetzt lebe ich schon seit vielen Jahren in Zürich. Mehr zu meinen Projekten findest du auf tolisart.com/.

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