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Fünf Cyborgs, die dein Verständnis von Normalität auf die Probe stellen

Cyborgs stellen unser Körperbild auf den Kopf. Wo hört der Mensch auf und wo beginnt die Maschine? Wer steckt hinter diesen Technologien und was bewegt die Menschen dazu, sich zu cyborgisieren?

Vom Farbenblinden über Amputierte bis zu «Mister Wearable»: Verschiedenste Elemente machen Menschen zu Cyborgs. Wichtige Exponenten der Cyborgisierung der Gesellschaft stelle ich dir hier kurz vor.

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Neil Harbisson

Den kennst du schon aus einem der obigen Artikel. Harbisson sieht die Welt nur in Schwarz-Weiss-Grau-Tönen. Dank dem Eyeborg kann er Farben hören. Ein Farbsensor nimmt die Farbe wahr und sendet diese an einen Chip. Dieser wandelt die Farbfrequenz in eine hörbare Frequenz um und leitet sie an einen Kopfhörer weiter.

Harbisson ist inoffiziell als Cyborg anerkannt. In seinem Pass ist er mit «Eyeborg» abgebildet. Auf Passfotos von Grossbritannien dürfen keine technischen Geräte abgebildet werden. Nach längerem Ringen hat Harbisson die Behörden davon überzeugt, dass der Eyeborg ein Teil seines Körpers ist.

Kevin Warwick

Der Professor für Kybernetik an der Reading University hat sich bereits 1998 ein RFID-Chip implantiert. Damals konnte er damit das Licht durch Fingerschnippen an- und ausschalten. Auch seine Frau liess sich einen Chip installieren. Dadurch fühlt Warwick, wenn sie jemand anfasst. Warwick ist Gründer des «Project Cyborg».

Für ihn sind die Erweiterungen aber mehr als Spielerei. Warwick ist davon überzeugt, dass wir Menschen uns durch künstliche Erweiterungen verbessern müssen. Er befürchtet ein «Terminator»-Szenario in der die Maschinen an die Macht kommen. Nur durch künstliche Erweiterungen können wir den Maschinen zumindest ebenbürtig bleiben, so Warwick.

Nigel Ackland

Ackland arbeitete als Schmelzer, bevor er einen Unfall mit einem Industriemixer hatte. Daraufhin musste er sich beinahe den ganzen Unterarm amputieren lassen. Ackland steht hier stellvertretend für Menschen mit Prothesen.

Nach mehreren unangenehmen Erfahrungen mit altmodischen Prothesen, war Ackland der erste, der den bebionic3 verpasst bekam. Dabei handelt es sich um eine der fortschrittlichsten Prothesen überhaupt. Damit können Amputierte viele alltägliche Bewegungen ausführen. Auch die Griffkraft lässt sich regulieren: Ob Betroffene nun ein Ei halten oder bis zu 45 Kilogramm schwere Lasten tragen.

Steve Mann

Steve Mann wird als «Mister Wearable» bezeichnet. Er experimentierte bereits in den 1970er Jahren mit Wearable-Computing. Das sah so aus:

Bild: http://cyborganthropology.com/Steve_Mann

Heute sieht das Ganze dann so aus:

Nicht nur die Form der Brillen hat sich verändert, sondern auch die Funktionen. Einige Brillen besitzen Radar, während andere Wärmebilder zeigen. Neuere Modelle sind direkt mit seinem Gehirn verbunden. Und Google dachte doch tatsächlich, dass sie mit ihrem Glass etwas Neues entwickelt hätten…

Mann wurde 2012 Opfer des wohl ersten Angriffs auf einen Cyborg. McDonalds-Angestellte wollten ihm seine Brille vom Kopf reissen, weil sie befürchteten, dass er sie filmte. Da Teile seiner Brille mit seinem Körper verbunden waren, liess sie sich aber nicht so einfach entfernen.

Stelarc

Stelarc ist ein Performance-Künstler. Er beschäftigt sich mit dem Verhältnis Mensch/Maschine. Der gebürtige Zyprer sieht den Cyborg nicht als ein Körper, sondern als System: Eine Vielzahl von Körpern, die übers Internet miteinander verbunden sind.

Am bekanntesten ist Stelarc für sein drittes Ohr, das er sich auf den linken Unterarm transplantieren liess. Er will darin auch noch ein Mikrophon verpflanzen, damit die ganze Welt jederzeit hören kann wo er sich befindet und was er tut. Privatsphäre ade! Aber zumindest zieht er seine Interpretation von Cyborg konsequent durch.

Fehlt dir ein Cyborg in dieser Liste? Dann schreib’s doch in die Kommentarspalte.

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Kevin Hofer

  • Editor
Technologie und Gesellschaft faszinieren mich. Die beiden zu kombinieren und aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten ist meine Leidenschaft.

9 Kommentare

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User Nemo92

"We can rebuild him, we have the technology."

01.06.2018
User carcharoth

Das sind so die Momente, wo ich mir mit meinem magnetischen Finger doch recht normal vorkomme.

31.05.2018
User keverin16

Jap, hab auch seit 4 Jahren einen NFC Chip in der Hand, wie ist dass so mit dem Magnet in der Fingerkuppe?

31.05.2018
User carcharoth

Ist ganz praktisch wenn man am basteln ist und kleine Schrauben festhalten will.
Ausserdem spür ich ob Netzteile unter Strom stehen oder nicht.

31.05.2018
User Nebucatnetzer

Hab auch seit etwa 4 Jahren einen Magneten im Ringfinger. Finde es ein bisschen schade dass, das Gefühl mit der Zeit nachlässt. Einerseits ist es angenehm weil man wieder besser zugreifen kann aber gerade elektromagnetische Felder habe ich am Anfang viel intensiver gespürt als jetzt.

31.05.2018
User carcharoth

Meiner ist erst seit 1,5 Jahren drin. Bisher hab ich keine Schwächung bemerkt. Ich frag mich bloss, ob die Leute die angeblich Züge und Ubahnen spüren das wirklich spüren, oder ob die einfach übertreiben. Oder ob die Modelle in unserem Land einfach extrem gut geschirmt sind.
Ist ganz lustig wie unterschiedlich das bei Mikrowellen der Fall ist. Einige spürt man bis 40cm entfernung, andere nur bis 20cm.

31.05.2018
User Nebucatnetzer

Der Magnet selbst ist noch so stark wie am ersten Tag einfach die Nerven im Finger haben sich wohl langsam daran gewöhnt.
Züge etc. habe ich von aussen nie gemerkt.
Das Beste in der Hinsicht sind schon einfach Mikrowellen und Ladegeräte also generell Trafos.
Das Überraschendste wahr das ich die Strahlen des Handys gespürt habe als es mal sehr wenig Empfang hatte.

01.06.2018
Antworten
User []J0HNNY_MN3M0N1C

sehr interessant! vor allem Nigel Ackland zeigt klar, wie für uns leichte und selbstverständliche dinge, mit einem "kybernetischen" arm doch nicht ganz ohne sind! Respekt!

31.05.2018
User tesla1

Erst wenn ein menschliches Gehirn in einem bioelektrischen Körper sitzt würde ich von Cyborg sprechen, alles andere sind periphere Hilfsmittel oder Erweiterungen. Diese sind aber wichtig für Behinderte oder zunehmend erkrankte, daher ist Forschung so wichtig.

31.05.2018