Produkttest

Framework 13 Pro im Test: nur fast das «Macbook für Linux»

Das Pro-Modell des modularen Framework-Laptops ist eine massive Verbesserung gegenüber den Vorgängern. Ganz das versprochene «Macbook für Linux» ist er nicht – aber das nächstbeste.

Der erste Framework setzte 2021 ein deutliches Zeichen gegen Elektroschrott. Ein modularer Laptop, den du individuell konfigurieren, aufrüsten und selber reparieren kannst. Ein geniales und nachhaltiges Konzept. Der Framework 13 ist nach wie vor ein tolles Gerät, aber hardwaretechnisch wie optisch etwas überholt. Das soll das neue Pro-Modell ändern. Framework selbst nennt ihn das «Macbook für Linux». In einigen Punkten trifft das zu, in anderen nicht.

Elegantes Design, moderne Hardware und immer noch modular

Der Framework 13 Pro hat abgespeckt. Das neue, elegante, CNC-gefräste Aluminium-Gehäuse erinnert sofort an ein Macbook. Und anders als bei Apple bekomme ich hier auch echtes Schwarz. Ganz so premium wie Apples Version fühlt sich das Gehäuse nicht an. Das liegt unter anderem am Displayrahmen, dessen austauschbare Vorderseite immer noch aus Kunststoff besteht. Dafür kannst du, wie ich, einen retro-transparenten Look auswählen. Das Display wackelt auch etwas stärker als beim Macbook. Mich stört das nicht, und im Gegensatz zu meinen Kollegen, die mich schon seit dem ersten Tag dafür mobben, gefallen mir die farblichen Akzente.

Der Rahmen ist magnetisch befestigt und lässt sich einfach austauschen.
Der Rahmen ist magnetisch befestigt und lässt sich einfach austauschen.

Nicht nur beim Rahmen, auch bei den vier Anschlussmodulen kann ich aus mehreren Farben wählen. Diese Module stelle ich frei zusammen und kann sie auch während des Betriebs austauschen. Neu gibt es einen kleinen Schieberegler, um die Module zu fixieren, respektive zu lösen. Ich habe freie Wahl zwischen USB-A, USB-C, SD-Karte und mehr. Beim Macbook Pro habe ich diese Option nicht, dafür habe ich dort fünf Anschlüsse.

Achtung: Bei der AMD-Version sind nicht alle vier Slots gleich. Zwei sind USB 3.2 und zwei USB 4. Bei der Intel-Version bekommst du vier Thunderbolt-4. In meinem Fall musste ich ein USB-C-Modul vom USB-4-Anschluss zum 3.2-Anschluss umpositionieren, damit ich zwei externe Monitore gleichzeitig nutzen kann. Ich vermute ein Treiberproblem dahinter.

Die Module können einfach ein- und ausgesteckt werden.
Die Module können einfach ein- und ausgesteckt werden.

Das nächste entscheidende Upgrade betrifft das Herzstück. Den Framework kannst du wahlweise komplett kaufen oder dir als DIY-Version selbst zusammenstellen. Es stehen dir zwei AMD-Boards und drei Intel-Boards zur Auswahl. Ich habe im Vorbesteller-Stress dummerweise die Version mit dem Ryzen AI 9 HX 370 genommen. Dabei wäre die Intel-Variante mit der neuen Core-3-Ultra-Series deutlich spannender gewesen. Die ist dafür nicht mehr rückwärtskompatibel mit vorherigen Framework-Laptops. Ohnehin passen nicht mehr alle neuen Elemente in die alten Frameworks. Die Intel-Version setzt als einer der ersten Laptops überhaupt auf LPCAMM2-RAM-Module. Die haben einen anderen Formfaktor, wodurch du nicht mehr zwei Module benötigst, um von Dual-Channel-Speed zu profitieren, wie bei SO-DIMM.

Das AMD-Board passt auch in alte Framework-Laptops.
Das AMD-Board passt auch in alte Framework-Laptops.

LPCAMM2-Module sind wie die neue Intel-CPU energieeffizienter. Allerdings ist dort der Preis noch stärker angestiegen als bei regulärem DDR5-RAM, und die Verfügbarkeit ist noch miserabler. Du musst fast zwangsläufig den RAM über Framework beziehen und zahlst dann zwischen 200 Franken für 16 Gigabyte bis schwindelerregende 1500 Franken für 64 Gigabyte.

Die AMD-Version ist definitiv preiswerter, aber auch sie ist teuer – wie aktuell alle PC-Hardware. Die günstigste Version ohne RAM und SSD startet bei 1300 Franken. Das Upgrade vom Ryzen AI 7 350 auf den schnelleren Ryzen AI 9 HX 370 kostet 230 Franken zusätzlich.

Bei Intel starten die Preise bei 1110 Franken, weil es mit dem Intel Core Ultra 5 325 eine dritte, günstigere CPU gibt. Das Topmodell mit dem Ultra X9 388H kostet saftige 1660 Franken und ist aktuell nicht verfügbar.

Da ich die DIY-Version bestellt habe, muss ich RAM und SSD selber organisieren – zum Glück bin ich bei uns an der Quelle. Den Ryzen AI 9 HX 370 in meinem Framework 13 Pro ergänze ich mit einer 2 Terabyte grossen WD Black SN850X und 2x16-Gigabyte-DDR5-5600-RAM von Crucial. Preislich schlägt alles zusammen aktuell mit über 2300 Franken zu Buche. Eine stolze Summe, aber immer noch etwas günstiger als ein vergleichbar ausgestattetes Macbook Pro 14. Das kostet 2500 Franken.

Bei DDR5-RAM können und sollten nach wie vor zwei Module verwendet werden.
Bei DDR5-RAM können und sollten nach wie vor zwei Module verwendet werden.

Schneller und ausdauernder

Das dritte grosse Upgrade betrifft den Akku. Beim ersten Framework musste ich mich mit mickrigen 55 Wh zufriedengeben. Das war eine der grossen Schwachstellen. Der Akku im Pro liefert satte 74 Wh. Besonders in Verbindung mit den energieeffizienteren Intel-Panther-Lake-Chips ergibt das ein ausdauerndes Notebook. Selbst konnte ich das nicht testen, aber die Kollegen von Tom’s Hardware messen in ihrem Benchmark knapp 16 Stunden. Nur das aktuelle Macbook Pro 14 M5 schneidet um zwei Stunden besser ab.

Auch mein AMD-Modell zeigt eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorgänger. Allerdings merkt man, dass AMDs Ryzen-AI-300-Serie schon zwei Jahre auf dem Buckel hat. Meine Tests führe ich mit Windows 11 durch. Eigentlich wollte ich Linux benutzen, um Frameworks Versprechen am besten überprüfen zu können. Mit Zorin OS, meiner ersten Wahl, nervte mich die schwammige Maussteuerung, sodass ich auf Ubuntu gewechselt bin. Es gehört neben Fedora zu den zwei offiziell unterstützten Linux-Distributionen. Ubuntu läuft wunderbar, aber die Freude, endlich von Windows (und MacOS) wegzukommen, währte nur kurz. Nach einem Kompromiss zu viel, installierte ich zähneknirschend Windows 11. Fürs Erste müssen meine Linux-Träume warten.

Als Vergleichsgerät verwende ich mein dreijähriges Macbook Pro 14 M3. Der Akku hält dort zwar nicht so lange wie bei Apples aktueller Serie, aber das Gerät zählt immer noch zu den ausdauerndsten auf dem Markt. Im Procyon Battery Test, der verschiedene alltägliche Büro-Arbeiten simuliert, kann sich der Framework mit Ryzen AI 9 klar absetzen.

Was die Leistung anbelangt, schneidet die AMD-Version schlechter ab als die Intel-Version und das Macbook Pro M5. Die Unterschiede sind teils drastisch. Das gilt auch für Games. Die Werte überzeugen dennoch.

Der Rest der Hardware ist ebenfalls solide, hat aber noch Verbesserungspotenzial. Der IPS-Screen löst mit 2880 × 1920 Pixel auf. Das sorgt für ein gestochen scharfes Bild, das durch die Entspiegelung aber etwas matter ausfällt als das meines Macbooks. Ich schätze auch das 3:2-Bildformat, das ich für Büroarbeiten nach wie vor am besten finde. Die Bildwiederholrate ist variabel zwischen 30 und 120 Hertz. Damit fühlt sich alles butterweich an. Den Touchscreen habe ich hingegen nach Jahren mit einem Macbook nicht vermisst. Nice to have ist er allemal, genauso wie die Möglichkeit, den Bildschirm um 180 Grad aufzuklappen.

Mit 700 Nits ist das Display zudem ordentlich hell. HDR unterstützt das Gerät leider nicht.

Der Framework spiegelt zwar nicht so fest wie das Macbook Pro 2023, dafür ist das Bild matter.
Der Framework spiegelt zwar nicht so fest wie das Macbook Pro 2023, dafür ist das Bild matter.

Auf der Tastatur, die es auch im Schweizer Layout gibt, tippt es sich angenehm. Das Tastengefühl ist weicher als bei einem Macbook und wirkt nicht ganz so elegant. Das ist aber eine reine Geschmacksfrage.

Der Einschaltknopf fungiert gleichzeitig als Fingerabdruckscanner. Er funktioniert schnell und zuverlässig.

Kleinere Macken und Schwächen

Nicht begeistert bin ich von der Webcam. Die kann ich zwar genau wie das Mikrofon via Schieberegler oberhalb des Displays physisch deaktivieren. Die Bildqualität ist allerdings trotz 1080p-Auflösung nur mittelmässig. Bei gutem Licht sieht alles sauber aus. Sobald ich mich aber in einem dunkleren Raum befinde, fällt die Qualität deutlich ab. Für die üblichen Videocalls reicht es allemal.

Die beiden seitlichen 2-Watt-Lautsprecher sind ebenfalls keine Verbesserung gegenüber den alten, die sich auf der Unterseite befanden. Der Sound klingt dünn und blechern. Daran ändert auch der Dolby-Atmos-Support nichts. Gerade im Vergleich mit den hervorragenden Lautsprechern im Macbook Pro ist es eine Beleidigung für die Ohren. Aber auch hier: Um gelegentlich eine Serie zu schauen oder Musik zu hören, ist es ausreichend.

Die beiden seitlichen Lautsprecher klingen nicht sonderlich beeindruckend.
Die beiden seitlichen Lautsprecher klingen nicht sonderlich beeindruckend.

Der einzelne verbaute Lüfter im Framework bleibt meist lautlos. Gelegentlich ist er kurz zu hören, meist aber nur bei intensiven Rechenarbeiten. Auch dann bleibt er in einem akzeptablen Bereich. Aber auch hier: Mein passiv gekühltes Macbook Pro ist komplett geräuschlos. Störender empfinde ich die Wärme, die das Gerät abgibt. Das fiel mir im vergangenen Hitzesommer besonders auf. Der Framework wird fast zu heiss, um auf nackten Oberschenkeln zu liegen. Auf einem Tisch ist das Ganze kein Problem.

Der Lüfter arbeitet meistens lautlos.
Der Lüfter arbeitet meistens lautlos.

Zu guter Letzt ist da noch das haptische Touchpad. Es ist genauso präzise, wie ich es vom Macbook gewohnt bin. Zumindest unter Ubuntu, mit Windows ist es etwas schwammiger. Neben besserer Präzision ist die Haptik auch für das Klicken verantwortlich. Das funktioniert nämlich nicht mechanisch, sondern wird durch ein haptisches Feedback simuliert. Genau dieses Klicken hat gelegentliche Aussetzer. Zwischendurch funktioniert es mal eine Minute nicht, dann ist es wieder da. Das kann ein Treiberproblem sein oder, wie immer beim Framework, an nicht korrekt sitzender Hardware liegen.

Modular und reparierbar

Der grosse Vorteil des Frameworks entwickelt sich gelegentlich zum Nachteil. Das musste ich schon beim ersten Modell feststellen: Zweimal tauschte ich ein defektes Mainboard aus. Es kann also sein, dass die Aussetzer beim Touchpad damit zusammenhängen, dass ein Kontakt locker ist. Allerdings habe ich bisher nur den RAM und die SSD eingesetzt und sonst nichts am Gerät geschraubt. Dabei lädt der Framework regelrecht dazu ein.

Mit dem beiliegenden Schraubenzieher löse ich fünf Schrauben auf der Rückseite. Danach kann ich die Tastatur abnehmen und schon blicke ich auf die Innereien des Frameworks. Alle Elemente sind klar beschriftet. Stecker verfügen über farbige Laschen, sodass ich sie einfach herausziehen kann. QR-Codes leiten mich umgehend auf detaillierte Anleitungen weiter. Besser kann ein Laptop nicht aufgebaut sein. Aufrüsten oder reparieren ist auch beim neuesten Framework ein Klacks.

Der Framework überzeugt, aber es geht immer noch besser.
Der Framework überzeugt, aber es geht immer noch besser.

Fazit

Überzeugt trotz kleinerer Mängel

Der Framework 13 Pro ist nahe dran, der perfekte Laptop zu sein. Sein modulares Design und die Upgrade- und Reparaturmöglichkeiten machen ihn zum vielleicht langlebigsten Laptop überhaupt. Eingriffe sind kinderleicht und verständlich erklärt, sodass ich mir fast wünsche, dass etwas kaputtgeht.

Dank des neuen, schwarzen Aluminium-Gehäuses macht das Gerät auch optisch eine gute Figur – bei Bedarf kann ich farbliche Akzente setzen. Hinzu kommen ein präzises und grosses haptisches Touchpad, ein heller Touchscreen und Schieberegler für Mikrofon und Webcam.

Leider gibt es weiterhin Verbesserungspotenzial: Das Gerät wird heiss, die Webcam und die Lautsprecher sind bestenfalls Mittelmass und die Haptik beim Touchpad hat gelegentlich Aussetzer. Hoffentlich werden einige Punkte mit Updates adressiert. Spätestens dann kann ich dir den Framework 13 Pro uneingeschränkt empfehlen – sofern du das nötige Kleingeld mitbringst.

Pro

  • leistungsfähig
  • verbesserter Akku (besonders mit der Intel-Version)
  • Anschlüsse frei wähl- und austauschbar
  • einfach zu reparieren und aufzurüsten
  • elegantes Design, das sich farblich einpassen lässt
  • Mikrofon und Kamera können physisch deaktiviert werden
  • Touchscreen im 3:2-Format

Contra

  • wird heiss
  • Webcam und Lautsprecher bestenfalls mittelmässig
  • haptisches Feedback beim Touchpad hat gelegentlich Aussetzer

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Als Kind durfte ich keine Konsolen haben. Erst mit dem 486er-Familien-PC eröffnete sich mir die magische Welt der Games. Entsprechend stark überkompensiere ich heute. Nur der Mangel an Zeit und Geld hält mich davon ab, jedes Spiel auszuprobieren, das es gibt und mein Regal mit seltenen Retro-Konsolen zu schmücken. 


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