

Ein Kabel für zwei Geräte: doppelköpfiges Kabel von Anker im Test
Unterwegs habe ich keine Lust auf Kabelsalat, muss aber mehr als ein Gerät gleichzeitig laden. Die Lösung ist ein doppelköpfiges Kabel von Anker.
Selbst wenn ein Netzteil mehrere Buchsen für Kabel hat, nervt es mich, zwei oder drei Kabel einzupacken und anzuschließen. Entsprechend groß war meine Freude, als ich das 2-in-1-Kabel von Anker sah. Nach mehreren Monaten Nutzung bin ich mit dem Laden sehr zufrieden und froh, keine großen Datenmengen übertragen zu müssen.
Lang genug und langlebig
Mit seiner Länge von 120 Zentimetern überwindet das 2-in-1-Kabel auch längere Distanzen von der Steckdose bis zum Sofa oder auf den Schreibtisch. Nach 90 cm teilt sich das Kabel, und die letzten 30 cm können in verschiedene Richtungen zeigen. So müssen beide angeschlossenen Geräte nicht direkt nebeneinanderliegen.

Das Kabel ist von Nylon ummantelt und wirkt robust. Anker zufolge ist es für eine Lebensdauer von 10 000 Biegungen ausgelegt. Wenn ich es fünfmal am Tag biege, sind das fünfeinhalb Jahre.
Für die Stromübertragung unterstützt das 2-in-1-Kabel mehrere Standards, darunter Power Delivery (PD), Programmable Power Supply (PPS) oder Power IQ 2.0 von Anker selbst. PPS allerdings nur, wenn ein Anschluss frei bleibt. Herstellerspezifische Standards nennt Anker keine. Die übertragene Leistung ist vom Netzteil und den angeschlossenen Geräten abhängig.

Der Strom wird geteilt
Mit dem passenden Netzteil lade ich mit dem 2-in-1-Kabel problemlos ein Notebook und ein Smartphone. Bei zwei Laptops wird es allerdings schwierig. Anker gibt zwar eine Leistung von bis zu 140 Watt an, die das Kabel übertragen kann. Diesen Wert erreicht es allerdings nur mit einem angeschlossenen Gerät. Lädt es zwei Geräte auf, sind kombiniert maximal 130 Watt möglich. Und die auch nur, wenn eines der Geräte über 100 Watt zieht. Andernfalls bleibt die kombinierte Leistung unter 100 Watt.
Anker empfiehlt, ein Netzteil mit mindestens 45 Watt zu nutzen. Willst du ein Notebook laden, rate ich zu mindestens 60 und empfehle 100 Watt. Ich habe unter anderem zwei Smartphones mit einem 65-Watt-Netzteil oder Notebook und Smartphone mit einem 90-Watt-Netzteil geladen. Wichtig: Das erste angeschlossene Gerät wird mit mehr Leistung geladen. Sobald ein Gerät vollständig geladen ist, bekommt das andere die volle Power.

Für ein 60-Watt-Netzteil gibt Anker als Beispiel an, dass 30 Watt ans Notebook und 13,5 Watt ans Smartphone fließen. Dabei könnte das Smartphone 27 Watt erreichen; der Laptop bekommt die vollen 60 Watt, sobald das Smartphone geladen ist.
Nicht für die Übertragung großer Datenmengen
Für die Übertragung großer Datenmengen plane ich das 2-in-1-Kabel nicht ein. Es unterstützt nur USB 2.0, also maximal 480 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) – und dies nur für das erste verbundene Gerät. Das zweite Gerät kann gar keine Daten übertragen. Zum Vergleich: Bereits USB 3.2 Gen 1 erreicht mit bis zu 5 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) ein Vielfaches der Übertragungsgeschwindigkeit und ist unter den USB-Standards mit einer 3 oder 4 am Anfang der langsamste.
Fazit
Praktischer Helfer im Alltag
Das 2-in-1-Kabel von Anker bleibt ein Ladekabel, aber eben ein besonderes. Ich kann mit ihm zwei Geräte gleichzeitig laden und, wenn ich das richtige Netzteil wähle, auch noch schnell. Mehr will ich gar nicht. Ich bin sogar bereit, dafür mehr zu zahlen als für ein Kabel, mit dem ich nur ein Gerät laden kann. Wobei selbst unser Digitec-Kabel in dieser Länge teurer ist, wenn ich zwei kaufe.
Bisher ist mir kein ähnliches Kabel eines anderen Herstellers untergekommen – auch wenn die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass es so etwas von irgendeinem Hersteller gibt.
Das einzige Manko bleibt die langsame Datenübertragung. Sollte ich unterwegs viele Daten übertragen müssen, muss ich doch ein zweites Kabel einpacken.
Pro
- zwei Geräte mit einem Kabel laden
- hohes Ladetempo auch mit zwei angeschlossenen Geräten
Contra
- langsame Datenübertragung (USB 2.0)

Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Digitec und Galaxus.
Unsere Expertinnen und Experten testen Produkte und deren Anwendungen. Unabhängig und neutral.
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