

Bowers & Wilkins Px7 S3 im Test: Emotion statt Analyse
Der Bowers & Wilkins Px7 S3 bleibt seiner Linie treu: warm, mitreissend und alles andere als neutral. Aber auch einfach gut.
Mit dem Px7 S3 schickt Bowers & Wilkins die dritte Generation seiner beliebten Premium-Kopfhörer ins Rennen. Die Erwartungen sind zumindest bei mir hoch. Denn der britische Brand schafft es wie wenige andere, mich mit seiner Soundsignatur ins Geschehen zu ziehen. Die gute Nachricht an all jene, denen es gleich geht: Der Px7 S3 verbessert seinen Vorgänger nahezu in allen wichtigen Bereichen. Er klingt noch immer sehr warm und episch, wirkt hochwertig verarbeitet, bietet besseres ANC und bringt technische Neuerungen mit.

Zugleich eine Warnung an alle Neulinge: Wenn du einen möglichst neutral abgestimmten Mainstream-Kopfhörer suchst, findest du bei Sony oder Bose passendere Alternativen. Der Px7 S3 richtet sich eher an jene, die in die Musik eintauchen möchten. Genau dort spielt er seine grössten Stärken aus – präzise ist er nicht.
Luxus zum Anfassen
Bowers & Wilkins setzt auf eine Kombination aus Metall, Kunststoff und Mesh. Alles wirkt präzise zusammengesetzt, nichts knarzt oder gibt nach. Die Ohrmuscheln fallen etwas schlanker aus als beim Vorgänger.
B&W presst die Ohrpolster deutlich stärker an die Ohren als viele Konkurrenzmodelle. Das sorgt zwar für einen stabilen Sitz und verbessert die passive Abschirmung, führte bei mir aber zeitweise zu Kopfschmerzen. Ein Minuspunkt.
Bei der Bedienung ist der Px7 Oldschool – wie auch beim Design. Zur Bedienung gibt es weiterhin echte Tasten. An der rechten Ohrmuschel sitzen die Lautstärkeregler sowie die Multifunktionstaste für Wiedergabe und Anrufsteuerung. Auf der linken Seite befindet sich eine frei belegbare Schnellwahltaste. Darüber lassen sich beispielsweise ANC-Modi oder der Sprachassistent aufrufen.
Mittendrin statt nur dabei
Ja, der Spruch – stammend aus einem Werbespot für das Deutsche Sportfernsehen (DSF) aus den 90ern – ist abgenutzt und überstrapaziert. Aber passend. Der Px7 S3 bleibt klanglich unverkennbar ein Bowers & Wilkins. Statt auf Neutralität setzt er auf Wärme, Atmosphäre und Emotion. Aber nicht mit Basseffekten, sondern mit der warmen Grundabstimmung. Stimmen besitzen Substanz und Körper, Instrumente wirken voll und episch. Gleichzeitig vermittelt der Px7 S3, ein Live-Konzert-Gefühl. Musik spielt nicht nur zwischen den Ohren, sondern breitet sich spürbar vor mir aus. Gerade bei Live-Aufnahmen oder Filmmusik entwickelt der Kopfhörer eine fast schon cineastische Wirkung.
Der Bass trägt einen wesentlichen Teil zu diesem Eindruck bei. Er reicht tief hinab, liefert viel Druck und verleiht Musik ein solides Fundament. Anders als bei vielen bassbetonten Konkurrenten bleibt er dabei aber präzise und überdeckt weder Stimmen noch Instrumente. Insgesamt klingt der Px7 S3 weniger nach technischem Analysewerkzeug als nach einem Kopfhörer für Musikliebhaber. Er will nicht jeden Fehler einer Aufnahme offenlegen, sondern Musik möglichst mitreissend, kraftvoll und emotional wiedergeben. Genau darin liegt seine grösste Stärke.

Für Telefonate nutzt der Px7 S3 insgesamt acht Mikrofone, die Stimmen klar und verständlich übertragen. Auch in belebten Umgebungen bleibt die Sprachqualität auf hohem Niveau, da Hintergrundgeräusche zuverlässig herausgefiltert werden. Besonders Windgeräusche bekommt das System gut in den Griff. Damit eignet sich der Kopfhörer nicht nur für Musik, sondern ebenso für längere Telefonate, Videokonferenzen und den Einsatz im Homeoffice.
Das Noise Cancelling ist ebenfalls eindrucksvoll, auch wenn ohnehin kaum noch Luft nach oben besteht. Konstante Lärmquellen in jeglicher Frequenz blendet er gut aus, plötzlich aufkommende Geräusche verursachen dann und wann eine minimale Verzögerung. Ein solider Job insgesamt, wenn auch nicht ganz auf Sony-Niveau.
Dafür rüsten die Briten ihr aktuelles Flaggschiff mit vielen Codecs aus. Bluetooth 5.3 sorgt für stabile Verbindungen und eine hohe Reichweite. Zudem wird aptX HD unterstützt. Das dürfte Fans freuen, da sich damit Musik in besserer Qualität übertragen lässt. Zusätzlich unterstützt der Kopfhörer Audioübertragung per USB-C. Damit lässt sich der Kopfhörer auch kabelgebunden betreiben, falls der rund 30 Stunden durchhaltende Akku doch mal aufgibt.
Fazit
Für Fans der Signatur und des Brands – und jenen, die es werden wollen
Pro
- Kopfhörer ist hochwertig
- physische Knöpfe sind eine Wohltat
- der warme Sound ist episch
Contra
- hoher Anpressdruck
- nicht faltbar
- schwer (307 Gramm)

Seit ich herausgefunden habe, wie man bei der ISDN-Card beide Telefonkanäle für eine grössere Bandbreite aktivieren kann, bastle ich an digitalen Netzwerken herum. Seit ich sprechen kann, an analogen. Wahl-Winterthurer mit rotblauem Herzen.
Unsere Expertinnen und Experten testen Produkte und deren Anwendungen. Unabhängig und neutral.
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