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ARC, eARC, Toslink und Co.: Der Soundbar-Anschluss-Guide

Flacher Fernseher, dünner Sound: Eine Soundbar muss her. Doch welcher Anschluss bringt den besten Ton? Der Überblick über alle Verbindungen und ihre Tücken.

Die Fussball-WM steht vor der Tür. Spätestens, wenn das erste Spiel angepfiffen wird, fällt vielen auf: Das Bild ist zwar gestochen scharf, aber der Ton klingt ungefähr so mitreissend wie eine Pressekonferenz nach einem 0:0. Kein Wunder. Moderne Fernseher werden immer dünner. Für gute Lautsprecher bleibt darin kaum Platz. Die naheliegenste Lösung ist eine Soundbar.

Bevor du eine Soundbar kaufst, solltest du allerdings einen Blick auf die Rückseite des Fernsehers werfen. Es stellt sich nämlich die Frage: Welche Audio-Anschlüsse unterstützt dein Fernseher eigentlich? HDMI? Mit ARC? Mit eARC? Optisch? Bluetooth? Und welcher dieser Anschlüsse kann was? Dieser Artikel erklärt dir alle relevanten Anschlüsse zwischen Fernseher und Soundbar, ihre Geschichte, ihre technischen Besonderheiten sowie ihre Vor- und Nachteile.

HDMI ARC und eARC: Die moderne Standardlösung

Wenn du heute einen Fernseher und eine Soundbar kaufst, solltest du zuerst nach den Buchstaben ARC oder eARC Ausschau halten. ARC – Audio Return Channel – wurde 2009 mit HDMI 1.4 eingeführt und ermöglichte erstmals, dass ein HDMI-Kabel Tonsignale in beide Richtungen überträgt. Statt eines optischen oder Koax-Kabels vom TV zur Soundbar genügt seitdem ein zweites HDMI-Kabel. Für anspruchsvolle Audioformate wie Dolby Atmos oder unkomprimierten Mehrkanalton reicht ARC aber nicht – dafür ist ihre Bandbreite zu gering.

Auf diese Beschriftung musst du achten.
Auf diese Beschriftung musst du achten.
Quelle: Florian Bodoky

Genau deshalb führte das HDMI Forum 2017 zusammen mit HDMI 2.1 die Nachfolgetechnologie eARC ein. Das zusätzliche «e» steht für «enhanced» und beschreibt ziemlich genau, worum es geht: mehr Bandbreite. Nämlich 37 Mbit/s. Mit eARC lassen sich praktisch alle aktuellen Audioformate übertragen, darunter Dolby TrueHD, DTS-HD Master Audio, Dolby Atmos oder DTS:X. Selbst unkomprimierter Mehrkanalton mit bis zu acht Kanälen stellt kein Problem dar.

Besonders bemerkbar macht sich das bei hochwertigen Filmproduktionen oder 4K-Inhalten. Während ARC bei komplexen Tonformaten an seine Grenzen stösst, kann eARC die Daten verlustfrei übertragen. Gleichzeitig kommen Funktionen wie die automatische Geräteerkennung und die Lautstärkesteuerung über die TV-Fernbedienung hinzu. Voraussetzung ist allerdings, dass sowohl Fernseher als auch Soundbar eARC unterstützen. Ist das der Fall, gibt es derzeit kaum eine bessere Lösung.

Ob dein Fernseher eARC unterstützt, findest du ganz einfach raus: Schau dir die HDMI-Anschlüsse an. Wenn da an einem ARC oder eARC steht, hast du dort freie Bahn. Ob die HDMI-Buchse der Soundbar ARC oder eARC unterstützt, steht im Produktbeschrieb.

HDMI ohne ARC: Der historische Sonderfall

Nicht jeder HDMI-Anschluss ist automatisch auch ein ARC-Anschluss. Das sorgt bis heute für Verwirrung. Gerade Besitzer älterer Fernseher entdecken zwar mehrere HDMI-Buchsen auf der Rückseite ihres Geräts, stellen aber fest, dass sich die Soundbar trotzdem nicht wie gewünscht verbinden lässt.

HDMI übertrug zwar erstmals digital über eine einzige Verbindung Bild und Ton an den TV. An einen HDMI-basierten Rückkanal für Audio dachte 2002, bei der Einführung des HDMI-Standards, jedoch noch niemand. Das bedeutet: Der Fernseher kann zwar Ton von einer angeschlossenen Quelle empfangen, ihn aber nicht über HDMI an die Soundbar senden. Ist das bei deinem Gerät der Fall, brauchst du eine Soundbar, die sich auch über einen optischen oder koaxialen Audio-Anschluss verbinden lässt.

Optical (TOSLINK): Das rote Licht aus den Neunzigern

Wer einen älteren Fernseher mit HDMI, aber ohne ARC-Unterstützung hat, kennt die Alternative vermutlich schon: den kleinen quadratischen Anschluss auf der Rückseite, aus dem ein rotes Licht leuchtet. Dabei handelt es sich um TOSLINK

Der optische Anschluss hat es selbst auf die modernsten TV-Geräte geschafft.
Der optische Anschluss hat es selbst auf die modernsten TV-Geräte geschafft.
Quelle: Florian Bodoky

TOSLINK wurde Anfang der 1980er-Jahre von Toshiba entwickelt und galt über Jahrzehnte als Standardlösung für digitale Audioverbindungen im Heimkino. Während bei anderen Anschlüssen elektrische Signale übertragen werden, kommen hier Lichtimpulse zum Einsatz. Das macht die Verbindung unempfindlich gegenüber elektromagnetischen Störungen und verhindert typische Probleme wie Brummschleifen.

In den 1990er- und 2000er-Jahren war der optische Anschluss praktisch überall zu finden. Fernseher, DVD-Player, AV-Receiver und Heimkinoanlagen kommunizierten oft über diese Schnittstelle miteinander. Erst mit dem Siegeszug von HDMI verlor sie langsam an Bedeutung. Technisch liefert TOSLINK aber bis heute eine solide Leistung. Für klassisches Fernsehen reicht das vollkommen aus – Stereo oder komprimierter Surround Sound geht. Seine Grenzen zeigt das System erst bei HD-Audioformaten. Dolby TrueHD, DTS-HD Master Audio oder verlustfreies Dolby Atmos benötigen viel mehr Bandbreite, als der optische Standard bereitstellen kann (circa 384 kbit/s).

S/PDIF (Koaxial): Der Evergreen

War lange der Standard und weit verbreitet – Koax.
War lange der Standard und weit verbreitet – Koax.
Quelle: Galaxus

Bei der koaxialen Variante wird ein 75-Ohm-Kabel verwendet, das mit Cinch- (RCA-) Steckern ausgestattet ist. Das Signal wird elektrisch übertragen und ermöglicht Kabellängen von mehreren Metern ohne nennenswerte Qualitätsverluste.

Der Standard unterstützt die Übertragung von PCM-Audio mit bis zu 24 Bit Auflösung und Abtastraten von bis zu 192 kHz. Darüber hinaus können komprimierte Mehrkanalformate wie Dolby Digital und DTS als Bitstream übertragen werden. Dadurch wurde Koax über viele Jahre zur beliebten Schnittstelle für Heimkinoanlagen und AV-Receiver.

Die verfügbare Bandbreite ist aber limitiert. Moderne hochauflösende Mehrkanalformate wie Dolby TrueHD, DTS-HD Master Audio oder objektbasierte Formate wie Dolby Atmos können nicht vollständig übertragen werden. Und trotzdem: «Koax-Kabel» sind weiterhin verbreitet. Die Technologie gilt als robust, zuverlässig und bietet eine einfache Möglichkeit, digitale Audiosignale zwischen kompatiblen Geräten auszutauschen.

Analog: Der vergessene Bruder

Analoge Cinchkabel dürften auch Gamer aus der alten Konsolengeneration noch kennen.
Analoge Cinchkabel dürften auch Gamer aus der alten Konsolengeneration noch kennen.
Quelle: Galaxus

Bevor digitale Schnittstellen Einzug ins Wohnzimmer hielten, wurde Ton ausschliesslich analog übertragen. Die bekanntesten Vertreter dieser Generation sind die rot-weissen Cinch-Buchsen (und natürlich die 3,5mm Klinkenstecker). Bei diesen Verbindungen werden Audiosignale als elektrische Spannung übertragen. Das war aber jahrzehntelang der Standard für praktisch alle Audioanwendungen. Vom Walkman über die Stereoanlage bis zum Röhrenfernseher basierte fast alles auf analoger Technik.

Der Nachteil zeigt sich aus heutiger Sicht jedoch deutlich. Analoge Verbindungen übertragen in der Regel nur Stereo-Ton. Moderne Surround-Formate und verlustfreie Mehrkanalformate sind damit nicht möglich. Zudem reagieren analoge Signale empfindlich auf Störungen und Qualitätsverluste. Dennoch haben diese Anschlüsse bis heute ihre Berechtigung. Und wenn wirklich gar keine digitale Alternative verfügbar ist – etwa beim geerbten AV-Verstärker – liefert auch ein analoges Kabel oft noch besseren Klang als die integrierten Lautsprecher vieler Fernseher.

Bluetooth: Die kabellose Bequemlichkeit

Bluetooth gehört mittlerweile zu den selbstverständlichsten Technologien unseres Alltags. Kopfhörer, Smartphones, Lautsprecher und Smartwatches kommunizieren längst drahtlos miteinander. Kein Wunder also, dass auch Fernseher und Soundbars häufig Bluetooth unterstützen. Die Technologie wurde Ende der 1990er-Jahre entwickelt und hatte ursprünglich vor allem ein Ziel: Kabel ersetzen. Genau das macht Bluetooth bis heute attraktiv. Die Einrichtung ist meist in Sekunden erledigt, zusätzliche Kabel werden nicht benötigt und die Soundbar lässt sich flexibel im Raum platzieren.

Allerdings hat diese Bequemlichkeit ihren Preis. Bluetooth komprimiert Audiosignale und ist daher nicht auf maximale Klangqualität ausgelegt. Zwar existieren moderne Codecs wie aptX HD oder LDAC, die deutlich bessere Ergebnisse liefern, viele Fernseher beschränken sich jedoch weiterhin auf die Basis-Codecs wie SBC. Hinzu kommt ein weiteres Problem: die Latenz. Wird der Ton verzögert übertragen, können Bild und Ton auseinanderlaufen. Bei einem Podcast fällt das kaum auf. Bei einem WM-Final hingegen umso mehr, wenn der Kommentator «Tor!» ruft, bevor der Ball überhaupt im Netz landet.

WLAN und Netzwerk-Audio

Die jüngste Entwicklung im Bereich der Audioübertragung führt weg von direkten Verbindungen hin ins Heimnetzwerk. Moderne Soundbars von Herstellern wie Sonos, Bose, Samsung oder LG verfügen häufig über WLAN-Funktionen und können Musik direkt aus dem Netzwerk empfangen. Der grosse Vorteil: Musik lässt sich komfortabel von Smartphones, Tablets oder Computern streamen, ohne dass ein einziges Audiokabel benötigt wird.

Für den Fernsehton hat sich das bislang allerdings nicht durchgesetzt. Der Grund: Synchronität zwischen Bild und Ton. Schon minimale Verzögerungen können störend wirken. Deshalb setzen die meisten Hersteller für die Verbindung zwischen Fernseher und Soundbar weiterhin auf HDMI eARC, während WLAN vor allem für Musikstreaming und Multiroom-Systeme genutzt wird. Das macht Netzwerk-Audio zu einer Ergänzung, aber selten zum vollständigen Ersatz einer kabelgebundenen TV-Verbindung.

Fazit: Welchen Anschluss solltest du wählen?

Die Wahl des richtigen Anschlusses hängt letztlich vor allem vom Alter deiner Geräte ab. Unterstützen sowohl Fernseher als auch Soundbar eARC, was heutzutage selbst sehr günstige Fernseher tun, musst du nicht lange überlegen. Keine andere Verbindung bietet derzeit eine vergleichbare Kombination aus Klangqualität, Komfort und Zukunftssicherheit. Sämtliche modernen Audioformate werden unterstützt, die Bedienung erfolgt bequem über die Fernbedienung des Fernsehers und auch anspruchsvolle Tonspuren gelangen verlustfrei zur Soundbar.

Aber auch wer kein HDMI-eARC-Anschluss besitzt, muss nicht verzweifeln. ARC bleibt eine ausgezeichnete Lösung für den Alltag und genügt für die meisten Anwendungen vollkommen.

Fehlt die HDMI-Rückkanalfunktion ganz, ist der optische Anschluss nach wie vor die sinnvollste Alternative. Zwar musst du auf einige moderne Audioformate verzichten, für Mehrkanalton und zuverlässige Wiedergabe reicht die Bandbreite jedoch problemlos aus. Bluetooth wiederum punktet vor allem mit wenig Kabelgewirr – ist aber eine Bastellösung. Man nimmt dafür bei Klangqualität, Stabilität und Latenz gewisse Kompromisse in Kauf. Und analoge Anschlüsse sind heute vor allem eine Notlösung für ältere Geräte.

Titelbild: Shutterstock

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Seit ich herausgefunden habe, wie man bei der ISDN-Card beide Telefonkanäle für eine grössere Bandbreite aktivieren kann, bastle ich an digitalen Netzwerken herum. Seit ich sprechen kann, an analogen. Wahl-Winterthurer mit rotblauem Herzen.


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