
Apple präsentiert faltbares iPhone Duo und iPhone 18 Pro
Der erste Foldable von Apple hat ein mattes Display und kostet viel. Das iPhone 18 Pro bekommt derweil eine Kamera mit variabler Blende. Das reguläre Modell lässt auf sich warten.
Apple hat neue iPhones vorgestellt. Das iPhone Duo (Microsoft-Fans haben ein Déja-vu) ist das erste faltbare Smartphone der Kalifornier. Es hat das Format eines Reisepasses und ist 5,2 Millimeter dünn. Die schlanke Bauweise bedeutet allerdings Abstriche bei gewissen Features und die vielen Displays machen das Duo zum teuersten iPhone aller Zeiten.
Das iPhone 18 Pro und das iPhone 18 Pro Max erhalten eine Kamera mit variabler Blende und einen neuen Chip. Die Dynamic Island wird kleiner, der Akku grösser. Das normale iPhone 18 glänzte wie im Vorfeld erwartet durch Abwesenheit. Es dürfte erst im Frühling folgen.

Quelle: Screenshot Apple Keynote
Das iPhone 18 Pro ist ab dem 18. September erhältlich, das iPhone Duo ab dem 23. Oktober. Beide können ab Samstag, 12. September, vorbestellt werden. Die Links werden hier ergänzt, sobald die Produkte in unserem System online sind. Die Preise steigen im Vergleich zum Vorjahr an – wenn auch weniger stark als wegen der Speicherkrise befürchtet:
- iPhone 18 Pro, 256 GB: 1199 Franken / 1459 Euro
- iPhone 18 Pro Max, 256 GB: 1299 Franken / 1599 Euro
- iPhone Duo, 256 GB: 1999 Franken / 2299 Euro
iPhone Duo: High-End-Technik, High-End-Preis
Das iPhone Duo ist spät dran. Andere Hersteller wie Samsung, Google und Huawei bieten das faltbare Konzept bereits seit Jahren an. Dafür macht Apples Version direkt ab der ersten Generation einen ausgereiften Eindruck. Das Duo kommt im Reisepass-Format, das sich bei der Konkurrenz als am praxistauglichsten erwiesen hat. Sowohl aussen als auch innen beträgt das Seitenverhältnis 5:7.
Das Aussendisplay hat eine Diagonale von 5,4 Zoll und eine Auflösung von 1398 × 2034 Pixeln. Das entspricht der gleichen Pixeldichte von 460 Pixel pro Zoll (ppi) wie beim Pro-Modell. Das Innendisplay ist 7,6 Zoll gross und bietet 1878 × 2670 Pixel (ebenfalls 460 ppi).

Quelle: Apple
Zugeklappt ist das iPhone Duo 11,3 Millimeter (mm) dick, aufgeklappt 5,2 mm – ohne Kameras. Aufgeklappt ist das iPhone Fold fast so gross wie ein iPad mini (8,3 Zoll im 3:2-Format). Als Farben stehen «Sternenweiss» und «Nachthimmel» zur Auswahl.
Eine klassisches Schwierigkeit von Foldables ist der Falz im Display. Einerseits kann er optisch irritieren, andererseits ist er eine potenzielle Veschleiss-Schwachstelle. Apple behauptet, beiden Probleme gelöst zu haben. Das Display nutzt ein Multi-Layer-Design mit einer flexiblen Titanplatte als Basis und einem matten Nanotextur-Finish. So soll das iPhone Duo jahrelange Nutzung überstehen und sich auch aufgeklappt flach anfühlen. Dabei hilft ein aufwändiges Scharnier aus über 100 Bauteilen.

Quelle: Apple
Auf Software-Ebene hat Apple eine dedizierte Variante von iOS für das Duo entwickelt. Die Bedienelemente wandern an die rechte Seite, woran sich iPhone-Veteranen erst gewöhnen müssen. Der Wechsel vom Aussen- aufs Innendisplay soll sich nahtlos anfühlen. Eigene Apps hat Apple bereits entsprechend angepasst. Auch einige grosse Anbieter wie Netflix werden bereits zum Marktstart spezielle Versionen ihrer Apps anbieten. Ob sich auch kleine Entwickler den Aufwand machen, bleibt abzuwarten.
Die dünne Bauweise bringt Kompromisse mit sich. Der erste ist ein reduziertes Kamerasystem im Vergleich zum iPhone 18 Pro. Es besteht hinten aus einer 48-Megapixel-Hauptkamera mit einem kleineren Sensor – vermutlich die gleiche wie im regulären iPhone 17. Sie hat eine Brennweite von 26 mm (Kleinbild-äquivalent) und eine Blende von ƒ/1.6. Die Ultraweitwinkel-Kamera (13 mm Brennweite, Blende ƒ/2.2) ist hingegen die gleiche wie im Pro-Modell. Eine Telekamera fehlt.

Quelle: Apple
Im Aussendisplay setzt Apple für Selfies erstmals eine Hole-Punch-Kamera ein. Innen gibt es für Videocalls eine, die unter dem Display sitzt. Sie dürfte qualitativ nicht an eine normale Kamera heranreichen. Das macht aber nichts. Wer aufgeklappt ein Selfie machen möchte, kann das mit der Hauptkamera tun und das Aussendisplay für die Vorschau nutzen.
Die kleinen Kameras in und unter den Displays bedeuten allerdings: Es fehlt der Platz für Face ID. Statt mit dem Gesicht musst du das iPhone Duo deshalb per Fingerabdruck entsperren. Der Touch-ID-Sensor befindet sich im Sperrknopf auf der Seite.

Quelle: Apple
Unter der Haube arbeitet der neue A20 Pro (Details weiter unten beim iPhone 18 Pro). Exklusiv im Duo verbaut Apple zudem ein neues C2-Modem. Es unterstützt das in den USA teilweise verfügbare 5Gmm-Wave-Netz, ist schneller und effizienter. Einen Slot für physische SIM-Karten suchst du vergeblich. Das iPhone Duo braucht weltweit zwingend eine eSIM. Als Akkulaufzeit gibt Apple 24 Stunden aktive Nutzung an, wenn davon je 50 Prozent auf Innen- und Aussendisplay entfallen.
Für die High-End-Technik verlangt Apple einen High-End-Preis. Schon die günstigste Variante des iPhone Duo mit 256 Gigabyte (GB) Speicher kostet 1999 Franken oder 2299 Euro. Brauchst du mehr Platz, hat hoffentlich deine Hypothek noch Luft nach oben oder du kannst eine Niere entbehren: Wegen der Speicherkrise sind Upgrades kostspieliger denn je und für das Modell mit 2 Terabyte werden satte 3199 Franken oder 3799 Euro fällig. Damit entthront das iPhone Duo das Samsung Galaxy Z Fold8 Ultra (Launchpreis: 2200 Franken) als teuerstes Smartphone aller Zeiten.

Quelle: Apple
iPhone 18 Pro: überarbeitete Kamera, mehr Leistung
Nach dem neuen Anstrich letztes Jahr ändert sich kaum etwas am Design des Pro-Modells. Nur die pillenförmige Aussparung für Selfie-Cam und Face ID auf der Frontseite («Dynamic Island») schrumpft etwas. Dadurch bleibt mehr Platz, sodass das iPhone 18 Pro drei Live-Aktivitäten gleichzeitig anzeigen kann, statt nur zwei wie der Vorgänger. Als Farben stehen Schwarz, Silber, «Polar» und «Burgunder» zur Verfügung.

Quelle: Apple
Die grösste Neuerung gibt es bei der Hauptkamera auf der Rückseite. Sie erhält erstmals ein Objektiv mit variabler Blende von ƒ/1.48 bis ƒ/4. Das erlaubt eine grössere Kontrolle über Tiefenschärfe und Belichtung. Die Blende besteht aus sechs Lamellen, die dünner sind als ein menschliches Haar.
Allerdings werden bei Smartphones wegen des kleinen Sensors Bokeh-Effekte sowieso hauptsächlich digital simuliert (Portrait-Modus) und der elektronische Verschluss erreicht Belichtungszeiten, die selbst mit Offenblende in der Sonne kurz genug sind. Die einzige wirkliche Praxisanwendung einer variablen Blende in Smartphones sind absichtlich lange Verschlusszeiten. Entweder für Langzeitbelichtungen bei Fotos, oder für natürlich wirkende Bewegungsunschärfe in Videos.

Quelle: Apple
Am Sensor und an den anderen zwei Kameras scheint sich nichts zu ändern. Auf Software-Ebene baut Apple die «Fotografischen Stile» aus. Neben «Ton» und «Farbe» lassen sich nun auch «Textur» und «Körnung» anpassen. Textur erinnert an «Klarheit» in klassischen RAW-Konvertern, Körnung gibt dem Bild wohl einen analogen Film-Look. Wie sich die Einstellungen genau auswirken, werden Tests zeigen.

Quelle: Apple
Auch sonst bekommt die Kamera-App neue Funktionen. Mit «Pro Controls» kannst du sie individualisieren. Wer will, lässt sich ein Histogramm anzeigen oder passt Dinge wie Weissabgleich, Blende und Verschlusszeit manuell an. Dafür waren bisher Apps von Drittanbietern nötig. Ein hochinteressantes Feature in den Zeiten von KI-Bildern ist zudem «Apple Reference Image»: Die Hauptkamera speichert eine Originalversion von Fotos, die schon auf der Sensorebene mit einer verschlüsselten Signatur versehen werden. Damit lässt sich nachträglich die Authentizität eines Bilds belegen.
Als Chip kommt der neue A20 Pro zum Einsatz. Als zweiter Chip von Apple nach dem M6 basiert er auf einer Fertigung im 2-Nanometer-Verfahren. Die 6-Core-CPU mit zwei Super Cores und 4 Efficiency Cores ist 20 Prozent schneller als beim A19 Pro, die 7-Core-GPU gar 40 Prozent. Die Neural Engine hat nun 32 Cores statt 16 wie zuvor, die Speicherbandbreite steigt um 50 Prozent.

Quelle: Apple
Unter dem Strich soll der A20 Pro eine 40 Prozent bessere Performance unter Dauerlast schaffen. Damit eigne er sich optimal für den Betrieb von lokalen KI-Modellen, die mit iOS 27 flächendeckend eingeführt werden. Die neue Apple Intelligence mit Siri AI präsentierte Apple bereits im Sommer. Neues dazu gab es an der iPhone-Keynote nicht.
Die Akkulaufzeit macht «den grössten Sprung aller Zeiten». Das iPhone 18 Pro schafft gemäss Apple 36 Stunden Videoplayback, das iPhone 18 Pro Max 45 Stunden. Als aktive Nutzungszeit nennt der Hersteller 24 und 30 Stunden. Der Akku lässt sich zudem schneller laden als bisher – in 15 Minuten von 0 auf 50 Prozent. Mit wie viel Watt ist unklar. Die Spezifikationen empfehlen ein 60-Watt-Ladegerät.

Quelle: Apple
Du kannst die neuen iPhones ab dem 12. September vorbestellen. Ein Testbericht folgt in den nächsten Wochen, auch im Techtelmechtel-Podcast werden wir uns über die neuen Geräte unterhalten. Falls du die Keynote nachschauen möchtest, findest du hier die Aufzeichnung:
Mein Fingerabdruck verändert sich regelmässig so stark, dass mein MacBook mich nicht erkennt. Der Grund: Sitze ich nicht vor einem Bildschirm oder stehe hinter einer Kamera, hänge ich oft an den Fingerspitzen in einer Felswand.
Vom neuen iPhone bis zur Auferstehung der Mode aus den 80er-Jahren. Die Redaktion ordnet ein.
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