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Analoge Fotografie – Warum du noch immer Film benutzen solltest

Egal ob du dich mehr mit der fotografischen Materie auseinandersetzen möchtest oder einfach in Nostalgie schwelgen willst. Analoge Fotografie besitzt einen eigenen Charme, an den die digitale Fotografie niemals herankommen wird.

Der analoge Reiz

War das gerade ein gutes Foto? Ist es verschwommen? Soll ich vielleicht noch eins machen? Man weiss es nicht! Genau diese Ungewissheit über die Fotos macht den Reiz der analogen Fotografie aus. Dies hat zur Folge, dass man sich vor dem Fotografieren eines Sujets viel mehr Gedanken macht, als bei der digitalen Fotografie. Man stellt sich vor dem Fotografieren die Frage, was man mit dem Bild aussagen will. Einfach gesagt: man setzt sich viel intensiver mit der Fotografie auseinander als wenn man einfach darauf losknipst.

Mich hat genau dieses Auseinandersetzen mit den Sujets in der Fotografie enorm weitergebracht. Dies hat zur Folge, dass ich mittlerweile weniger «Ausschuss» produziere und mehr brauchbare Fotos erhalte. Zugegeben, auch Schnappschüsse können attraktiv sein. Einfach mal aus der Hüfte schiessen und nicht wissen was man gerade eingefangen hat, besitzt einen ganz eigenen Charme. Die meisten dieser Fotos werden jedoch mehr schlecht als recht. Bei der digitalen Fotografie spielt dies keine Rolle. Man kann die misslungenen Fotos einfach löschen. Bei der analogen Variante ist dies nicht möglich. Da das Entwickeln bekanntlich nicht gratis ist, kann dies schnell ins Geld gehen.

Nachteile der analogen Fotografie

Ein häufiger Nachteil, welcher mit der analogen Fotografie in Verbindung gebracht wird, ist der finanzielle Aspekt. Ein 135er-Film kostet irgendwo zwischen fünf und zehn Franken. Je nach ISO-Empfindlichkeit und ob man lieber mit Farbe oder Schwarz-Weiss fotografiert. Für das reine Entwickeln ohne Abzüge kommen dann nochmals zwischen sechs und zehn Franken pro Film hinzu. Das macht bei einem Film mit 36 Bildern schlussendlich um die 40 Rappen pro Foto. Bei exzessivem Fotografieren wird das schnell teuer.

Was man jedoch mit in die Rechnung einfliessen sollte, ist der Preis einer Kamera. Gut erhaltene analoge Spiegelreflexkameras bekommt man bei den bekannten Onlineauktionshäusern bereits zwischen 50 und 150 Franken. Folglich können einige Fotos à 40 Rappen geschossen werden, bis man in die Preisklasse von digitalen Spiegelreflexkameras stösst. Bei ersteigerten Kameras besteht immer das Risiko, dass die Kamera nicht funktioniert. Es kann durchaus vorkommen, dass du ein paar Franken in den Sand setzt und ein kaputtes Gerät ersteigerst. Ich kann dich aber beruhigen. Alle Kameras, die ich erstanden habe, funktionierten. Ein kleines Restrisiko besteht jedoch immer.

Welche Filmtypen gibt es

Da es noch immer Leute unter uns gibt, die mit Film fotografieren, werden diese auch in der heutigen Zeit noch hergestellt. Klar ist die Auswahl nicht mehr so gross wie anno dazumal. Die gebräuchlichsten Filmtypen sind noch immer erhältlich. Grundsätzlich unterscheiden sich die Filmformate in zwei Arten: der Kleinbildfilm (135) und der Rollfilm (120).

Für beide dieser Filmformate bekommt man wiederum verschiedene Typen von Filmen. Es gibt die Farb-Negativ-Filme, die Farb-Dia-Filme und die Schwarz-Weiss-Filme. Welchen Filmtyp du schlussendlich verwendest, ist deinem persönlichen Gusto überlassen. Was du jedoch beachten musst, ist der ISO-Wert des jeweiligen Films. Die meisten Filme besitzen einen ISO-Wert zwischen 100 und 800. Je höher diese Zahl ist, desto lichtempfindlicher ist dein Film. Bei Tag wählst du deshalb eine tiefere Zahl und bei Nacht eher eine höhere. Der Wert kann hierbei nicht wie bei der digitalen Fotografie beliebig gewählt werden, sondern ist an den Film gebunden.

Hier ist eine kleine Auswahl an Filmen mit verschiedenen ISO-Werten:

Ultra Max 400 Film 135/24 (Analogfilm)
CHF 10.20statt vorher 12.601
Kodak Ultra Max 400 Film 135/24 (Analogfilm)

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Portra 800 Film 135/36 (Analogfilm)
CHF 18.–
Kodak Portra 800 Film 135/36 (Analogfilm)

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Meine ersten Gehversuche

Vor ziemlich genau sechs Jahren kaufte ich meinen «ersten» analogen Fotoapparat. (Klar hatte ich auch als kleiner Junge einen, den zähle ich jedoch hier nicht dazu.) Das gute Teil war eine «Smena 8M» von 1970. Eine aus Plastik bestehende Kompaktkamera aus der ehemaligen Sowjetunion. Ich war damit ziemlich überfordert, da ich zu diesem Zeitpunkt noch wenig von Blende und Verschlusszeit wusste. Da die Einstellungen durch den Sucher nicht erkennbar sind, waren meine ersten Fotos eher schlecht als recht. Also musste ein einfacheres Gerät her.

Die zweite Kamera, welche ich erworben habe, war ebenfalls eine Kompaktkamera. Sie hatte jedoch einen integrierten Lichtmesser, welcher die Blende und die Verschlusszeit automatisch eingestellt hat. Das Einzige, was ich manuell einstellen musste, war der Fokus. Somit war ich erstmals in der Lage, ansehnliche Fotos mit einer Analogkamera zu schiessen.

Meine zweite Kamera: Lomo LC-A+

Ich nehme sie auch heute immer wieder mal gerne nach draussen. Ihre kompakte Bauweise und Bedienerfreundlichkeit macht sie zu deinem idealen Begleiter, wenn du einfach mal drauf los fotografieren willst. Dies ist vor allem von Vorteil, wenn du noch wenig Ahnung von der Fotografie besitzt, denn deine Fotos werden mit dieser Kamera fast immer gut aussehen.

Einen Schritt weiter

Nach einer Weile wollte ich aber etwas Neues ausprobieren und einen Schritt weiter gehen. Also kaufte ich mir eine alte Spiegelreflexkamera. Es war eine Zenit-E von 1980. Ihr metallenes Gehäuse wiegt gefühlte zehn Kilogramm, ist dadurch aber beinahe unzerstörbar. Ich hatte ziemlich grosse Freude an dieser Kamera und konnte mit ihr viel über die Fotografie lernen. Was geschieht, wenn ich die Blende weiter öffne? Wie weit kann ich mit den Verschlusszeiten gehen?

Spiegelreflexkamera von 1980: Zenit-E Olympia Edition

Ihr massives Gewicht und die nicht immer einwandfrei funktionierende Technik aus der Sowjetunion brachten mich dazu, neuere Modelle zu erwerben. Unter anderem besitze ich mittlerweile eine Nikon F80 und eine Canon 5. Dies sind beides Spiegelreflexkameras aus der analogen Neuzeit. Beide stammen aus der Jahrtausendwende. Sie funktionieren gleich wie heutige digitale Kameras, besitzen ebenfalls verschiedene Modi und können mit aktuellen Objektiven gepaart werden. Einziger Unterschied: Man sieht die Fotos erst nach dem Entwickeln im Labor.

Auf was wartest du noch

Mach dich auf den Weg und geh nach draussen. Vergiss dabei aber deine Kamera nicht. Stell sie auf manuell und knips dich durch den Tag. Ob du nun schon analog oder immer noch digital unterwegs bist, ist dir überlassen. Mich wirst du jedenfalls mehr mit Film als mit Speicherkarte antreffen.

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Ramon Schneider

Als Multimedia-Produzent interessiert mich alles, was mit Medien zu tun hat. Alles! Egal ob Film, Foto, Ton, Grafik oder Text. Des Weiteren bin ich seriensüchtig, Musik affin und unternehmungslustig. Bei schönem Wetter liebe ich es draussen zu sein, der Zivilisation zu entfliehen und bei einem gemütlichen Lagerfeuer die Natur zu geniessen.

6 Kommentare

User saschaerni

Merci! Vielleicht noch als Ergänzung, da die Kosten doch ziemlich betont wurden:
- Schwarzweißfilm kann man auch problemlos selbst entwickeln. Wechselsack und Entwicklerdose+Chemie reichen.
- Größerer Knackpunkt ist das Scannen. Ich hoffe da auf einen Folgeartikel.

10.03.2017
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User Anonymous

Das kann nur ein Digital Native geschrieben haben. Alten Säcken wie mir, die früher zwangsläufig analog fotografieren mussten, weil es nichts anderes gab, fällt heute nicht mal im Traum ein wieder analog zu fotografieren. Meine mehr als 50 analogen Kameras schaue ich mir gerne an... in der Vitrine.

14.03.2017
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User fumo

Als nächstes kommt "Warum du dir dein Fleisch selbst pökeln solltest anstatt ins Kühlschrank zu stellen" und "Waschmaschinen sind für Warmduscher, Waschbrett am Fluss ist das einzig wahre" XD

03.04.2017
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User PhilMeier

@Anonymous:
Bei 'moderneren' analogen SLR-Kameras stimme ich dir ein Stück weit zu. Da ist der Unterschied nicht mehr wirklich gegeben. Wenn man Autofokus, Blendenpriorität o.ä. verwenden möchte, dann geht man am besten direkt wieder in den digitalen Bereich.

Bin mit analoger Photographie aufgewachsen und photographiere inzwischen natürlich hauptsächlich digital, aber komplett manuelle und mechanische Kameras haben trotzdem ihren Reiz, da muss ich dir also klar widersprechen.

26.04.2017
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User Anonymous

Man kann heutzutage ja auch schöne alte Objektive an spiegellose Kameras adaptieren. Es gibt sogar manche die ähnlich aussehen und zu bedienen sind wie alte analoge Kameras (Fujfilm, Olympus, in Grenzen auch Sony A7 Reihe). Man kann auch dort alles selber einstellen.
Sicher haben alte analoge Kameras ihren Reiz. Einfach nicht zum fotografieren für mich. Aber das kann ja jeder machen wie er will.

26.04.2017
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User siRtobey1

Ich als "Digital-Native" kann den Gedankengang vom Originalposter nachvollziehen - Digital hat viele Vorteile, und das ist auch gut so! Besonders wenn das Resultat wichtig ist!
Ausser meiner ersten billigen Minolta waren alle Kameras digital. Aber deswegen auch die Faszination. Nur 36 Fotos, kein Autofokus, und erst nach dem Entwickeln sieht man das Resultat. Alles irgendwie prickelnd und macht Spass!
Deswegen habe ich aber Fuji-Kameras so viel Spass - das beste aus digital und analog!

30.04.2017
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