Sony Xperia XZ Premium – Das Sony-Flaggschiff im Test beim Kameraprofi

Manuel Wenk
Zürich, am 12.06.2017
Sonys neues Handy, das Xperia XZ Premium, brüstet sich mit massiver Kameraleistung. Taugt die aber was im echten Leben? Ich als Video Blogger muss es ja wissen, denn Kameras sind mein liebstes Werkzeug. Im Privatleben bin ich auch noch Handyenthusiast. Das Sony XZ Premium scheint für mich gemacht. Also habe ich das Gerät getestet.

Diese Tage wird das neue Sony-Flaggschiff, das Sony Xperia XZ Premium, an die Besteller ausgeliefert. Mit aktueller Hardware und einer von Sony stark beworbenen Kamera inklusive einer noch nie in einem Smartphone gesehenen 960 Frames pro Sekunde Slow-Motion-Modus geht der Konzern auf Kundenfang. Ich konnte das Gerät die letzten zwei Wochen im Alltag testen um hier meine Erfahrungen mit dir zu teilen.

Edles Glas mit kleinem Screen

Eines vorweg – das Teil sieht verdammt schick aus! Irgendwie anders, als der gesamte Einheitsbrei, der sich momentan auf dem Markt befindet. Sony setzt bei der Materialwahl auf Glas. Die Vorder- und die Rückseite bestehen aus Corning Gorilla Glass 5, welches das Gerät kratzresistent und sehr widerstandsfähig machen soll. Zusätzlich ist es nach IP65/68 Zertifizierung wasserdicht.

Xperia XZ Premium (64GB, Deepsea Black, 5.50", Single SIM, 19Mpx, 4G)
Gebraucht
230.–
Sony Xperia XZ Premium (64GB, Deepsea Black, 5.50", Single SIM, 19Mpx, 4G)
Xperia XZ Premium (64GB, Bronze Pink, 5.50", Single SIM, 19Mpx, 4G)
Sony Xperia XZ Premium (64GB, Bronze Pink, 5.50", Single SIM, 19Mpx, 4G)
Xperia XZ Premium (64GB, Luminous Chrome, 5.50", Single SIM, 19Mpx, 4G)
Sony Xperia XZ Premium (64GB, Luminous Chrome, 5.50", Single SIM, 19Mpx, 4G)

Tipp: Beim Smartphone-Kauf mit einem Neuabo oder einer Vertragsverlängerung kannst du einige Batzen sparen. Zum Beispiel mit dem Swisscom inOne xtra mobile M erhälst du das Xperia XZ Premium bereits für 179.– oder mit dem inOne mobile M für 229.–!

Das ganze Glas hat aber seine Schattenseiten. Du wirst jeden Fingerabdruck auf der Oberfläche sehen und das ganze Gerät spiegelt stark. Die silberne Variante kann locker als Spiegelersatz für kurzes Make-Up-Refreshing oder sonst etwas herhalten. Die Rückseite ist so rutschig, dass du vorsichtig sein musst, damit das Gerät nicht aus versehen irgendwo hin rutscht. Ich hab meines auch schon auf mein Portemonnaie gelegt und einige Minuten später lag das Handy auf dem Tisch, weil es sich langsam selbstständig gemacht hat und dann der Schwerkraft gefolgt ist.

Das Sony XZ Premium hat alle mechanischen Bedienelemente auf der rechten Seite. Dazu gehört eine Lautstärkewippe, ein An/Aus-Schalter mit integriertem Fingerprint und einen dedizierten Kamera-Auslösebutton. Dazu aber im Abschnitt «Kamera» mehr.

Was mir richtig gefällt ist, dass die Kamera vollständig im Gehäuse versenkt ist. Es gibt also kein Wackeln, wenn es auf der Rückseite liegt und man beispielsweise auf dem Tisch eine Nachricht schreibt.

Insgesamt bin ich vom Design sehr angetan. Leider hat es Sony aber nicht geschafft, die Ränder rund ums Display klein zu halten. Sie scheinen mir geradezu riesig zu sein, wenn ich sie mit der Konkurrenz vergleiche. Am oberen sowie am unteren Rand wird mehr als 1.5 cm Platz eingenommen - und das ohne einen verbauten Homebutton. Okay, dafür je ein Lautsprecher für Stereo Sound, das sollte aber trotzdem kleiner gehen.

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Ein Fünfräppler mit 17.5mm Durchmesser reicht knapp über den Rand des Phones

Das XZ Premium hat einen Screen to body ratio von 68.5%. Das neue Samsung Galaxy S8 schafft 83.6%. Wenigstens konnte Sony das iPhone mit 65.6% noch um ein paar Prozentpunkte schlagen. Aber trotzdem: Das ist sowas von 2016, Sony!

Langlebig mit merkwürdigem Fingerabdrucksensor

Dank des Qualcomm Snapdragon 835 spielt das Telefon, was die Prozessorleistung anbelangt, ganz vorne mit. Im alltäglichen Gebrauch konnte ich da dann auch keine Aussetzer feststellen. Ruckeln oder langes Laden gibt es nicht. Auch das Wechseln zwischen Apps funktioniert dank 4GB RAM sehr flüssig.

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Fingerprintsensor an der Seite? Gute Idee, aber die Umsetzung ist mangelhaft

Gar keinen Gefallen gefunden habe ich am Fingerprintsensor. Einerseits ist er sehr gewöhnungsbedürftig platziert und andererseits wurde mein Finger einfach nicht zuverlässig erkannt. Sehr häufig brauchte ich so viele Versuche, dass die Meldung «Too many attempts. Try again later» auftauchte und ich das Gerät mit dem Code entsperren musste. Und ja, die Meldung erschien in englischer Sprache – ich hab meine Phones immer auf Englisch eingestellt. Entweder ich wechsle meine Fingerabdrücke wie ein Chamäleon seine Hautfarbe oder Sony muss hier noch kräftig nachbessern. Mit keinem anderen Fingerabdrucksensor hatte ich bisher so viele Schwierigkeiten wie mit diesem.

Gut möglich, dass es auch an der ungewöhnlichen Platzierung liegt. Was hinzukommt, ist der Fakt, dass es mir nicht ausgereicht hat, zwei Fingerprints zu speichern. Je nach dem, wie ich das XZ Premium halte, nutze ich einen anderen Finger. Ich musste nach und nach mehr Finger hinzufügen. Bei einem Sensor auf der Rückseite oder unten auf der Vorderseite reichten mir zwei Finger eigentlich immer aus.

Der Akku ist mit einer Kapazität von 3230 mAh Kapazität im Vergleich zu vielen anderen Phones eher knapp bemessen. Sony hat hier aber gute Arbeit geleistet, was die Softwareoptimierung anbelangt. Im Normalfall bin ich immer gut durch den Tag gekommen. Es kam auch vor, dass ich beim ins Bett gehen noch 20-30% Kapazität übrig hatte.

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Der Akku hält auch mal einen Tag ausserhalb der Stadt durch

Wenn man bedenkt, dass die Batterie nicht nur einen sehr starken Prozessor zu versorgen hat, sondern auch das hochaufgelöste 4K-Display, dann ist der Akku sackstark. Bei rechenintensiven Applikationen, wie dem Slow-Motion-Modus der Kamera, ging der Akku merklich schneller zu Neige.

Der Lademodus wird schlau

Auf dem Gerät läuft die aktuellste Android Version – 7.1.1 Nougat. Das gehört sich für ein Gerät, das in diesen Tagen auf den Markt kommt. Beim ersten Start fällt auf, dass schon einige Apps vorinstalliert sind. Darunter befinden sich Apps von Google und Sony. Ich mag es nicht besonders, wenn mein Gerät schon zu Beginn mit Apps zugemüllt ist. Insgesamt elf Apps hab ich sofort «Disabled», damit sie nicht weiter angezeigt wurden. Deinstallieren ging leider nicht.

Positiv fällt der «Battery Care»-Modus auf. Das Sony XZ Premium weiss nach einigen Tagen, wann du es normalerweise an die Steckdose anschliesst und wann du es wieder vom Strom trennst. Das Smartphone wird auf 90% aufgeladen, wartet dann und lädt es erst kurz bevor du aufstehst komplett auf. Damit wird der Akku geschont und soll so eine längere Lebensdauer haben.

Kamera

Sony stellt ganz klar die Kamera in den Mittelpunkt. Die Hauptkamera löst mit bis zu 19 Megapixel auf und ist fähig, Zeitlupen mit bis zu 960 Frames pro Sekunde (fps) aufzunehmen. 960fps ist eine 32-fache Verlangsamung gegenüber der Normalgeschwindigkeit eines Videos. Da sind plötzlich Dinge zu sehen, die dem Auge sonst verborgen bleiben. Die ganze Spielerei wird von Sony «Motion Eye» genannt. Apropos Spielerei: Viel mehr ist Motion Eye nicht.

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Mit Fotos angeben? Kein Problem mit dem XZ Premium

Zeitlupen sind mit dem Ding eine echt tolle und lustige Sache. Leider leidet aber auch die Qualität in diesem Kameramodus.

Die Kamera speichert zwar eine 720p HD-Datei ab, jedoch sind diese Files nicht so knackig, was Farben und Rauschen betrifft, wie wenn im normalen Modus gefilmt wird

Um einen Clip in Zeitlupe aufzuzeichnen, muss in einen speziellen Modus gewechselt werden. Das ist etwas umständlich:

  1. Öffne die Kamera App
  2. Wechsle in den Filmmodus
  3. Wechsle in den Zeitlupenmodus
  4. Starte mit der Aufzeichnung
  5. Drücke dann den Slow-Motion-Button, wenn die Action vor deiner Linse passiert.

    Das Timing ist aber ganz schön schwierig. Mehrere Versuche waren nötig, um den richtigen Moment bei den Aufnahmen im Schnee einzufangen. Das Gerät ist leider nur fähig 0.182sek lange Clips aufzuzeichnen. Daraus resultiert ein knapp 6 Sekunden langer Clip. Mit dem Endresultat wirst du deine Freunde dennoch begeistern können – Profis werden das aber mit maximal einem Schulterzucken quittieren. Was ich mir gewünscht hätte: Mehr Einstellungsmöglichkeiten im Slowmotion-Modus. Es müsste doch ganz easy sein, die Framerate softwareseitig etwas zu reduzieren, dafür ein qualitativ besseres Bild zu erhalten.

    Die Fotoqualität des kleinen Knipsers hat mich jedoch überzeugt! Die Fotos sind scharf und detailreich. Der manuelle Modus hat es mir besonders angetan. Damit lässt sich die Verschlusszeit, der Weissabgleich und sogar der Fokus verstellen. Eine geniale Möglichkeit, der eigenen Kreativität freien Lauf zu lassen. Mit einem Stativ sind so auch gute Fotos bei Dämmerung und in der Nacht möglich.

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Auch in der Dunkelheit mit wenigen Lichtquellen liefert das XZ Premium gute Bilder

Ein Alleinstellungsmerkmal des Geräts ist ein extra Auslösebutton der Kamera. Wie bei einer Spiegelreflexkamera kann mit einem leichten Tippen ein Objekt fokussiert werden um anschliessend mit einem starken Tippen den Schnappschuss auszulösen. Eine coole Sache, die ich so von keinem Hersteller kenne.

Fazit

Das Telefon kommt mit einer ausgezeichneten Kamera sowie aktueller Software daher und sieht wirklich schick aus. Trotz tollem Design, Stereo-Lautsprechern und einigen Buttons hat es Sony zudem geschafft das Gerät wasserdicht zu machen. Laut Sony ist es kein Problem, das Handy auch bei Regen zu bedienen und damit beispielsweise zu telefonieren.

Das Gerät kann ich jedem empfehlen, der vom 5.5 Zoll Bildschirm mit sehr grossen Rändern nicht abgeschreckt wird.

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Manuel Wenk
Manuel Wenk
Video Producer, Zürich
Als Multimedia Producer ist es für mich selbstverständlich, Content multimedial aufzubereiten und technologisch immer auf dem neusten Stand sein zu wollen. Bei digitec passiert das meist in Videoform. Kommen neue Produkte wie Kameras, Drohnen oder Smartphones auf den Markt, möchte ich diese am liebsten immer gleich sofort ausprobieren. Zum Glück arbeite ich an der Quelle! Privat zieht es mich meist Richtung Berge. Sei es für Ski | Bike oder Hike.

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