PC-Lüfter und Dezibel: 1+1 != 2, jedenfalls nicht immer.

PC-Lüfter und Dezibel: 1+1 != 2, jedenfalls nicht immer.

Dominik Bärlocher
Zürich, am 10.05.2021
Ich wollte nur schnell zwei Lüfter in meinem PC ersetzen. Doch bei der Frage nach der Lautstärke kommt mir der Gedanke: Wenn ein Lüfter 20 Dezibel laut ist, wie laut sind dann zwei?

Nach fünf Jahren 24-Stunden-Betrieb meines PCs ist es soweit: Einer meiner 140-Millimeter-Lüfter in meinem PC hat den Geist aufgegeben. Er dreht zwar noch, aber nicht mehr rund. Oder schnell. Stattdessen rumpelt das Teil vor sich hin. Die Vibrationen aus dem Lüfter übertragen sich ins Gehäuse. Das Resultat: Der Tower vibriert und mein PC knattert wie ein Traktor.

Zeit, den Lüfter zu ersetzen. Meine Wahl fällt leicht, weil die zwei Modelle gerade günstig sind. Und auch, weil sie leise sind.

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Der Grund weshalb ich zwei kaufe? Ich habe zwei Lüfter im PC, beide laufen sie schon genau gleich lange. Nummer zwei dürfte daher auch bald den Geist aufgeben. Irgendwann, während ich auf die Lieferung warte, kommt mir eine Frage:

Wenn ich einen Lüfter habe und der macht 20db Lärm, machen zwei identische Lüfter 40db Lärm? Oder sind es 20db, da ja nicht mehr Lautstärke vorhanden ist, sondern einfach mehr Lärm gleicher Lautstärke.

Ein Ausflug in die Logarithmik und den Ton

Dezibel sind logarithmisch und nicht linear. Das bedeutet, dass der Unterschied von 20 Dezibel zu 21 Dezibel grösser ist als von 19 Dezibel zu 20. Zudem misst Dezibel nicht die Lautstärke per se, sondern den Druck, der auf deine Ohren drückt. Je mehr Druck du verspürst, desto lauter die Geräusche, vereinfacht gesagt. Darum sind laute Geräusche auch leiser, je weiter du von der Lärmquelle entfernt bist. Der Druck kann sich in der Luft abbauen und du hörst es leiser. Oder gar nicht mehr.

Die hinteren Reihen beim Konzert haben weniger Lärm auf den Ohren als die ganz nahe an den Lautsprechern.
Die hinteren Reihen beim Konzert haben weniger Lärm auf den Ohren als die ganz nahe an den Lautsprechern.

Daher spielt es auch eine Rolle, wie weit du von den zwei Lärmquellen entfernt bist. Da mein PC ziemlich klein ist, gehe ich mal davon aus, dass ich in der Mitte des Dreiecks zwischen mir und den zwei Lüftern sitze. Einfach, weil die Veranstaltung sonst zu kompliziert wird.

Dann spielt es noch eine Rolle, in welchem Frequenzbereich der Lärm passiert. Ich bin raus. Ich will eigentlich nur wissen, wie laut mein PC nach seinem Umbau sein wird, ohne irgendwelche Schalldämpfung, ohne Schnickschnack und damminomol ohne eine Doktorarbeit zum Thema verfassen zu müssen. Generell halte ich also fest: Mit Dezibel rechnen ist Müll.

Die Einfachheit des Lärms

Lärm muss aber nicht zwingend kompliziert sein, selbst wenn die Audiophilen dieser Welt ein Riesentamtam um alles machen (siehe Kommentarspalte). Und Impedanz dann auch noch. Weil wäre ja sonst zu einfach. Daher etwas Lärm für Anfänger:

Die Frage steht aber immer noch im Raum: Sind meine zwei Lüfter jetzt mehr «Ruhiges Zimmer» oder mehr «Leises Flüstern»?

Weil die Sache logarithmisch ist und auf keinen Fall einfach sein darf, ist die ganze Rechnerei Schnurz. Oder halt eben nicht. Denn die Faustregel geht so: Wenn du den Lärm verdoppelst, dann werden auf der logarithmischen Skala 3 Dezibel hinzugefügt.

Sprich:

  • Ein Lüfter 20db
  • Zwei Lüfter 23db

So. Fertig. Dezibel sind blöd, mein PC lüftet wieder. Ich hol mir ein Bier.

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Dominik Bärlocher
Dominik Bärlocher
Senior Editor, Zürich
Journalist. Autor. Hacker. Ich bin Geschichtenerzähler und suche Grenzen, Geheimnisse und Tabus. Ich dokumentiere die Welt, schwarz auf weiss. Nicht, weil ich kann, sondern weil ich nicht anders kann.

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