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Hintergrund

«Orbitals» angespielt: kooperativ und kompetitiv

Mit «Orbitals» kommt im Herbst 2026 ein kooperativer und kompetitiver Spaß auf die Nintendo Switch 2. Die ersten 45 Minuten zeigen: Das Spiel dürfte auch für Casuals was sein.

Endlich ein neues Couch-Koop-Game! «It Takes Two» hat vor einigen Jahren mit humorvoller Geschichte und abwechslungsreichen Minigames ins Schwarze getroffen. 2021 wurde das Splitscreen-Abenteuer an den Game Awards mit dem Titel «Spiel des Jahres» ausgezeichnet. Leider gibt es vergleichsweise wenig aktuelle Koop-Spiele mit Splitscreen, die sich für einen Spieleabend auf dem Sofa eignen. Publisher «Kepler Interactive» und das Entwicklerteam von «Shapefarm» wollen das mit «Orbitals» ändern. Das Koop-Abenteuer im Retro-Anime-Look erinnert an die Serien aus den 80ern und 90ern und soll mit Easter Eggs den Charme von damals aufgreifen.

Wer wie ich früher «Dragon Ball» und Co. über den TV-Bildschirm flimmern sah, wird sich mit «Orbitals» zurückversetzt fühlen. Die Pastellfarben und der Retro-Look haben mich direkt gecatcht. «Orbitals» orientiert sich an der Animationstechnik von damals. Während sich die Charaktere im Vordergrund mit 24 Bildern pro Sekunde (FPS) bewegen, sind Charaktere und Aktionen im Hintergrund nur mit zwölf FPS dargestellt. Diese für heutige Verhältnisse langsame Darstellung und das leicht verwaschene Flimmern sind Absicht.

Zwei Teenager werden zu Helden

Die Eröffnungssequenz wirft einen Blick auf die Vorgeschichte von Omura und Maki. Als Kinder werden sie bei einer Katastrophe im Weltraum von ihren Liebsten getrennt. Ihre Heimatstation ist plötzlich in einem kosmischen Sturm gefangen und es liegt an den Kids, ihr Zuhause zu retten.

Rettungsmission im Splitscreen-Modus.
Rettungsmission im Splitscreen-Modus.
Quelle: Kepler Interactive

Omura und Maki sind clever, verfügen aber nicht über besondere Fähigkeiten. Zumindest nicht in den ersten 45 Spielminuten, die ich testen durfte. Omura sieht aus, als wäre er ein Alien – ob das mehr als nur einen coolen Look mit sich bringt, wird sich noch zeigen.

Die Abenteuer in «Orbitals» bestreite ich mit Waffen und Ausrüstung, die in verschiedenen Abschnitten der Raumstation zu finden sind. Für die ersten Rätsel benutze ich etwa einen Greifhaken, einen Laser und eine überdimensionale Wasserpistole .

Manchmal müssen Klappen mit dem Greifhaken von einem Spieler geöffnet werden, damit der andere einen Schalter aktivieren kann. An anderer Stelle muss ich meinen Partner mit meinem Laser regelmäßig Strom zuführen, während er durch einen Parcours gleitet. Außerdem fliege ich in «Orbitals» häufiger mit einem Raumschiff durchs All und schieße mit einem Geschützturm. Cool!

Kommunikation ist der Schlüssel

Schon in den ersten Spielminuten werde ich von meinem Partner getrennt, während wir die Station untersuchen. Schnell wird klar, dass wir ohne einander nicht vorankommen. Einen See aus Magma kann Omura nur überqueren, indem ich die von der Decke hängenden Eiszapfen aus der Entfernung mit meinem Laser schmelze. Die Wassertropfen kühlen die lodernde Flüssigkeit ab und bilden kurzzeitig eine Fläche zum Laufen.

«Orbitals» setzt stark auf Kommunikation. Es gibt kaum Tutorials oder Erklärungen. Oft muss ich mit meinem Partner ausprobieren, wie ein Rätsel funktioniert und welche Waffe aus unserem Arsenal nützlich ist. Ohne abgestimmtes Timing lassen sich manche Abschnitte nicht bewältigen. Deshalb funktioniert «Orbitals» nicht mit einem KI-Partner, sondern nur lokal oder online über Gameshare.

Permanente Kommunikation ist unerlässlich, um die Abschnitte als Team zu meistern.
Permanente Kommunikation ist unerlässlich, um die Abschnitte als Team zu meistern.
Quelle: Kepler Interactive

Das Zuhause retten und Minispiele bestreiten

In der Raumstation, die als Hub dient, schalten wir mit der Zeit immer mehr Räume frei. Einige sind für das Erfüllen der Mission nötig, andere sind Deko, um die Spielfiguren über ihre persönlichen Zimmer besser kennenzulernen. Hin und wieder öffnen sich außerdem Türen zu Minispielen.

Das Seilspringen wurde so oft angekündigt, dass ich Großes erwartet habe. Zusammen mit meinem Spielpartner hüpfe ich über Laserstrahlen, bis meine drei Leben aufgebraucht sind. Das war’s. Nach der zweiten Runde hören wir auf, da uns die Kamera viel zu nah dran ist. Das Spielprinzip vom Seilspringen reisst zudem nicht vom Stuhl.

Im Gemeinschaftsraum des Raumschiffs findet sich ein Koop-Leaderboard, um die Ergebnisse der Minigames einzusehen. Davon soll es einige geben, damit ich mir mit meinem Spielpartner die Zeit abseits der Rettungsmission vertreiben kann. Welchen Mehrwert diese Zusatzspiele haben, muss sich noch herausstellen.

Auf der Raumstation knallt es ganz schön!
Auf der Raumstation knallt es ganz schön!
Quelle: Kepler Interactive

Ausblick: vielversprechender Couch-Koop-Spaß

Die Rätsel sind stets so gestaltet, dass ich nach wenigen Fehlversuchen auf die Lösung komme. Dadurch entstehen keine Frustmomente. Ganz im Gegenteil: Mein Spielpartner und ich haben oft herzlich gelacht. Hier sehe ich die größte Stärke von «Orbitals»: Es ist wahnsinnig amüsant.

Da unsere Fähigkeiten durch Waffen und Gegenstände bestimmt werden, ist niemand in seiner Rolle festgefahren. In einem Level bin ich die Pilotin, beim nächsten Mal setze ich mich an die Kanone. Weil sich Aufgaben je nach Können am Controller verteilen lassen, können eventuell kniffligere Level auch problemlos mit Casual-Gamern oder Kindern gespielt werden.

Ich bin allerdings nicht sicher, ob mir die Laufanimation und das Bewegungsgefühl gefallen. Obwohl Maki, die ich spielen durfte, augenscheinlich rennt, fühlt es sich beim Spielen eher wie gleiten an. Dadurch ist die Navigation schwammig und ich habe Mühe, mich präzise zu bewegen. Viele der ersten Rätsel funktionieren über Autolock oder besitzen großzügige Hitboxen. Deshalb habe ich dennoch alles im Griff. Ob das im kompletten Spiel auch so ist? Wenn «Orbitals» am 4. September 2026 auf Nintendo Switch 2 erscheint, weiss ich mehr.

Nintendo Orbitals (Switch 2, DE)
Game
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CHF44.90

Nintendo Orbitals

Switch 2, DE

Titelbild: Kepler Interactive

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Ich hatte als Kind weder einen Gameboy noch einen Super Nintendo. Darum stieg ich erst mit fünfzehn Jahren in die Welt des Gamings ein. Seither versuche ich, den Rückstand mit allen Mitteln gutzumachen. Schaue ich mir die jährlich steigende Zahl der Game-Releases an, scheint sich aber die gesamte Branche gegen mich verschworen zu haben. 


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