Kaufberatung: Passende Speicherkarten für Smartphone, Kamera oder Drohne
Kaufratgeber

Kaufberatung: Passende Speicherkarten für Smartphone, Kamera oder Drohne

Jan Johannsen
Jan Johannsen
Hamburg, am 23.12.2019
Welche Speicherkarte in dein Smartphone, deine Kamera oder deine Drohne kommt, gibt der Karten-Slot des Geräts vor. Es gibt allerdings unterschiedliche Standards, die du kennen solltest.

Speicherkarte ist nicht gleich Speicherkarte. Selbst der gleiche Formfaktor bedeutet nicht automatisch, dass die Karten gleich gut sind. SD- oder microSD-Karten haben zum Beispiel immer das gleiche Format, die ergänzende Bezeichnung «HC» oder «XC» bedeutet allerdings einen großen Qualitätsunterschied. Die Schreib- und Lesegeschwindigkeit solltest du ebenfalls im Blick haben.

SD-Karten für alles

Die momentan gebräuchlichsten Speicherkarten sind SD- und microSD-Karten, die sich vor allem durch ihre Größe unterscheiden. Die microSD-Karten sind kleiner – 11 × 15 × 1 mm gegenüber 32 × 24 × 2,1 mm – und lassen sich mit einem Adapter, der meistens zum Lieferumfang gehört, aber auch in Kartenschächte für SD-Karten einlegen.

Beide gibt es mit dem Zusatz «HC» oder «XC» im Namen. Diese Kürzel stehen für «High Capacity» und «eXtended Capacity». Dahinter verbergen sich Standards, die Vorgaben für die Speichergröße und die Schreib- sowie Lesegeschwindigkeiten der Karten enthalten. So haben SDHC- und microSDHC-Karten eine Kapazität zwischen 4 und 32 Gigabyte. Bei SDXC- und microSDXC-Karten reicht die Spanne von 64 Gigabyte bis 1 Terabyte. Mit SDUC («Ultra Capacity») ist bereits der nächste Standard für 2 bis 128 Terabyte definiert. Karten mit diesem Standard sind aber noch nicht erhältlich.

Bei einem Neukauf solltest du dich auf die XC-Varianten konzentrieren und die HC-Versionen ignorieren. Die lohnen sich schon aufgrund ihrer geringen Kapazität nicht. Aktuell sind SD- und microSD-Karten mit 128 Gigabyte meistens preislich die attraktivste Speichergröße. Oft sind sie nur etwas teurer als 64 GB und deutlich günstiger als die nächstgrößere Option mit 256 Gigabyte, die häufig mehr als doppelt so teuer sind. Viel mehr Speicher, brauchst du wahrscheinlich nur selten und zu viel Speicherkapazität kann durchaus zu einem Problem werden.

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Übertragungsgeschwindigkeiten

Auf die Karten schreiben die Hersteller in der Regel die höchste Übertragungsgeschwindigkeit. Das ist meistens die Lesegeschwindigkeit. Die Schreibgeschwindigkeit ist oft geringer und sollte dir ebenfalls einen Blick wert sein. Eine zu geringe Schreibrate bremst dein Gerät aus und kann zum Beispiel dafür sorgen, dass die Videoaufzeichnung abbricht oder der Puffer für Fotos bei Serienaufnahmen voll läuft. Die angegeben Werte sind zudem immer «bis zu»-Angaben. Die garantierten Werte liegen darunter und gerade, wenn du für Videos auf ein bestimmtes Minimum angewiesen bist, solltest du an diesem Punkt nicht zu sparsam sein.

Zur Einteilung gibt es drei verschiedene Geschwindigkeitsklassen, die jeweils eine andere Mindest-Schreibgeschwindigkeit garantieren soll: C, U und V. Wobei «C10», «U1» und «V10» gleichwertig sind und bedeuten, dass die Speicherkarte mindestens 10 MB/s schafft und damit für Full-HD-Videoaufnahmen geeignet ist. Bei neueren, schnelleren Karten kommen nur noch die Angaben nach der V-Klasse zum Einsatz. V30 brauchst du demzufolge für 4K-Videos und V60 oder V90 für 8K-Videos.

GeschwindigkeitsklasseMindest-Schreibgeschwindigkeit
Class 1010 MB/s
U110 MB/s
U330 MB/s
V1010 MB/s
V3030 MB/s
V6060 MB/s
V9090 MB/s

Zum Vergleich: Für unsere Videos in Full-HD-Auflösung nutzen wir in der Redaktion SD-Karten auf der V30-Klasse mit einer Mindest-Schreibrate von 30 MB/s. Der Hersteller verspricht sogar 90 MB/s und eine Lesegeschwindigkeit von 170 MB/s. Damit kommen wir bisher wunderbar aus. Sollten wir auf UHD-Auflösung umstellen, könnten wir die Karten zwar weiterhin verwenden, würden sie aber wahrscheinlich gegen schnellere Modelle austauschen.

Bei Smartphones sind neben den Übertragungsgeschwindigkeiten außerdem noch «IOPS» wichtig. Was es mit dieser Abkürzung auf sich hat, erfährst du weiter unten im Abschnitt über die Speicherkarten für Smartphones.

Compact Flash und weitere

CF oder Compact Flash-Karten sind deutlich größer als SD-Karten und kamen lange in digitalen Spiegelreflexkameras zum Einsatz, sind dort aber inzwischen fast komplett zugunsten von SD-Karten verschwunden. Mit CFast und CFexpress gibt es Nachfolgestandards, deren Anschlüsse anders als bei den SD-Karten nicht kompatibel zu den Vorgängern sind und die heutzutage kaum eine Rolle spielen.

Ebenfalls ein Relikt vergangener Zeit sind Sonys Memory Stick Duo und miniSD-Karten. Sie kamen nur bei wenigen Geräten zum Einsatz und konnten sich nicht durchsetzen. XQD-Karten sind dagegen ein aktuelles Nischenprodukt. Sie werden zum Beispiel von den allerneuesten Nikon-Kameras unterstützt.

Speicherkarten für Smartphones

Bei vielen Android-Smartphones lässt sich der Speicherplatz mit microSD-Karten erweitern. Beim iPhone geht das gar nicht und Huawei setzt seit dem Mate 20 im Oktober 2018 auf die Eigenentwicklung «NM Card», die sonst nur noch beim Tochterunternehmen Honor zum Einsatz kommen.

Nimmst du viele Fotos und Videos mit deinem Smartphone auf, ist die Schreibgeschwindigkeit nicht unwichtig. Für Full-HD-Videos sollte V10 auf der microSD-Karte stehen und V30, wenn du in 4K aufnehmen willst.

Planst du deinen internen Speicher mit der Speicherkarte zu einem gemeinsamen Speicher zusammenfügen, ist noch ein anderer Wert wichtig: IOPS. Das steht für «Input/Output operations Per Second» und ist die Angabe wie viele Ein- und Ausgabe-Befehle pro Sekunde die Karte verarbeiten kann. Läuft zum Beispiel eine App von der Speicherkarte, ist dieser Wert wichtiger als die Schreib- und Lesegeschwindigkeit. Verwendest du eine zu langsame Speicherkarte, bremst sie dein ganzes Smartphone aus. Gerade wenn du einen hohen drei- bis vierstelligen Betrag für dein Smartphone ausgegeben hast, solltest du bei der Speicherkarte nicht knauserig sein.

Mit A1 und A2 gibt es aktuell zwei Leistungsklassen, deren Mindestschreibgeschwindigkeit für Full-HD-Videos reichen soll und die beim Lesen 1500 oder 4000 IOPS und beim Schreiben 500 oder 2000 IOPS schaffen.

Extreme microSD A2 (128GB, Class 10, UHS-I)
Speicherkarte
noch 124 von 800 Stück
29.–statt 39.–
Sandisk Extreme microSD A2 (128GB, Class 10, UHS-I)
Canvas Select Plus microSDXC Card 128GB (128GB, Class 10)
Speicherkarte
30.20
Kingston Canvas Select Plus microSDXC Card 128GB (128GB, Class 10)

Speicherkarten für Drohnen

Bei Drohnen zählt jedes Gramm. Sei es um gesetzliche Vorgaben einzuhalten, aber auch um die Flugzeit möglichst lang zu halten. Deswegen kommen hier eigentlich nur microSD-Karten zum Einsatz. Da du mit deiner Drohne Fotos und sehr wahrscheinlich auch Videos aufnimmst, solltest du die Schreibgeschwindigkeit im Auge haben. Für 4K-Videos also mindestens die Leistungsklasse V30 oder U3.

128 Gigabyte sind auch hier preislich attraktiv und bieten für die Flugzeit deiner Drohne genug Speicherplatz. Hast du allerdings mehrere Akkus im Gepäck, lohnt sich ggf. auch eine größere oder eine zweite Karte. Dann kannst du die Daten der einen auslesen, während sich die Drohne wieder in die Luft erhebt.

Exceria M302 microSDXC U3 (128GB, Class 10, UHS-I)
Speicherkarte
48.–
Toshiba Exceria M302 microSDXC U3 (128GB, Class 10, UHS-I)

Speicherkarten für Kameras

Bei Speicherkarten für Kameras sind die Schreib- und Lesegeschwindigkeiten ausschlaggebend. Unabhängig davon ob du Fotos oder Videos aufnimmst. Denn selbst bei Fotos kommen große Datenmengen zusammen, die zusammen mit einer Serienaufnahme für so viele Daten sorgen können, dass eine langsame Speicherkarte an ihre Grenzen kommt und die Serie beendet. Zudem soll die Kamera die Daten ja nicht nur auf den Karten abspeichern, sondern willst du die Datenmengen ja auch in akzeptablen Zeiten auf deinen Computer kopieren — auch wenn hier natürlich der verwendete Anschluss und das genutzte Kabel Bremsen sein können.

SD-Karten haben sich bei Kameras jeder Art als Speichermedium durchgesetzt. CF-Karten in ihren verschiedenen Varianten spielen nur noch eine kleine Rolle und sind selbst bei Kameras mit zwei Speicherkarteneinschüben die preislich unattraktivere Wahl. Ebenfalls vergleichsweise teuer sind XQD-Karten, die ein Nachfolger der CompactFlash-Karten sind und größentechnisch mit den CFexpress identisch sind. Nikon und Sony verwenden das Format bei einigen aktuellen Kameramodellen.

SD-Karten

SDXC 700S 64GB Class 10 UHS-II U3 V90 (64GB, Class 10, UHS-II)
Speicherkarte
58.60
Transcend SDXC 700S 64GB Class 10 UHS-II U3 V90 (64GB, Class 10, UHS-II)
AVpro SD Card 128 GB UHS-II - 2er Pack (128GB, Class 10, UHS-II)
Speicherkarte
noch 4 von 4 Stück
521.–statt 580.–
Angelbird AVpro SD Card 128 GB UHS-II - 2er Pack (128GB, Class 10, UHS-II)

CF-Karten

XQD

XQD G-Serie 2. Generation (64GB)
Speicherkarte
–15%
169.–statt 199.–
Sony XQD G-Serie 2. Generation (64GB)

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Jan Johannsen
Jan Johannsen
Content Development Editor, Hamburg
Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Galaxus.de.

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