Gamer-TV: LG OLED-TVs bekommen Nvidia G-Sync
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Gamer-TV: LG OLED-TVs bekommen Nvidia G-Sync

Luca Fontana
Zürich, am 10.09.2019
LG stattet zwei seiner 2019er-OLED-Modelle mit Nvidia G-Sync aus: Den OLED E9 und OLED C9. Dank den niedrigen Input Lags gelten die TVs als derzeit beste Grossbildschirme für Game-Enthusiasten. Eine ungeklärte Frage bleibt allerdings.

OLED gilt in der Mobile- und TV-Branche als die beste momentan verfügbare Bildschirmtechnologie. Im Grossformat stammen die meisten OLED-Panels aus den Fabriken LG Displays. Richteten sich die TVs mit den organischen Dioden aufgrund der hohen Preise bisher vor allem an Kino- und Serien-Enthusiasten, wendet sich LG nun der Gaming-Kommune zu: Zwei seiner 2019er-OLED-TVs sollen in wenigen Wochen mit einem Firmware Update versorgt werden und fortan Nvidia G-Sync unterstützen, so die offizielle Pressemitteilung.

Dazu kommen die für Fernseher-Verhältnisse extrem niedrigen Input Lags, die laut Rtings.com gerade mal 13.1 Millisekunden bei UHD-Auflösung und aktiviertem HDR bei 60 Hz betragen – 7.1 Millisekunden gar bei HD-Material. Damit scheint LG die besten Grossbildschirme für Gamer zu bieten, die sich gleichzeitig bestens fürs Filme- und Serienschauen eignen.

Variable Bildraten auf dem OLED-TV

Die unterstützten Modelle sind LGs OLED C9 und OLED E9. Zwar ist in keinem der beiden Modelle G-Sync-Hardware verbaut, aber der südkoreanische Hersteller hat eng mit Nvidia zusammengearbeitet, um beide Modelle durchs «G-Sync Compatible»-Testing zu bringen und zertifizieren zu lassen.

3599.–A
LG OLED65C9 (65", 4K, OLED)
4199.–statt vorher 4699.–1A
LG OLED65E9 (65", 4K, OLED)

Zu allen Nvidia-G-Sync-OLED-TVs: klick.

Wozu G-Sync überhaupt gut ist? Einfach gesagt synchronisiert G-Sync die vom Grafikprozessor generierte Bildrate mit jener des Bildschirms. Wenn dir beim Gamen trotz angeblichen 60 Bildern pro Sekunde (FPS) Ruckler oder gar abgehackte Bilder – Tearing genannt – auffallen, dann sind das typische Probleme, die G-Sync lösen kann.

PCs, die mit Nvidia-Grafikkarten ausgestattet sind, können somit auf den entsprechenden OLED-Fernseher ein flüssiges und schlierenfreies Bild mit einer variablen Bildrate von bis zu 120 Hz generieren.

Stellt sich die Frage, was Hardware-seitig bei PCs vorausgesetzt wird, um G-Sync auf OLED-TVs zu unterstützen. Üblicherweise benutzen PCs ja DisplayPort als Verbindungsstandard für variable Bildraten. GeForce-Marketingleiter Matt Wuebbling sagt: «Wir freuen uns, den G-Sync-Support für die 2019er-OLED-Fernseher von LG und die Unterstützung der variablen HDMI-Bildraten für unsere GPUs der GeForce RTX 20-Serie anbieten zu können.»

Damit scheint, dass variable Bildraten via HDMI auf Nvidias neueste RTX-Generation beschränkt sein wird. Wie das genau funktioniert, ist aus der Pressemitteilung nicht ersichtlich.

Die grosse Frage: Burn-In

Gerade Gamer werden sich zu Recht die Frage nach dem Burn-In-Risiko stellen. Burn-In, das sind OLED-Pixel, die weniger hell strahlen als drumherum liegende Pixel. Dies, weil sie wegen Überbeanspruchung ihre Leuchtkraft schneller verlieren als andere Pixel. Ein unausgewogenes Altern sozusagen. Bemerkbar machen sie sich als dunkle Schemen, die nicht mehr verschwinden, wenn das Programm gewechselt wird.

*OLED und Burn-In**: So steht’s wirklich um eingebrannte Pixel
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OLED und Burn-In: So steht’s wirklich um eingebrannte Pixel

Für Hardcore-Gamer könnte das der Lebensbalken, die Munitionsanzeige oder die Mini-Map sein, die stundenlang am immer gleichen Ort strahlt und deswegen für unausgewogenes Altern der Pixel dahinter sorgt. Zwar programmieren OLED-TV-Hersteller spezielle Verfahren wie etwa «Pixel Refreshing» – das automatische Erneuern von OLED-Pixeln im Standby-Modus –, aber ob diese Verfahren für exzessive Gamesessions ausreichen, kann an dieser Stelle nur schwer eingeschätzt werden.

Auf Anfrage habe ich leider noch kein Statement zum Thema Burn-In von LG Schweiz erhalten. Sollte sich daran noch was ändern, liefere ich die Infos selbstverständlich nach.

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Luca Fontana
Luca Fontana
Editor, Zürich
Abenteuer in der Natur zu erleben und mit Sport an meine Grenzen zu gehen, bis der eigene Puls zum Beat wird — das ist meine Komfortzone. Zum Ausgleich geniesse ich auch die ruhigen Momente mit einem guten Buch über gefährliche Intrigen und finstere Königsmörder. Manchmal schwärme ich für Filmmusik, minutenlang. Hängt wohl mit meiner ausgeprägten Leidenschaft fürs Kino zusammen. Was ich immer schon sagen wollte: «Ich bin Groot.»

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