Funktioniert die Suunto Spartan Sport Wrist HR mit einem Hund? Ein Test mit Ex-Strassenköter Pinky
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Funktioniert die Suunto Spartan Sport Wrist HR mit einem Hund? Ein Test mit Ex-Strassenköter Pinky

Dominik Bärlocher
Zürich, am 06.06.2018
Sportuhren von Suunto prahlen nicht nur mit ihren Funktionen sondern auch mit ihrer Widerstandsfähigkeit. Schier unzerstörbar seien sie. Beim Joggen mag das stimmen, weil dann kriegt die Uhr nicht viel ab. Was aber, wenn wir sie einem Hund umschnallen und ihn auf der Wiese loslassen?

Pinky ist schon weit gereist. Der Hund mit der rosa Nase, von der er auch seinen Namen hat, war einst Strassenköter in Bahrain. Da er immer von den Bewohnern eines Wohnblocks gefüttert wurde, gehörte er dann irgendwie dazu. Als sein jetziger Besitzer, ein in Zürich wohnhafter Schwede, sich einige Zeit geschäftlich in Bahrain aufhielt, hat er sich des kleinen Hundes erbarmt. «Ich ging der Arbeit wegen und kam mit Hund zurück», sagt er mit einem Lachen.

Der etwa zehn Monate alte Rüde ist mittlerweile offiziell Schweizer – einen Hund einzubürgern ist wesentlich einfacher, als einen Menschen einzubürgern – und, so sein Besitzer, er muss jetzt arbeiten. Sein Job: Lasttester für Sportuhren. Denn auch wenn Pinky nicht so ganz begreift, was Wasser ist und wie es funktioniert, so tollt er doch gerne auf Wiesen und in Flüssen herum. Sein erstes Testgerät: Eine Suunto Spartan Sport Wrist HR

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Funktioniert das überhaupt?

«Ernsthaft», fragt mich Marketing Managerin Andrea Jacob als ich ihr vom Experiment erzähle. Denn das sei ja keine Werbung. Aber genial sei es und recht naheliegend, wenn man eine Minute länger drüber nachdenkt.

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Bereit für den Test: Mischlingsrüde Pinky

Die Logik hinter dem Test ist aber einfach erklärt. Ein Jogger hat einen Job, wenn er joggt. Distanz, Zeit und Atmung sind entscheidend. Nicht, ob der Pulsmesser funktioniert oder ob der Brustgurt über ein Shirt oder direkt auf der Haut getragen werden muss. Denn wer seinen Sport ernst nimmt, lässt sich selten auf Experimente ein. Vor allem aber macht ein Jogger etwas falsch, wenn er sich im Dreck wälzt, mit Hunden rumtollt und eine Stunde lang ohne Sinn und Zweck über eine Wiese sprintet. Jogging ist also für eine Uhr wie die Suunto Spartan Sport Wrist HR gar kein Härtetest.

Suunto prahlt mit ihrer Uhr. Sie sei nicht nur extrem leicht, sondern auch enorm robust und der Brustgurt lese die Herzfrequenz auch durch Stoff hindurch aus. Aufgrund ihres Gewichts von 74 Gramm sollte sie einen etwa kniehohen Hund nicht stören, wenn er wie von der Tarantel gestochen auf der Wiese rumrast. Ein erster Test zeigt, dass Pinky sich nach einer ersten Beschnupperung der Uhr am Halsband sich gänzlich unbeeindruckt zeigt. Denn das ist dem Testerteam wichtig: Pinkys Wohl darf auf keinen Fall beeinträchtigt werden. Denn der kleine Hund ist zwar per default überglücklich, aber wir wollen das nicht irgendwie auf «glücklich» oder schlimmer runterziehen. Darum haben wir die Uhr auch mit mehreren Halsbändern ausprobiert – welcher Hundebesitzer hat nur eins davon? –, denn wir wollten nicht nur den Halt der Suunto testen, sondern auch den Komfort für Pinky.

Der Test beginnt

Pinky zottelt mit Uhr am Halsband in der Wohnung herum. Zeit, dass das Experiment beginnt. Wir vermuten, dass Pinky pinkeln muss.

Eine Stunde später ist der kleine Hund erschöpft und wir hoffen, dass wir jede Menge Daten haben. Ausgewertet werden die Daten via App und über das Suunto-Webportal Movescount. Die Karte sieht wild aus:

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Kein vernünftiger Jogger würde diese Route wählen

Zwischen jedem aufgenommenen Punkt werden Daten errechnet. Wie schnell ist Pinky von einem Checkpoint zum nächsten gerannt? Der Höhenunterschied wird miteingerechnet, die Distanz und die Aussentemerpatur. Da kommt der Faktor Hund ins Spiel. Da Pinky kein Mensch ist, wir bei der Befestigung der Uhr und des Brustgurts etwas tricksen mussten, sind wir nicht sicher, was genau die Temperatur messen soll. Weil wer liest schon Betriebsanleitungen?

Nach zwei Minuten Aufwärmphase erreicht Pinky seine Höchstgeschwindigkeit: 27.7km/h. Sein Besitzer ist aber sicher, dass sein Hundeli noch schneller kann. «Siehst du, wie er sich nicht voll verausgabt», sagt er, weniger als Frage sondern mehr als Feststellung. Gesprochen wie ein wahrer Hündeler, nicht ohne Stolz.

Wir verzeihen der App mal, dass sie meint, dass Pinky mit dem Velo unterwegs ist, da sie auch wenn oben «Running» steht, eine Umdrehungszahl aufzeichnet. Die Gründe dafür können einige sein:

  • Pinky aktiviert den Pedometer nicht, da er sanfter tritt als ein Mensch
  • Die App kommt verständlicherweise nicht mit vier Beinen klar
  • Pinky ist im Laufe des einstündigen Tests mit durchschnittlich 5.9km/h unterwegs. Das ist zwar ein gutes Lauftempo für einen Menschen, aber Spitzenwerte von 27.7km/h sind für einen Menschen auf den Beinen etwas stolz

Dreck, Bisse und Krallen

Nach gut einer Stunde ist der Test vorbei. Wir machen uns doch etwas Sorgen. Pinky hat einen neuen Hunde-Buddy gefunden und die haben gerauft. Sie haben nacheinander geschnappt, sich mit den Pfoten gehauen, haben sich gewälzt und sind weit miteinander gelaufen, auch durchs Wasser. Beide Hunde sind gesund, glücklich und müde. Die Sorge gilt aber nicht dem Hund, sondern der Uhr ums Halsband. Hat sie was abbekommen? Wie schlimm steht es um sie?

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Nach getaner Arbeit: Pinky hält Nickerchen und der Redaktor beginnt mit der Arbeit

Die Uhr ist zwar dreckig und verschmiert, aber Kratzer hat sie keine abbekommen. Nach einer Runde unter dem Wasserhahn sieht sie wieder aus wie neu. Uns ist klar: Die Suunto Spartan Sport Wrist HR hält einiges aus. Hundesicher ist sie sicher. Ich bin überzeugt, dass die Uhr sogar locker einen Strongman Run wegstecken kann.

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Pinkys Meinung zur Uhr ist so gut wie nicht vorhanden. Denn er hat die Uhr gar nicht bemerkt oder sie ignoriert. Ein Kurztest am eigenen Handgelenk zeigt, dass die Uhr nach etwa zwei Minuten vergessen ist. Sie wiegt praktisch nichts, passt sich rasend schnell der Körpertemperatur an und sitzt bequem.

Gute Arbeit, Suunto.

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Dominik Bärlocher
Dominik Bärlocher
Senior Editor, Zürich
Journalist. Autor. Hacker. Ich bin Geschichtenerzähler und suche Grenzen, Geheimnisse und Tabus. Ich dokumentiere die Welt, schwarz auf weiss. Nicht, weil ich kann, sondern weil ich nicht anders kann.

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