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E-Book-Reader bei «Stiftung Warentest»: «Gute» Geräte gibt es im Amazon-Käfig, aber auch in Freiheit

Martin Jungfer
Zürich, am 18.07.2022

Die «Stiftung Warentest» hat acht neue E-Book-Reader getestet. Sieben erreichen die Note «gut». Für welchen du dich entscheidest, hängt aber eher von individuellen Vorlieben ab, weniger von diesem Test.

E-Reader haben zweimal im Jahr Saison: zur Ferienzeit und zu Weihnachten. Sie liegen als Geschenk unter dem Weihnachtsbaum oder sie werden gekauft, um Platz im Koffer zu sparen. Wer am Strand viel liest, spart mit einem E-Reader zudem Gewicht und kann sich jederzeit Nachschub herunterladen, sollte der Lesestoff einmal ausgehen.

Im Test der «Stiftung Warentest» bekommen zwei Geräte aus dem Hause Amazon die Bestnote und gehören auch noch zu den günstigsten Geräten. Die «Signature Edition» ermöglicht als einziger Reader im Testfeld sogar drahtloses Laden.

Kindle Paperwhite: Gesamtnote «gut»

Kindle Paperwhite 2021 (6.80 ", 8 GB)
152.–
Amazon Kindle Paperwhite 2021 (6.80 ", 8 GB)
42
Kindle Paperwhite Signature Edition (11. Generation) 2021 (6.81 ", 32 GB)
186.–
Amazon Kindle Paperwhite Signature Edition (11. Generation) 2021 (6.81 ", 32 GB)
54

Aber sie haben einen Haken: Lesen kannst du auf diesen E-Book-Readern nur Bücher, die du bei Amazon gekauft hast. Du bist mit einem Kindle also Gefangener des Amazon-Systems. Bei Nicht-Amazon-Geräten steht dir frei, wo du deine digitalen Bücher kaufst oder ob du sie dir aus der Online-Bibliothek ausleihst. Beim Tolino oder bei den beiden Geräten von Kobo gibt es zwar vorinstallierte Shops, aber die sind nur eine Option, kein Zwang.

Stört dich die Gefangenschaft durch Amazon nicht, bekommst du mit den beiden Kindle- Paperwhite-Modellen aus dem Test Geräte, die bei Bildqualität und bei Verarbeitung ein «sehr gut» erhalten haben. Bei der Akkulaufzeit schlagen sie die Konkurrenz um Längen. Laut «Stiftung Warentest» bietet der Kindle Paperwhite 133 Stunden durchschnittliche Lesezeit, bevor er wieder geladen werden muss. Das nächstbeste Gerät aus dem Test kommt gerade einmal auf 45 Stunden, die weitere Geräte liegen bei etwas über 20 Stunden Laufzeit.

Die Akkulaufzeit korreliert mit der Bildschirmdiagonale. Während die beiden Kindle-Geräte 17 Zentimeter (6,8 Zoll) in der Diagonale messen, hat das grösste Gerät im Test, 26 Zentimeter (10,2 Zoll) zu bieten. Wenn auf mehr Fläche mehr angezeigt werden muss, kostet das natürlich Strom. Zur Einordnung: Eine Seite in einem Taschenbuch hat etwa eine Diagonale von 21 Zentimetern.

In der Tabelle mit den Testergebnissen gibt die «Stiftung Warentest» auch die Auflösung der E-Book-Reader an. Sie liegt im Bereich von 1920 mal 1440 Pixel, bei den Amazon-Geräten gibt es ein «Keine Angabe». Auch wenn Amazon das nicht angibt, hätte man es einfach herausfinden können. Es sind 1264 x 1680 Pixel. Spielt aber letztlich eigentlich keine Rolle, denn um eine Buchseite darzustellen, spielt die Pixelzahl ohnehin so gut wie keine Rolle. Deshalb haben auch alle Geräte im Test das Urteil «sehr gut» bei der Bildqualität erhalten – mit Ausnahme des Pocketbook Basic 4.

E-Book-Reader: Diese Geräte erhielten alle die Note «gut»

Die Stärken der E-Book-Reader von Amazon habe ich dir oben schon beschrieben. Hier ein kurzer Überblick der Geräte, die sonst noch im Test waren.

Kobo Elipsa

Der Elipsa von Kobo, einem Hersteller mit Sitz in Kanada, schafft wie die Amazon-Geräte die Gesamtnote 1,7 und damit «gut». Mit 26 Zentimetern Diagonale hat es den grössten Bildschirm, wiegt dafür aber auch fast 400 Gramm. Der Akku hat eine getestete Laufzeit von 19 Stunden. Es kommt wie alle Geräte mit beleuchtetem Display und du kannst dank der Systemoffenheit auch Bücher aus Bibliotheken digital ausleihen. Mit über 28 Gigabyte Speicher passen auf den Elipsa von Koba die meisten Bücher. Wobei du wissen solltest, dass kaum ein E-Book mehr als ein Megabyte Speicher braucht und somit es im Prinzip fast egal ist, ob ein E-Book-Reader mit 8, 16 oder eben 28 Gigabyte daherkommt. Ausser du willst dir eine digitale Bibliothek mit zehntausenden Büchern anlegen.

Wodurch rechtfertigt sich der doch beachtlich höhere Preis des Elipsa, wirst du vielleicht noch fragen? Das ist ziemlich schnell erklärt: Der Elipsa ist eben nicht nur ein E-Book-Reader, sondern du kannst auf ihm auch schreiben und deine Notizen zum Beispiel in PDFs oder getippten Text umwandeln. Spielte im «Stiftung Warentest»-Test aber keine Rolle, weshalb hiermit der Äpfel-mit-Birnen-Vergleich zumindest ein wenig aufgeklärt sei.

Elipsa (10.30 ", 32 GB)
405.–
Kobo Elipsa (10.30 ", 32 GB)
12

Kobo Sage 8

Der Sage von Kobo ist günstiger als der Elipsa, hat aber exakt dieselbe Note erhalten. Bei Robustheit und Verarbeitung ist er sogar höher bewertet. Er ist dafür mit einer Diagonale von 20 Zentimetern kleiner und leichter (242 Gramm). Der Akku hält 13 Stunden durch. Beim Sage 8 gibt es einen Knopf zum mechanischen Umblättern. Dieser fehlt den Kindle-Readern von Amazon, bei denen auf dem Display gewischt werden muss.

Sage (8 ", 32 GB)
269.–
Kobo Sage (8 ", 32 GB)
14

Tolino Vision 6

Der Tolino Vision 6 bewegt sich preislich auf dem günstigen Niveau der Amazon-Geräte und hat ähnlich gute Testnoten. Einzig fällt die Akkulaufzeit mit 23 Stunden deutlich kürzer aus, stellt aber im Alltag auch kein Problem dar. Der Vision 6 hat ebenfalls einen Knopf zum Umblättern, zudem einen Modus für Linkshänderinnen. Mit 214 Gramm gehört das Gerät zu den leichtesten.

vision 6 (7 ", 16 GB)
Showroom
176.–
tolino vision 6 (7 ", 16 GB)
110

Kobo Libra 2

Der Kobo Libra 2 ist mit einem Gewicht von 214 Gramm das leichteste und mit einer Bildschirmdiagonale von 18 Zentimetern das kleinste Kobo-Gerät im Test gewesen, hat aber wie die grösseren Geschwister den Monster-Speicherplatz von 28 Gigabyte.

Libra 2 (7 ", 32 GB)
180.–
Kobo Libra 2 (7 ", 32 GB)
80

Pocketbook Inkpad Color

Die meisten Bücher, die ich lese, sind: schwarzer Text auf weissem Papier. Deshalb sind so gut wie alle E-Book-Reader auch so gemacht, dass sie schwarze Schrift auf die Oberfläche bringen. Hast du farbige Bücher, zum Beispiel Graphic Novels oder Comics, bist du mit dem Inkpad Color von Pocketbook gut bedient. «Stiftung Warentest» gibt dem E-Book-Reader, der mit seinem Farb-Feature etwas aus der Reihe tanzt, ebenfalls die Note «gut». Er hält sogar ein paar Stunden länger durch als seine Monochrom-Kollegen, trotz recht ordentlicher Bildschirmdiagonale von 20 Zentimetern.

InkPad Color (7.80 ", 16 GB)
Showroom
263.–
PocketBook InkPad Color (7.80 ", 16 GB)
50

Welcher E-Book-Reader ist der passende?

Auch nach dem Studium des Testberichts von «Stiftung Warentest» steht fest:. Das eine Gerät, das uneingeschränkt zu empfehlen wäre, gibt es nicht. Alle haben inzwischen eine Hintergrundbeleuchtung und sind gegen Spritzwasser geschützt. Amazon bietet sicher ein attraktives Preis-Leistungsverhältnis, besonders die Akkulaufzeit ist ein echter Trumpf. Auf der anderen Seite begibst du dich damit aber in die Gefangenschaft des Amazon-Shops.

Der Tolino Vision 6 ist so gemäss «Stiftung Warentest» so gut wie die Amazon-Kindle-Geräte, erlaubt aber auch das Ausleihen digitaler Bücher und den Einkauf in verschiedenen Shops. Ihn und das Modell Libra 2 von Kobo werde ich übrigens in meine Ferien mitnehmen und testen. Nach Rückkehr von Pool und Strand gibt es dann hier den Testbericht. Falls dich das interessiert, klickst du auf «Autor folgen». Du erhältst dann E-Mails, wenn ich neue Beiträge hier im Magazin publiziert habe.

Titelbild: Perfecto Capucine / Unsplash

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Journalist seit 1997. Stationen in Franken, am Bodensee, in Obwalden und Nidwalden sowie in Zürich. Familienvater seit 2014. Experte für redaktionelle Organisation und Motivation. Thematische Schwerpunkte bei Nachhaltigkeit, Werkzeugen fürs Homeoffice, schönen Sachen im Haushalt, kreativen Spielzeugen und Sportartikeln. 


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