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Pioneer Rayz an der IFA: Endlich ein guter Kopfhörer für iPhones

Freut euch, Apple User. Weil ich freu mich mit euch. Pioneer macht den ersten Schritt in Richtung personalisierter Sound mit den Pioneer Rayz. Ich habe die In-Ear-Kopfhörer für euch in Berlin angetestet.

Den Moment, dass ich von einer neuen Technologie nach der initialen Reaktion von “Schauen wir uns das mal an” wirklich begeistert bin. Meist ist es eine spezifische Umsetzung oder eine Implementation, die mich beeindruckt, aber nicht die zugrundeliegende Technologie.

Dann habe ich das HTC U 11 als Testgerät erhalten. Mittlerweile trage ich das Teil schon einige Wochen mit mir rum und eines der liebsten Features, mit denen ich gerne angebe, sind die Kopfhörer. Denn HTC hat, genau wie Apple, den 3.5-Millimeter-Klinkenanschluss abgeschafft und nach über 100 Jahren in Rente geschickt. Anders als der Apfel-Konzern aber hat der chinesische Hersteller eine Alternative zur obsoleten Technologie geboten. Ich erinnere mich gerne an das Video, das ich damals zum Phone gedreht habe.

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Dominik Bärlocher

Dominik Bärlocher

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HTC U11 – Das Laute mit der Kamera... und den Touch-Rändern

Am Ende wünsche ich mir eines: Dass andere Hersteller ebenfalls Kopfhörer mit ohrvermessender Active-Noise-Cancelling-Technologie auf den Markt bringen. Denn mitgelieferte Kopfhörer, egal wie revolutionär sie sein mögen, sind in der Regel nicht das gelbe vom Ei. Da und dort wird gespart und am Ende sind die mitgelieferten Headphones zwar nicht schlecht, aber auch nicht gut. Basierend darauf bin ich der Überzeugung, dass aus der Technologie noch viel mehr rausgeholt werden kann.

Bekenntnis zum Kabel

Pioneer macht da einen ersten Schritt. In der Halle 1.2 der IFA in Berlin hat der japanische Konzern die Rayz vorgestellt. Auch wenn der Name wie eine höllische Ausgeburt der 1990er-Jahre klingt, wo englische Plurale mit Z statt S am Ende cool waren, so haben sie einiges auf dem Kasten, wenn sie auch unscheinbar aussehen. Denn optisch können sie nicht mit den anderen Novitäten in der Halle mithalten. Andere Stände haben kabelloses alles, sodass ein Bluetooth-Scan meines Smartphones Dutzende Geräte allerlei Hersteller anzeigt und sekündlich neue Geräte hinzukommen.

Die Pioneer Rayz sind stolz mit Kabel entwickelt worden

Im Gegensatz dazu hängen die Rayz an einem Kabel. Altmodisch. Doch dort wo früher der Headphone Jack am Kabelende hing, hängt ein Lightning-Anschluss. Das bringt einige nette Features mit sich, vor allem aber dass Daten nicht nur vom iPhone zum Kopfhörer und dann als Ton in deinen Gehörgang fliessen können, sondern dass halt auch eben Daten zurückfliessen können. Dieses Feature nutzen die Rayz aus, um dein Ohr zu vermessen und den Sound wie auch das Active Noise Cancelling auf dein Ohr anzupassen.

Ein Ohr zu vermessen klingt jetzt superkomplex und kompliziert. Ist es wahrscheinlich auch, aber wenn uns Apples iOS und Googles Android etwas gelehrt haben, ist es, dass komplizierte Komplexitäten recht einfach abgehandelt werden können, wenn dem User nur minimale Interaktion mit dem Prozess erlaubt wird. Denn ich erinnere mich an die glorreichen 1990er, wo die Installation eines Videogames unter Windows 95 ein gefühlt 12stündiger Prozess war, bei dem du Fragen aller Art beantworten hast müssen, Keys und Daten eingeben sowie separate Treiber und DirectX installieren musstest. Heute geht die Vermessung des Schallwiderstandes in einem menschlichen Ohr so:

  1. App, die so etwa wie die Kopfhörer oder deren Hersteller heisst, öffnen
  2. Button drücken
  3. Kopfhörer ins Ohr stecken
  4. Knopf drücken

Ein lächelndes Gesicht erscheint und die Kopfhörer sagen dir, dass die Kalibrierung jetzt abgeschlossen ist und dass du nun die Equalizer anpassen kannst, wie du es grade lustig findest. Tja. Recht unspektakulär, aber so dermassen einfach, dass jeder das hinkriegt, der Anweisungen auf einem Bildschirm befolgen kann.

Der Soundcheck

Die Rayz machen vieles richtig, und lassen Hoffnungen aufkeimen. Denn HTC steht noch so Bitzli aussen vor. Da prügeln sich viele um die Herrschaft im Kopfhörermarkt und HTC steht so da und sagt “Hey, wir haben hier was cooles” und keiner scheint zuzuhören. Mit Pioneer hat HTC endlich ein Gspänli gefunden, denn Konkurrenten sind die beiden noch nicht. HTCs Kopfhörer funktionieren frustrierenderweise nur auf dem HTC U 11, ungeachtet wo sonst noch ein USB C-Type Stecker verbaut ist. Laptops zum Beispiel.

Pioneers Rayz funktionieren nur in Apples Ökosystem, was marginal besser ist. Da hat es wenigstens mehr als ein Gerät. Zudem können die Kopfhörer als Freisprechanlage und als direkter Draht zu Apples Assistant Siri funktionieren. Zudem sind ins Kabel zwei Plastikboxen eingelassen. Die eine ist eine Fernbedienung mit Extraknopf, der frei definiert werden kann. Samsung, nimm dir ein Beispiel für den Bixby-Knopf. User mögen Freiheit. Echt. Glaubt mir. Die andere Box dient dazu, dass das iPhone auch während dem Musikgenuss geladen werden kann. Denn Apple hat vergessen, wireless charging ins iPhone 7 einzubauen. Darum galt bisher “entweder Musik oder Aufladen”, es sei denn du investierst in AirPods.

Nun gut, genug der Kopfhörerphilosophie. Auf zum Soundcheck. Michael Jackson mit seinem Klassiker “Bad” soll zeigen, was die Rayz drauf haben.

Die laute Halle 1.2 hört auf, laut zu sein. Ich höre nur Michael Jackson. Ich stelle das Profil der Rayz auf basslastig ein, denn an die manuelle Einstellung der Equalizer will ich mich in der Halle nicht wagen. Denn, ehrlich gesagt, mir sind die Hörer im Ohr nicht so geheuer. Ich verstehe, dass es schwierig ist, ein Gerät nahe am Hygieneprodukt einer breiten Masse zu demonstrieren. Bei Sony am Stand steht einer mit einer Schüssel voll Aufsätzen und Hygienetüchli. Bei Bang and Olufsen bekommen wir ein verschweisstes Täschchen mit Aufsätzen drin. Bei Pioneer liegen die Kopfhörer einfach so rum. Einige scheinen bewachsen zu sein. Wäh. Wenn die Aufsätze am Pioneer-Stand je gesäubert oder ausgetauscht werden, dann ist das nicht in den 30 Drehminuten passiert, die wir am Stand verbracht haben.

Lieber Leser, ich tue das für dich. Echt. Und ich habe den Test nicht bereut. Denn der Sound ist toll. Stampfende Bässe, klare Höhen und die Mitte passt super. Das Noise Cancelling ist sogar so gut, dass ich mich selbst nicht mehr reden höre. Ich bereue es, den Vorschlag “Mach doch die Ansage mit den Rayz in den Ohren” von Videoproducerin Stephanie Tresch angenommen zu haben. Denn ich höre nicht mal mehr meine innere Stimme. Das ist mir auch noch selten passiert. Ein beachtliches Gefühl, alles in allem.

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Laut müssen die Rayz nicht werden, um die ganze Umwelt und interne Geräusche meines Körpers auszublenden. Das nenne ich mal Qualitätsarbeit.

So bleibt mir am Ende nur ein Wunsch an den japanischen Konzern: Bitte macht eine Version der Rayz, die mit Android-Geräten kompatibel ist. Denn diesen Sound haben wir alle verdient.

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Theresa Schieder

Theresa Schieder

Category Marketing Manager

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Dominik Bärlocher

Journalist. Autor. Hacker. Meine Themen haben meist mit Android oder Apples iOS zu tun. Auch die IT-Security liegt mir am Herzen, denn in unserer Zeit ist der Datenschutz keine Nebensache mehr, sondern eine Überlebensstrategie.

3 Kommentare

User pfisthan01

Warum kommen diese Rayz ohne separaten Akku aus, während beispielsweise die Bose QuietComfort 20 einen zusätzlichen Akku benötigen, welcher auch noch mitgeschleppt werden müssen? Leidet da eventuell die Ausgangsspannung darunter und damit die Impendanz?

05.09.2017
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User Anonymous

Weil aus dem lightning stecker mehr saft kommt. Ich frage mich, wie sich das auf den Handyakku auswirken wird. Muss ich dafür eine Powerbank mitschleppen?

06.09.2017
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