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Oculus Go: Was kann die All-in-One-VR-Brille?

Eine VR-Brille, die weder PC noch Smartphone benötigt. Die Oculus Go will die VR-Brille für die Masse sein und macht tatsächlich fast alles richtig.

Aufsetzen und loslegen. Einfacher als mit der Oculus Go kannst du VR derzeit wohl kaum erleben. Anders als bei der Oculus Rift, HTC Vive oder Gear VR brauchst du dazu weder einen Highend-PC noch ein Smartphone. Die Oculus Go ist eine All-In-One-Lösung. Die nötige Hardware und das Display sind fix integriert. Du musst nur den beiliegenden Controller in die Hand nehmen und kannst sofort in die Virtual Reality abtauchen. Mit dieser Einsteiger-VR-Brille will Facebook den Massenmarkt erobern. Bloss ein Spielzeug oder ernstzunehmende VR-Alternative? Ich hab mir die Oculus Go aufs Gesicht gedrückt.

Was steckt drin?

Power-Button sowie Lautstärke-Regelung sind gut erreichbar.

Die Oculus Go benutzt nicht das gleiche OLED-Display wie die Rift. Stattdessen kommt ein 5.5-Zoll-LCD mit 2560 x 1440 Pixeln zum Einsatz. Es soll dafür sorgen, dass die Abstände zwischen den Pixeln weniger wahrgenommen werden und der Screen-Door-Effekt verschwindet. Das heisst, du solltest damit weniger merken, dass du auf ein Display unmittelbar vor deinen Augen starrst. Meine Erfahrung bestätigt das. Die Auflösung ist höher als bei der Rift (2160 x 1200 Pixel), aber niedriger als bei der HTC Vive Pro (2880 x 1600 Pixel). Die kostet aber auch rund viermal so viel.

Die Oculus Go ist mit neuen Fresnel-Linsen ausgestattet, die laut Oculus «God Rays» (Lichtdispersion) verhindern sollen. Diese können in besonders kontrastreichen Szenen auftauchen. Ob's tatsächlich an den Linsen lag, kann ich nicht beurteilen, aber mir sind jedenfalls keine göttliche Strahlen aufgefallen.

Ein Sensor erkennt, wann du die Brille auf- oder absetzt.

Angetrieben wird die Brille von einem Snapdragon-821-Prozessor, der auch im ersten Pixel-Phone von Google verbaut ist oder im OnePlus 3T. Je nach Version kriegst du 32 GB oder 64 GB NAND-Speicher. Spiele und Apps können zwischen 50 Megabyte und mehreren Gigabyte gross sein.

Abgerundet wird das ganze von 3 GB RAM. Alles in allem steckt in der Oculus Go etwa die gleiche Hardware wie in einem zwei Jahre alten Smartphone. Das reicht aber, um alle verfügbaren Apps und Games flüssig zu spielen.

Komfort und Design

Bei der Nase dringt etwas Licht in die Brille.

Das erste, was mir beim Anziehen auffällt, ist, dass die Go etwas frontlastig ist. Das überrascht mich nicht, da schliesslich die ganze Hardware im Display steckt. So schwer, dass du Nackenstarre bekommst, ist sie aber nicht. Das Design ist schlicht und elegant. Die Verarbeitung ist tadellos. Was nicht verwundert, da das Gerät von Xiaomi produziert wird. Der chinesische Hersteller ist bekannt für qualitativ hochwertige Hardware. Mit Schlaufen auf der Seite sowie oben kannst du das Gerät an deine Kopfgrösse anpassen. Insgesamt sitzt die Oculus Go recht bequem, ein etwas zerknautschtes Gesicht kriegst du aber trotzdem, wenn du sie länger aufhast.

Display, Sound und Akku

Die Oculus Go besitzt am oberen Displayrand zwei Knöpfe: Einen zum Einschalten und einen für die Lautstärke. Zum Booten benötigt die Brille knapp 30 Sekunden. Ich hab sie aber meist im Standby-Modus gelassen. Von da ist sie in wenigen Sekunden einsatzbereit. Die Qualität des Displays ist überraschend gut. Ein deutlicher Fortschritt von Gear VR und Google Daydream. Ich würde sie bezüglich Bildqualität vor PS VR und Rift aber hinter der Vive Pro einordnen. Du musst die Brille relativ gut ausrichten, damit du scharf siehst. Mal eingestellt, überzeugen Bild und Sichtbereich. Einzelne Pixel sind zwar immer noch erkennbar, aber nur wenn man darauf achtet. Bei der Nasenaussparung dringt etwas Licht rein, was stören kann.

Die unscheinbaren Lautsprecher auf der Seite produzieren erstaunlich guten Sound.

Du kannst deine eigenen Kopfhörer über den 3.5mm-Anschluss anschliessen oder die integrierten 3D-Lautsprecher benutzen. Diese sind in den schmalen Kunststoffvorrichtungen auf der Seite verborgen, die gleichzeitig als Halterung für die Kopfbänder dienen. Dank Bewegungssensor merkt die Go, wenn du deinen Kopf zur Seite neigst, weshalb sogar 3D-Audio möglich ist. Die Qualität ist wirklich gut, obwohl die Lautsprecher oberhalb der Ohren positioniert sind. Der 3D-Sound ist ebenfalls überraschend genau und auch die Lautstärke mehr als genügend. Dass Aussenstehende nur schwach hören, was du gerade treibst, ist ebenfalls erfreulich. Dein Gegenüber im Zug wird je nach Lautstärke wohl etwas mitbekommen, störender als fremde Kopfhörer ist die Go aber kaum.

Der Akku hält für Games etwa zwei Stunden und für Filme oder Videos etwas länger. Das klingt nach extrem wenig, aber meistens wirst du nicht viel länger in VR abtauchen wollen. Ansonsten kannst du auch ein microUSB-Kabel anschliessen und am Netz weiterzocken. Wenn du im Hintergrund Downloads am Laufen hast, verringert sich die Akkulaufzeit zusätzlich. Auch die Performance leidet dann etwas, was du besonders in den Menüs merkst, die dann plötzlich nicht mehr richtig reagieren.

Bedienung

Die Fernbedienung liegt sehr gut in der Hand.

Zum Einrichten musst du die Oculus-App auf deinem Smartphone installieren. Diese führt dich durch den Setup-Prozess. Dazu müssen beide Geräte mit dem Wlan verbunden sein und du benötigst entweder einen Oculus- oder einen Facebook-Account. Mit der App kannst du bei Bedarf Einstellungen vornehmen sowie Apps und Spiele installieren. Der Prozess ist unkompliziert und es hat alles im ersten Anlauf geklappt.

Für die Steuerung der Oculus Go wird ein Controller mitgeliefert. Er besitzt drei Tasten, sowie einen Touchbereich für den Daumen, der sich ebenfalls drücken lässt. Er liegt sehr gut in der Hand und gefällt mir deutlich besser als der der Gear VR oder Google Daydream. Mit den Controllern der Rift kann er aber niemals mithalten. Da die Go keine externen Sensoren besitzt, sieht die Brille nicht, wo sich der Controller befindet. Stattdessen wird er offenbar einfach in einer fixen Distanz zum Headset positioniert. Da du einstellen kannst, ob du Rechts- oder Linkshänder bist, stört das aber nicht gross. Aber es passierte mir regelmässig, dass ich dort hinlangte, wo mir in VR der Controller angezeigt wird, nur um eine leere Tischplatte vorzufinden. Allzu weit entfernt, war der Controller aber nie.

Die Navigation durch die Menüs oder in Spielen funktioniert ansonsten fast tadellos. Manchmal reagierte die Touchsteuerung nicht so wie ich wollte, was aber eher auf die Software zurückzuführen sein dürfte. Ob in den typischen VR-Schiessbuden-Games oder Adventure-Spielen, in denen es gemächlicher zugeht – der Go-Controller funktioniert präzise, zuverlässig und intuitiv.

Durch einen Sensor innerhalb der Brille schaltet sie sich automatisch ein, beziehungsweise geht in den Standby-Modus, wenn du sie an- oder abziehst.

Inhalte

Den Store kannst du auch von der App aus bedienen.

Aber was kannst du eigentlich mit der Oculus Go alles machen? Über 1000 Gear-VR-Inhalte sind im Store verfügbar. Hinzu kommen über 100, die entweder neu oder zumindest überarbeitet wurden. Du findest diverse Video-Apps wie Netflix, Within, Oculus TV (hierzulande nur eingeschränkt verfügbar) etc. In Netflix kannst du dich in ein virtuelles Wohnzimmer setzen und auf einer riesigen Leinwand deine Serien schauen. Die Qualität hat mich dabei überrascht und ist mehr als genügend, um einen Film zu schauen. Gerade im Flugzeug, wenn du dich mal ausklinken willst und dir das winzige Board-System zum Gucken nicht ausreicht.

Neben Filmen und Serien sowie ein paar unterhaltsamen Chat-Apps dürften die meisten die Oculus Go zum Spielen benutzen. Unter den üblichen 0815-VR-Spielereien findest du mittlerweile doch das eine oder andere Highlight wie «Pet Lab», «End Space» oder «They Suspect Nothing». Insgesamt gibt es im Oculus Store genug Inhalte, um dich aktiv oder passiv zu unterhalten.

Da die VR-Brille wie erwähnt ohne externe Sensoren auskommen muss, sind die Spielerlebnisse auch alle stationär. Du bewegst dich also höchstens um deine eigene Achse. Ich bin beim Spielen meistens gesessen. Gerade bei Shooter-Games, wo du den Controller ausstrecken musst, wird das schnell anstrengend. Praktischer ist es darum, wenn du deinen Arm auf der Armlehne ruhen lässt.

Fazit: Die beste VR-Lösung für Einsteiger und «Sparfüchse»

Ein unkomplizierteres VR-Erlebnis gibt es praktisch nicht.

Über 500 Franken für eine Oculus Rift oder über 1000 für die HTC Vive Pro sind stolze Summen. Nicht enthalten ist dabei der leistungsfähige PC, den du benötigst. Da ist die Oculus Go für 250 respektive 300 Franken ein richtiges Schnäppchen. Die All-In-One-Lösung ist extrem einsteigerfreundlich und macht trotzdem nur wenige Abstriche in der Qualität. Primär musst du bei der Leistung Kompromisse eingehen. Optisch und technisch haben Spiele für Rift, Vive oder PSVR die Nase vorn. Die Oculus Go besitzt eher kurzweilige Unterhaltung und ich zweifle daran, dass ich Abends lieber etwas auf der Go zocke, statt am PC. Aber wie es der Name schon sagt, ist die neue Go für Unterwegs gedacht. Und dort kann sie durch die einfache Handhabung punkten. VR-Skeptiker wird sie nicht bekehren. Wer aber auf der Kippe ist oder portable Unterhaltung sucht, für den ist die Oculus Go die ideale VR-Lösung.

Wir sollten die Oculus Go voraussichtlich in der Kalenderwoche 29 (16. - 22. Juli) erhalten.

  • Go 32GB
  • Go 32GB
  • Go 32GB
CHF 249.–
Oculus Go 32GB
Verfügbarkeit noch nicht bekannt. Sobald wir mehr Informationen haben, werden wir den Artikel entsprechend anpassen.
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Verfügbarkeit

  • ca. 6 – 8 Tage

Bei sofortiger Bestellung.
Alle Angaben ohne Gewähr.

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  • Go 64GB
  • Go 64GB
  • Go 64GB
CHF 299.–
Oculus Go 64GB
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Als Game- und Gadget-Verrückter fühl ich mich bei digitec und Galaxus wie im Schlaraffenland – nur leider ist nichts umsonst. Wenn ich nicht gerade à la Tim Taylor an meinem PC rumschraube, oder in meinem Podcast über Games quatsche, schwinge ich mich gerne auf meinen vollgefederten Drahtesel und such mir ein paar schöne Trails. Mein kulturelles Bedürfnis stille ich mit Gerstensaft und tiefsinnigen Unterhaltungen beim Besuch der meist frustrierenden Spiele des FC Winterthur.

14 Kommentare

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User h.fopp

Lässt sich an die Brille auch einen Empfänger für eine fpv Drone anschliessen? Wenn sie dann noch eine kurze Latenz hat, habt ihr einen Käufer.

05.07.2018
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User Anonymous

Der Oculus Support sagt man soll abwarten.
Ich glaube aber nicht das Drohnenhersteller wie DJI eine App anbieten werden die wollen schliesslich ihre eigenen Brillen verkaufen.
Allerdings hat es jemand geschafft den normalen Android Store zum laufen zu bringen(reddit.com/r/OculusGo/comme...) vlt funktioniert eine der App darüber.
Für mehr guckste hier:
reddit.com/r/oculus/comment...

05.07.2018
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User ChrisBlaser

Ganz Klar nicht! Die Brille hat kein Input für ein Externes Signal wie einer FPV Brille. Einzig über Bluetooth oder WiFi könnten Live Streams über entsprechende Apps angesehen werden.

03.08.2018
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User AntonYang

Eignet sich diese VR-Brille auch für die "normalen" Brillenträger? ^^

06.07.2018
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User Jan Heidenreich

Ich würde mit einem bedingten "Ja" antworten ;). Es gibt die Brilleneinlage für die Oculus Go, allerdings konnte ich die Go auch gut benutzen ohne diese Einlage. Da ich aber relativ dicke Brillenbügel habe, merkte ich den Anpressdruck (seitlich) nach einer Weile und es wurde etwas unangenehm. Die Brille hat aber gut in die Go hineingepasst.

06.07.2018
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User andreasst

Ob die Brille hinein passt oder nicht hängt an der Front-Breite und -Höhe. Gemäss Oculus FAQ kann sie max. 142 Breit und 50 Hoch sein.
Das Problem ist, dass sie das auch bei der Rift sagen. Dort ist das aber sehr Eng. Wenn man die Rift abzieht bleibt die Brille in der Rift. Man hat das Gefühl, dass man die Linsen zerkratzen könnte. Die Rift hat aber keine speziellen Einlagen für Brillenträger.
@Jan: wie Breit ist Deine Brille? Ist die Go mit Brille bequemer und einfacher als die Rift?

10.08.2018
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User Jan Heidenreich

@andreasst: Meine Brille ist 138mm auf 43mm (jeweils breiteste/höchste Stelle vorne) ich hoffe mal das hilft ;)

13.08.2018
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User Anonymous

Kann man hier auch eigenen Content (etwa Videos und Fotos) von bsp einer Nikon KeyMission 360 drauf laden? Mein Wunschtraum wäre es, so eine Kamera in die Ferien mitzunehmen, tolle Aufnahmen damit machen und zu Hause kann man dann mithilfe der OculusGo gleich wieder "vor Ort" sein :)

06.07.2018
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User Boris200

Genau dafür ist die Go ideal und wie gemacht, bei 360Grad-Fotos und -Videos stört es auch nicht, dass die Go kein positional tracking beherrscht, dies ist DER Hauptunterschied zur Rift (einfach nur peinlich dass dies im Bericht nicht erwähnt wird), durch die höhere Auflösung als die Rift sind die Fotos und Videos auch viel schärfer. Dazu habe ich die Go nun seit Launch, nicht zum spielen (da ist die Rift viiiiel besser da man sich im Raum bewegen kann und Hände korrekt getrackt sind).

06.07.2018
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User Anonymous

Vielen Dank für das fundierte Feedback und der Überzeugung zum Kauf :) ...schade, das Digitec hierzu nichts schreibt (ev. Produktebeschrieb mal anpassen?). Ich werde mir Das Ding sobald lieferbar bestellen und bequem in meine Heim-Migros pickmupen!

09.07.2018
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User darnok16

Braucht kein Smartphone oder Pc aber zum einrichten braucht es?

09.07.2018
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User Roy Sonderegger

Zum einrichten brauchst du ein Smartphone, danach funktioniert die Oculus Go völlig eigenständig. Alle Menüs lassen sich direkt von der Go aus bedienen.

12.07.2018
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User darnok16

Ist schon klar, aber der Titel ist dadurch nur beschränkt richtig, scheint mir...

12.07.2018
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User ChrisBlaser

Für gewisse Optionen oder Updates brauchts immer ein Smart Phone, das verbunden oder gebunden ist.

03.08.2018
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