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GamingProduktwissen 3516

Noblechairs Icon: Was kann der edle Gamer-Sessel?

Gaming-Chairs beschränken sich nicht zwingend aufs Zocken. Noblechairs’ Kunstleder-Version will sich auch in normalen Büros einnisten. Das gelingt nur zum Teil. Ein Stuhl, zwei Meinungen.

Gaming-Chairs sind eine feine Sache. Zumindest optisch machen sie einiges her und jeder PC-Gamer, der etwas auf sich hält, schmückt damit seine Spielhöhle. Bei mir Zuhause steht seit ein paar Jahren ein Sessel von Akracing, der definitiv Blicke auf sich zieht. Leider ist das Aussehen auch schon das grösste Highlight. Der Sitzkomfort kann mit dem Design nicht ganz mithalten. Daher tauschte ich im Büro mit einer gehörigen Portion Skepsis meinen abgewetzten, aber bewährten Bürostuhl gegen den Noblechairs Icon.

ICON
CHF 399.–
noblechairs ICON
5

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Ohne fremde Hilfe ist der Sessel in etwa 15 Minuten zusammengebaut. Hier zeigen die deutschen Sesselbauer keine Schwächen. Mein erster Eindruck ist also durchaus positiv. Auch das erste Hinsetzen hinterlässt ein zufriedenes Kopfnicken. Allerdings tauchen danach umgehend die gleichen Probleme auf wie bei meinem Akracing Zuhause. Zum einen ist das Sitzpolster leicht nach oben geneigt, so dass meine Füsse eine längere Strecke zum Boden haben als bei normalen Sesseln. Also lasse ich den Stuhl etwas nach unten, damit ich einen schönen Rechten Winkel mit meinen Beinen hinkriege, wie es empfohlen wird. Allerdings sitze ich dann so tief unten, dass meine Unterarme schräg nach oben zeigen, statt ebenfalls im Rechten Winkel auf der Tischplatte zu ruhen. Ich könnte jetzt die Tischplatte herabsetzen, was aber relativ mühsam ist und auch nicht beliebig weit geht. Ich entscheide mich, die Armposition zu bevorzugen und die Füsse, übertrieben gesagt, baumeln zu lassen. Ich bin übrigens etwa 175cm gross.

Mein nächster Kritikpunkt betrifft die Rückenlehne. Statt, dass man nur die Lehne wippen könnte wie bei normalen Bürostühlen, bewegt sich der ganze Sessel. Wippende Rückenlehnen sind eigentlich dazu gedacht, die Rückenmuskulatur zu stärken. Das hat mir zumindest einmal eine Orthopädin erzählt. Das funktioniert beim Icon jedenfalls nicht. Wenn ich wippen will, muss ich auf die Zehenspitzen stehen, um das Gewicht nach hinten zu verlagern. Für mich ist die Funktion daher unbrauchbar.

Die Armlehnen lassen sich nach Belieben verstellen.

Ansonsten wär der Stuhl eigentlich sehr bequem. Das Kunstlederpolster schmiegt sich angenehm an, ohne dass ich gleich zu schwitzen beginne und die Armlehnen lassen sich in wirklich alle Richtungen verstellen. Dafür wackeln sie aber auch ein bisschen. Die mitgelieferten Nacken- und Lendenkissen habe ich nicht gebraucht. Letzteres hat sich Kollegin Livia geschnappt und ihren Bürostuhl damit gepimpt.

Für mich bleibts dabei. Gaming-Chairs sind offenbar nichts für mich. Sie sehen zwar schick aus, aber am Ende des Tages ist mir die Sitzqualität wichtiger und wenn ich am zweiten Tag bereits Rückenschmerzen habe, dann kann einfach etwas nicht stimmen. Mal schauen, was mein diebischer Kollege Luca Fontana zum Icon meint.

Wenn der Kollege den Gamer-Stuhl mopst

Eigentlich wollte ich Philipp einen kleinen Streich spielen. Während einer Mittagspause, in der Philipp das Büro verliess, riss ich mir seinen neuen Gamer-Chair unter den Nagel. Als er zurückkehrte, deklarierte ich den Stuhl, berufend auf das Recht des Stärkeren, kurzerhand als mein persönliches Eigentum. Dass das Philipp nicht gross kratzte, wirst du nach der Lektüre seiner Einschätzung oben schon erahnt haben.

Gut für mich. So konnte ich endlich einen dieser begehrten Gaming-Chairs länger als die üblichen zwei Minuten, die man im Laden so hat, ausprobieren.

Offenbar scheine ich für den Gaming-Chair von Noblechairs die geeigneteren Körperproportionen (ich bin 183cm) als Philipp zu haben. Denn schon nach kurzer Zeit habe ich mit den Kniegelenken einen anständigen rechten Winkel hingekriegt, ohne das Gefühl zu haben, mit dem Popo den Boden zu küssen.

Nun müsste ich nur noch den rechten Winkel mit meinen Ellenbogen herstellen. Bei mir sind es momentan ungefähr 110 Grad. Um den 90-Grad-Winkel hinzukriegen, müsste ich die Tastatur näher an die Tischkante ziehen (ergonomisch wären maximal 10 cm Abstand zwischen Kante und Tastatur). Nach ein paar Versuchen, diesen Text in famosem rechten Winkel zu schreiben, befinde ich, dass ich das gar nicht bequem finde und wechsle zurück in meine ursprüngliche Sitzposition.

Das Lendenkissen blieb bei uns ungenutzt.

Wie auch schon bei Philipp werde ich der optionalen Rücken- und Nackenpolster schnell überdrüssig. Für mich sind die Polster einfach zu hart. Oder aber es liegt an meiner nicht ganz 100-prozentigen ergonomischen Sitzhaltung. Schliesslich wurde der Stuhl ja so gebaut, dass man anständig drinsitzt und nicht so krumm wie ich. Wie dem auch sei, kaum sind die Polster weg, empfinde ich den Stuhl als sehr bequem. Die Schale stützt mich gut ab, zudem habe ich ohne Polster genug Freiheiten, um ein wenig rumzurutschen und die Sitzpositionen hin und wieder zu ändern (wenn du mich beim Büro-Yoga nur sehen könntest!).

Einzig das Zurücklehnen kriege ich nicht hin, ohne mich mit den Fussspitzen kräftig vom Boden abzudrücken. Das ist mässig bequem. Ich habe versucht, den Widerstand so gering wie nur irgend möglich einzustellen, aber offenbar geht es nicht ringer. Auch hier liesse sich argumentieren, dass ein ergonomischer Stuhl, in dem ich aufrecht sitzen soll, überhaupt nicht will, dass ich mich Arme hinter dem Kopf verschränkend nach hinten lehne. Im Gegenteil: Er will mich beim Aufrechtsitzen ja sogar abstützen! Also, wieso nach hinten lehnen?

Nach etwas mehr als einer Woche wird es langsam Zeit, den Stuhl an Phil zu retournieren. Zum Glück habe ich keine Rücken- oder Kreuzschmerzen. Überhaupt habe ich den Stuhl im Grossen und Ganzen als sehr angenehm empfunden. Die Einstellungsmöglichkeiten sind über fast jeden Zweifel erhaben und ohne die harten Polster habe ich mich beim Draufsitzen sehr wohl gefühlt.

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Produktwissen
Sandro Hostettler

Sandro Hostettler

Digital Marketing Manager

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Als Game- und Gadget-Verrückter fühl ich mich bei digitec und Galaxus wie im Schlaraffenland – nur leider ist nichts umsonst. Wenn ich nicht gerade à la Tim Taylor an meinem PC rumschraube, oder in meinem Podcast über Games quatsche, schwinge ich mich gerne auf meinen vollgefederten Drahtesel und such mir ein paar schöne Trails. Mein kulturelles Bedürfnis stille ich mit Gerstensaft und tiefsinnigen Unterhaltungen beim Besuch der meist frustrierenden Spiele des FC Winterthur.

35 Kommentare

User loonybin

Welcher Stuhl wird demnach empfohlen zum Gamen, zum Programmieren und sonst vor dem PC zu Chillen? Ich benötige solch ein Allrounder Stuhl für mein Büro

05.12.2017
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User Anonymous

Herman Miller.

07.12.2017
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User Asaes

@ Anon: thx

07.12.2017
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User loonybin

zwar nicht gerade in meinem Preissegment aber habe ich mir ebenfalls schon angeschaut. danke

08.12.2017
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User Anonymous

Die Stühle waren auch nicht in meinem Preissegment, aber überlege es dir so: Ist es dir wirklich nur wenige 100 Franken wert, potentiell starke Rückenschmerzen in Zukunft zu verhindern? Ich kenne viele Leute mit Bürojobs, die nie auf ihren Bürostuhl geachtet haben und ab ca. 40 Jahren einfach Tag und Nacht starke Rückenschmerzen hatten. Der Stuhl war sicher nicht der einzige Grund (fehlende regelmässige Bewegung), aber bestimmt Teil davon. Das war mir Grund genug, über 1000.- zu bezahlen.

08.12.2017
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User teymaronix

Zitat Fumo:
Wer was auf sich hält (und dazu gehört auch Rücksicht auf seinen Rücken zu nehmen) holt sich einen teuren Chefsessel.
Was du aussagen willst und was du tatsächlich aussagst sind hier wohl zwei paar Schuhe...

06.12.2017
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User teymaronix

Das wahr wohl der falsche Ort... :D

06.12.2017
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User hegamer

Solche Gaming-Stühle sind ergonomischer Müll. Seitenpolster wie in einem Sportwagen einfach ohne Sinn etc.
Nicht umsonst stehen in Büros Stühle von Giroflex oder gleichwertigen Konkurrenten und keine von AKR & co.

05.12.2017
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User loonybin

Welcher Stuhl würdest du empfehlen?

05.12.2017
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User hegamer

Wenn du wirklich viel Zeit sitzend verbringst lohnt sich die Investition in einen guten Bürostuhl. Am besten gehst du in ein Fachgeschäft und probierst alle Modelle durch. Giroflex 64 ist ein sehr weit verbreitetes Modell welches man in vielen Büros antrifft. Abraten kann ich dir vom Topstar OpenArt.

05.12.2017
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User Krigol

Bin nicht ganz deiner Meinung, habe sowohl einen Noblechair wie auch einen "teueren" Giroflex 68 (im Büro). Bei sehr langem Arbeiten am PC ziehe ich den "billigen" Noblechair eindeutig vor. Ich finde das einen tollen Stuhl für konzentrierte und andauernde PC Arbeit. Ergonomisch ist der Stuhl definitiv kein Müll, sondern halt eine andere Philiosophie.

05.12.2017
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User fumo

@krigol würde einen Arzt deine Aussage unterschreiben oder erwähnen dass du für dich zwar bequemer sitzt aber in Wirklichkeit deinen Rücken vergewaltigst?

06.12.2017
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User Krigol

Komische Diskussion? Meine Meinung: der Stuhl ist bequem und eignet sich für lange PC Sessions (nicht vergebens kommt er aus der Gaming Scene). Was hat das mit vergewaltigen zu tun?

06.12.2017
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User rewarder

Ich hatte ebenfalls für einen kurzen Zeitraum einen Gaming-Chair im Einsatz und stellte genau dieselben Probleme fest wie Phillipp. Da ich noch etwas kleiner bin als Phillipp fallen die Probleme bei mir noch mehr ins Gewicht. Ich würde generell nur Leuten, die grösser als 180cm raten einen Gaming-Chair auszuprobieren. Letztendlich aber sehe ich das grösste Problem bei der Rückenlehne, die unbeweglich ist, sprich kein Wippen erlaubt. Das ist für mich auf längere Zeit hinaus ein absolutes No-Go.

06.12.2017
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User Anonymous

Mein Hintern ist glücklicher Benutzer dieses Stuhls. Was man bitte beachten solle ist, dass der Stuhl für Leute bis 150kg gemacht wurde. Also von Haus ist der Stuhl etwas mehr Heavy Duty. Ich habe mit ca 120kg Lebendgewicht keine Mühe den Stuhl zu kippen.

07.12.2017
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User fumo

"jeder PC-Gamer, der etwas auf sich hält, schmückt damit seine Spielhöhle"

lol eher jeder PC gamer der im Kopf noch 12 ist und sich dadurch profilieren will. Wer was auf sich hält (und dazu gehört auch Rücksicht auf seinen Rücken zu nehmen) holt sich einen teuren Chefsessel.

04.12.2017
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User illyillz

wer tatsächlich glaubt, teuer = besser, muss noch 12 im Kopf sein...

04.12.2017
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User fumo

Das entspricht ja auch nicht meiner Aussage.

04.12.2017
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User teymaronix

Das entspricht ziemlich genau deiner Aussage...

05.12.2017
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User fumo

ähm nein tut es nicht, ich weiss wohl am besten was ich aussage und was nicht. Wenn ihr nur dazu dichten möchtet um sinnlos rum zu diskutieren dürft ihr gerne eigene Posts dafür erstellen.

06.12.2017
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User teymaronix

Zitat Fumo:
Wer was auf sich hält (und dazu gehört auch Rücksicht auf seinen Rücken zu nehmen) holt sich einen teuren Chefsessel.
Was du aussagen willst und was du tatsächlich aussagst sind hier wohl zwei paar Schuhe...

06.12.2017
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