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Mit Bildstabilisator: Wie deine Handybilder besser werden

Dein Phone soll gute Bilder machen. Bildstabilisatoren sind dafür ein wichtiger Punkt. Jedoch hat nicht jedes Smartphone einen und es gibt verschiedene Stabilisationsarten, die sich auf die Qualität deiner Bilder auswirken. Welche das sind, erfährst du hier.

Unser Handy-Produktmanager Dario steht in der Redaktion. Sonst bringt er immer die neuesten und verrücktesten Phones vorbei. Heute steht er mit leeren Händen da. «Hast du gewusst, dass Honor die Phones mit einem Bildstabilisator nachrüstet?» fragt er mich. Nein, das wusste ich nicht. Wie wollen die denn auch einen Bildstabilisator nachrüsten? Die sind ja im Handy verbaut oder – wie bei den Phones von Honor – eben nicht.

Die Stabilisierung bei Honor soll per Software mittels Update reinkommen. Aber wie kann das funktionieren? Und was ist der Unterschied im Vergleich zu einer mechanischen Stabilisierung?

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Bist du Fotograf oder kennst dich sonst mit Bildstabilisatoren aus, wirst du hier nicht viel Neues erfahren. Ansonsten – einfach weiterlesen.

Mechanische vs. elektronische Bildstabilisatoren

Einen Bildstabilisator brauchst du, damit dein Bild nicht verwackelt. Verwackler können dir vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen passieren, wenn du zittrige Hände hast oder beim Zoomen. Der Stabilisator, den Honor nun nachrüstet, ist ein digitaler Bildstabilisator. Das heisst, es ist nur die Software, die das Bild stabil halten soll.

Mechanische Stabilisation

Die mechanische, auch optische Bildstabilisation genannt, ist in der Handy-Kamera verbaut. Sie eliminiert die wackeligen Bewegungen von aus der Kameralinse heraus. Das funktioniert so: In deinem Phone sind Lagesensoren verbaut. Die heissen Gyroskopen. Die Gyroskopen bewirken mit den kleinen Motoren in der Kamera die ausgleichende Bewegung des Kameraobjektivs. Das Objektiv kannst du dir wie auf kleinen Schienen vorstellen, die sich vertikal, also nach oben verschieben.

Wenn die Kamera stabilisiert ist, bewirkt das auch, dass der Verschluss länger geöffnet bleiben kann und somit der Sensor mehr Licht einfängt. Somit kriegst du mit einer verbauten Stabilisation auch bei schlechten Lichtverhältnissen bessere Bilder.

Elektronische Stabilisation

Der elektronische Bildstabilisator kommt ohne irgendwelche Bauteile. Er besteht rein aus Software. Das Prinzip geht so: Die Software deines Phones merkt, dass es zu viel Bewegung gibt. Also versucht sie, das Motiv zu verschieben, sodass weniger Verwackler erkennbar sind. Durch die automatische Korrektur kann aber auch ein Qualitätsverlust entstehen – ähnlich, wie wenn du Fotos nachbearbeitest. Die elektronische Stabilisation ist also vielmehr eine Kompromisslösung. Sie kommt auch meist nur für Videos zum Einsatz.

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Die mechanische Stabilisation ist also technisch aufwändiger, erzielt dafür aber bessere Resultate . Die elektronische Bildstabilisation ist in den meisten Fällen mit einem Qualitätsverlust verbunden.

Bildstabilisierung, die nicht für Fotos ist

Das Update mit dem elektronischen Bildstabilisator wird für das Honor 10 und das Honor View 10 seit Anfang August ausgerollt. Auf dem Honor 10 habe ich das Update mit der Version COL-L29 8.1.0.131(C432) vor ein paar Tagen erhalten.

Das Update zeigt: Wie es bei elektronischen Bildstabilisatoren meistens der Fall ist, kann der Stabilisator nur für Videoaufnahmen, nicht aber für Bilder verwendet werden. Schade. Wenn die dem schon Bildstabilisator sagen, wäre es doch schön, wenn die Stabilisation auch für Bilder eingesetzt werden könnte. Und Videostabilisierung mit hoher Auflösung oder Framerate wird nicht unterstützt.

Falls du ein Honor Phone hast, das Update bei dir aber noch nicht da ist: In den Einstellungen unter «Systemaktualisierungen» kannst du manuell nach dem Update suchen. Einen nachträglichen Bildstabilisator gab’s nicht nur bei Honor sondern beispielsweise auch bei OnePlus oder Pixel Phones.

Der Test zeigt: Das Video ist ruhiger aber nicht besser

Wenn du ein stillstehendes Motiv mit ruhiger Hand aus dem Stand filmst, wirst du nicht viel vom Bildstabilisator merken. Ich habe mich für den Test deshalb entschieden, einen Hund aus dem Gehen heraus zu filmen. Dass ich dabei rückwärts gegangen bin, hat ich für noch mehr Verwackler gesorgt. Auch die Videos mit eingeschaltetem Bildstabilisator wackeln. Wenn du das Phone auf und ab, so wie ich beim Gehen, bewegst, wird dir das keine Kamera ausgleichen. Trotz den offensichtlichen Verwackler sind die Videos mit Bildstabilisator aber ruhiger. Die Videos haben aber dafür auch eine deutlich niedrigere Qualität. Verwackler sind also auch wegen der niedrigen Auflösung gar nicht so gut erkennbar wie beispielsweise bei einer 4K-Aufnahme.

Mit elektronischem Bildstabilisator

Damit du den Bildstabilisator überhaupt einstellen kannst, musst du zuerst die Qualität auf FHD heruntersetzen. Wegen der schlechteren Qualität siehst du die Verwackler so oder so weniger. Wenn du im Video die Ränder genau anschaust, siehst du einige verschwommene Teile. Das ist der Ausgleich, welcher die Software macht. Das Video wirkt dadurch ruhiger, dafür ist die Qualität halt deutlich schlechter.

Ohne Bildstabilisator

Das Video habe ich in der höchstmöglichen Qualität aufgenommen. Die Auflösung beträgt 3840 x 2160. Verwackler sind bei dieser Qualität natürlich viel besser sichtbar. Durch den Upload auf Youtube ist das Video aber wieder komprimiert worden. Das Video wirkt dennoch unruhiger als das stabilisierte Video. Die Verwackler sind heftiger als im stabilisierten Video.

Die Erkenntnis: Nett, aber keine Revolution

Der Test hat es gezeigt: Es wird nicht alles besser. Dennoch kann der Stabilisator für gewisse Videos praktisch sein. Etwa wenn du weisst, dass es sicher sehr viele Verwackler geben wird und dir die Auflösung zweitrangig ist. Wenn du, wie ich ein Video aus dem Gehen heraus machst, ist mehr Ruhe im Video besser und die Auflösung in dem Fall weniger wichtig.

Die perfekten Videos kriegst du auch mit dem Software-Stabilisator nicht. Dennoch, nett von Huawei, dass sie die Phones softwaretechnisch nachrüsten.

Wenn du viel mit dem Handy fotografierst, rate ich zum Kauf mit einem verbauten, optischen Bildstabilisator. Bei Fotos merkst du den Unterschied bei schlechtem Licht durchaus.

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User

Livia Gamper, Zürich

  • Junior Editor
Experimentieren und Neues entdecken gehört zu meinen Leidenschaften. Manchmal läuft dabei etwas nicht wie es soll und im schlimmsten Fall geht etwas kaputt. Ansonsten bin ich seriensüchtig und kann deshalb nicht mehr auf Netflix verzichten. Im Sommer findet man mich aber draussen an der Sonne – am See oder an einem Musikfestival.

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