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«For Honor»: Ein Samurai, ein Ritter und Wikinger kommen in eine Bar…

Brachiales Gemetzel mit riesigen Äxten, Schwertern und spitzen Speeren. Statt ballern mit modernen Schiesseisen, duelliert ihr euch in «For Honor» mit mittelalterlichen Waffen bis aufs Blut. Und zwar als Wikinger, Samurai oder Ritter. Zahlt sich die ungewöhnliche Mischung aus?

«War of the Roses», «Chivalry», «Mount and Blade: Warband». Games mit mittelalterlichen Nahkampf-Duellen gibt es einige.«For Honor» aus dem Hause Ubisoft schlägt in die gleiche Kerbe. Anders als die Konkurrenz stellt damit aber erstmals eines der grossen Studio seine geballte Entwicklungskraft hinter so ein Projekt.

In «For Honor» stehen sich drei ungewöhnliche Kontrahenten gegenüber: Wikinger, Ritter und Samurai. Was klingt, wie der Anfang eines schlechten Witzes, verleiht dem Spiel Abwechslung und hebt es von der Masse ab. In Single- und Multiplayer-Partien liefert ihr euch martialische Schlachten in belagerten Burgen, mystischen Kathedralen und brennenden Festungen.

Lineare Kampagne als Amuse Bouche

Ich beginne mit dem Einzelspielermodus und hebe mir die garantierten Niederlagen im Online-Modus für später auf. Die Kampagne folgt den drei Fraktionen. Als erstes schnetzel ich mich als Ritter durchs weiche Fleisch meiner Feinde. Als gesichtsloser Recke mit einem furchterregenden Helm und einer stählernen Plattenrüstung kämpfe ich mich durch die ersten Missionen. Die folgen meist dem gleichen Schema: In linearen Levels alles kurz und klein schlagen bis am Ende ein etwas stärkerer Gegner (der Boss) darauf wartet, einen Kopf kürzer gemacht zu werden. Dazwischen stellen sich euch zwei Kategorien von Gegner in den Weg. Zum einen Fusssoldaten, die schon einen Kopf kürzer sind, bevor ihr mit dem Schwert ausholt und die mit einem Schlag tot sind. Sie sind auch in grosser Zahl kaum eine Gefahr.

Dann gibt es Feinde, bei denen «For Honor» sein eigentliches Kampfsystem enthüllt. Mit ihnen beginnt ein spannender und taktischer Schwerttanz. Geschlagen und geblockt wird auf drei Seiten: Links, rechts, oben. Dazu visiert ihr eure Gegner an und wählt die entsprechende Haltung aus. Ein Pfeil signalisiert, auf welcher Seite der Gegner zuschlagen wird. Wenn der Gegner die Richtung ändert, müsst ihr schnell genug reagieren, damit ihr mit euren riesigen Äxten und Schwertern rechtzeitig parieren könnt. Schlagen, Blocken etc. verbraucht Ausdauer. Ist die Puste weg, könnt ihr schon durch Parieren umgehauen werden.

Das Prinzip ist schnell verstanden. Die Kampagne lehrt euch geschickt neue Tricks wie den Schulterschlag, um die Deckung aufzubrechen oder ein Hechtrolle. Sogar einfache Kombos sind möglich. Einmal mehr gilt auch bei «For Honor»: Einfach zu lernen, schwer zu meistern.

In der Kampagne sind die Gegner relativ einfach zu besiegen. Betrachtet es als Training für den Online-Modus. Den werden viele von euch ohnehin direkt ansteuern – zu recht. Die Kampagne ist zwar ganz unterhaltsam aber auch vernachlässigbar. Man muss Ubisoft zu Gute halten, dass sie sich durchaus Mühe gegeben haben und erstklassige Sprecher verpflichtet haben – zumindest im Englischen Original.

Menschen prügeln macht am meisten Spass

Der Multiplayer ist das Herzstück des Spiels. Dort stehen euch fünf Modi und sechs Maps zur Auswahl. Ihr könnt euch zum Beispiel 1 vs 1 duellieren oder, was mir bisher am meisten Spass gemacht hat, euch in 4-vs-4-Team-Fights auf die Rübe geben. Da aber selbst acht Spieler für eine ordentliche Mittelalterschlacht viel zu wenig sind, tummelt sich in den meisten Modi haufenweise computergesteuertes Schwertfutter herum. Punkte müsst ihr von ihnen säubern, bevor ihr sie einnehmen könnt – ähnlich wie die Creeps in MOBAs.

Aber richtig spannend wird es erst, wenn ihr auf menschliche Gegner trefft. Diese Duelle sind enorm spannend und treiben euch den Schweiss auf die Stirn. Manchmal sind sie in einem Sekundenbruchteil vorbei und ein anderes Mal fechtet ihr (gefühlt) minutenlang. Hier spielt «For Honor» seine grösste Stärke aus. Kämpfe sind taktisch, erfordern gutes Timing und viel Geschick. Bei allen drei Fraktionen gibt es unterschiedliche Kämpfer. Einige sind stärker, andere schneller, die einen haben einen Schild, andere dafür zwei Schwerter. Sie richtig einzusetzen, ist Voraussetzung wenn ihr erfolgreich sein wollt.

Fazit

Ich fand schon «War of the Roses» und «Chivalry» extrem unterhaltsam. Aber «For Honor» spielt vom Gameplay, der Grafik und dem Feinschliff in einer anderen Liga. Waffen fühlen sich massiv an und wenn ihr eure Axt in der Brust eures Gegners versenkt, fühlt ihr richtig die Wucht des Aufpralls. Zu erwähnen sind auch die detaillierten Rüstungen. Ob Samurai mit ihren teuflischen Masken, Wikinger mit ihren wilden Hörner oder die Ritter in ihren massiven Panzern. Sie sind ein Genuss zum Anschauen und versprühen Respekt. «For Honor» ist ein wirklich gelungenes Spiel mit einem tollen Kampfsystem und einem unverbrauchten Szenario. Wer eine Tracht Prügel sucht, ist hier genau richtig.

Die PC-Version sieht besonders beeindruckend aus, aber auch auf Konsole ist «For Honor» ein Hingucker

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Als Game- und Gadget-Verrückter fühl ich mich bei digitec und Galaxus wie im Schlaraffenland – nur leider ist nichts umsonst. Wenn ich nicht gerade à la Tim Taylor an meinem PC rumschraube, oder in meinem Podcast über Games quatsche, schwinge ich mich gerne auf meinen vollgefederten Drahtesel und such mir ein paar schöne Trails. Mein kulturelles Bedürfnis stille ich mit Gerstensaft und tiefsinnigen Unterhaltungen beim Besuch der meist frustrierenden Spiele des FC Winterthur.

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