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SpielereienFerngesteuertReview 312

Ein Krieger in Weiss, der nicht viel kann

Der Roboterhersteller UBTECH aus Shenzhen wagt sich mit diesem Stormtrooper in die Lizenzwelt der Spielwaren. Im Vergleich zu den etablierten Herstellern müssen die Chinesen jedoch noch einen Gang zulegen. Die Optik allein reicht leider bei Weitem nicht aus.

UBTECH wurde 2012 gegründet und hat sich auf humanoide Roboter spezialisiert. Nebst ihrem Serviceroboter Cruzr setzen sie ihr Augenmerk besonders auf Lernroboter, wie zum Beispiel der AstroBot. Neu wagen sie mit dem First Order Stormtrooper ihren ersten Schritt in die Welt der lizenzierten Spielwaren. Dank dieses Schachzuges steigerte sich die Bekanntheit ihrer Marke weltweit. Ob sich ihr Stormtrooper jedoch im Vergleich zu anderen Spielwarenhersteller profilieren wird, bezweifle ich zu glauben. Mehr dazu erfährt ihr in diesem Testbericht.

Sein Aussehen überzeugt, trotz des grossen Kopfes

Bevor wir sein Können als Roboter unter Beweis stellen, schauen wir zuerst auf sein Äusseres. Denn optisch macht der Kleine definitiv etwas her. Die Ähnlichkeit zum Original siehst du auf den ersten Blick. Die Designer von UBTECH haben den Stormtrooper detailgetreu nachgebaut und mit viel Mühe umgesetzt. Lediglich die Proportionen stimmen nicht überein. Er sieht ein wenig aus, als hätte er zu wenig Sport betrieben und zu viele Burger verputzt. Ein bisschen pummelig halt. Besonders sein Kopf und die Füsse sind nicht originalgetreu.

Trotz dieser kleinen Abweichungen finde ich sein Aussehen sehr gelungen. Vielleicht genau wegen dieser Ungereimtheiten finde ich ihn auf eine gewisse Art süss.

Mit im Lieferumfang ist auch eine Waffe für den Stormtrooper enthalten. Den Blaster kannst du deinem Sturmtruppler an die Hand stecken. Somit ist er für jedes Gefecht bereit. Ob er aber sein Ziel trifft, ist eine andere Frage. In diesem Set ist die Waffe jedoch nur ein Modell und hat keine Funktionen. Der Blaster unterstreicht lediglich die Optik des Stormtroopers.

Der Rücken des Stormtroopers sieht weniger spektakulär aus. Als Gürteltasche getarnt befindet sich der Ein- und Ausschalter. Der ist so überdimensional gross, dass sogar ein AT-AT ihn anschalten könnte. Weiter besitzt er am Rücken die Öffnung für das Ladekabel. Hier hat UBTECH definitiv Geld gespart. Das Ladekabel sieht aus wie das eines Handys aus den Neunzigern. Ein grosser, runder Stecker. Hallo? 2018? Von einem Roboter, der über 300 Franken kostet, hätte ich hier auf jeden Fall mehr erwartet. Und wenn schon ein Stecker verwendet wird, macht ihn doch unten an den Füssen. Da fällt es wenigstens optisch nicht auf!

Die Verbindung zum Tablet war ein Spiessrutenlauf

Nachdem du den überdimensional grossen Einschaltknopf auf dem Rücken des Stormtrooper betätigt hast, fängt der weisse Krieger auch schon an zu sprechen. Er spricht dich mit Commander an und gibt dir eine lange Zahlenfolge bekannt. Diese musst du dir aufschreiben, damit du dich über WLAN mit ihm verbinden kannst. Diese Zahl wiederholt er so lange in Dauerschleife, bis du die Verbindung erfolgreich hergestellt hast. Das kann beim ersten Versuch gut und gerne fünf bis zehn Minuten dauern, da die Oberfläche der App nicht wirklich aufgeräumt ist. Nervt er dich mit seinem Gelabere zu stark und du schaltest ihn ab, kannst du wieder von vorne beginnen.

Der Storymodus ist mässig interessant

Steht die Verbindung, ist es an der Zeit, seine Funktionen auszuprobieren. Dabei hast du drei verschiedene Modi zur Auswahl. «Training» ist ziemlich langweilig. Da kannst du – ausser ein paar Funktionen testen – nicht viel machen. Bei «Sentry» kannst du dein Gesicht scannen und dem Stormtrooper beibringen, dass du sein Chef bist. Unter der Funktion «Mission» ist der Storymodus versteckt.

Im Storymodus bist du auf dem Wüstenplanet Jakku. Deine Aufgabe ist es, verschiedene Festplatten zu suchen und zu entschlüsseln. Auf einer Rasterkarte siehst du mehrere Symbole. Durch Anklicken läuft der Stormtrooper zu dieser Position. Er läuft dann etwa zwei bis drei Minuten umher. In dieser Zeit kannst du ausser Warten nichts tun. Im Schneckentempo läuft der Sturmtruppler über den Tisch und macht für dessen Grösse einen enormen mechanischen Lärm. Hat er die Position erreicht, musst du über einen «Joystick» seinen Kopf bewegen. Dadurch schaut er sich um und findet dann irgendwo das gesuchte Objekt. Das war's auch schon. Weiter zum nächsten Auftrag. Die erste Mission dauert so etwa 15 bis 20 Minuten. Wobei du mehr als die Hälfte der Zeit nur zuschauen kannst, wie der Stormtrooper umherstolziert. Ein spannender Storymodus ist definitiv etwas anderes.

Fazit

Der Stormtrooper von UBTECH sieht schön aus, hat aber als Roboter leider nicht viel zu bieten. Seine Technologie ist nicht auf dem neusten Stand und der Storymodus der App ist nicht wirklich spannend. Schade eigentlich, ich hätte mich auf einen coolen Stormtrooper-Roboter gefreut. Bist du jedoch ein echter Star-Wars-Fan und hast dein ganzes Zuhause voller Merchandise, lohnt sich der Kauf wenigstens optisch. In der Vitrine macht der Stormtrooper sicherlich eine gute Figur. Aber über 300 Franken für eine Figur auszugeben, ist meines Erachtens bereits weit über die finanzielle Schmerzgrenze hinausgeschossen.

  • Disney Star Wars First Order Stormtrooper
  • Disney Star Wars First Order Stormtrooper
  • Disney Star Wars First Order Stormtrooper
CHF 362.–
Ubtech Disney Star Wars First Order Stormtrooper

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User

Ramon Schneider, Zürich

  • Junior Editor
Auf dem Motorrad geniesse ich meine Freiheit, beim Angeln wecke ich meinen Jagdinstinkt und hinter der Kamera lasse ich meiner Kreativität freien Lauf. Bezahlt werde ich dafür, von früh bis spät mit Spielwaren Humbug zu betreiben.

3 Kommentare

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Es gelten die Community-Bedingungen.

User m.windu

lol

20.03.2018
User Thekey89

Mit welcher Kamera stellt ihr die Produktewissen Videos her?

20.03.2018
User Ramon Schneider

Sieh dir den folgenden Beitrag an. Hier erfährst du alles: digitec.ch/de/page/vom-serv...

22.03.2018
Antworten