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Blackberry KeyOne: Zu spät die Kurve gekriegt?

Freunde von physischen Tastaturen werden das Blackberry Keyone willkommen heissen. Sicherheit ist dem kanadischen Unternehmen nach wie vor wichtig, aber steht nicht mehr im Zentrum. Anstelle wird auf die neuste Android-Version und ein gutes Gesamtpaket gesetzt. Dennoch könnte das Handy ein paar Jahre zu spät sein.

Ja, Blackberry gibt es immer noch. Einst Synonym für sichere Telefone mit Tastatur kämpft der Hersteller mittlerweile darum, den Anschluss an die Konkurrenz nicht komplett zu verlieren. Der neuste Versuch heisst Blackberry KeyOne und dürfte die bisher pragmatischste Lösung sein.

Physische Tasten

Das Blackberry KeyOne ist ein typisches Android-Smartphone mit dem winzigen Unterschied, dass es eine physische Tastatur besitzt. Damit kannst du tippen wie in den guten alten Zeiten. Ich hab sie zwar nicht vermisst und wirklich schneller bin ich mit den echten Tasten auch nicht. Zwar finde ich das Tippen auf Touchscreens längst nicht ideal, aber die kleinen Tasten sind nicht unbedingt besser. Besonders weil du für Zahlen oder Zeichen zusätzlich die Shift- oder Alt-Taste drücken musst. Da wird es mit zwei Fingern schnell eng auf der Tastatur. Aber Hauptsache es gibt Optionen.

Die Tastatur dient gleichzeitig zum Scrollen. Das funktioniert genauso wie man es von einer unebenen Oberfläche erwartet: holprig. Insgesamt ist es aber durchaus eine praktische Alternative. Nur kommst du dabei schnell auf den Homebutton, der direkt über der Tastatur auf dem Bildschirm liegt. Und wenn du nach dem wiederholten Male vom Browser ungewollt auf dem Homescreen landest, fängt die Möglichkeit bereits an zu nerven. Du kannst natürlich wie gehabt direkt auf dem Display scrollen. Dummerweise liegt die Tastatur aber genau dort, wo natürlicherweise dein Daumen ruht. Das Display liegt daher höher als typisch. Aber du gewöhnst dich daran.

In der Tastatur, genauer gesagt in der Leertaste ist der Fingerabdruckscanner verbaut. Und nicht wie man auf den ersten Blick vermuten könnte, ein physischer Homebutton. Der Fingerabdruckscanner funktioniert schnell und zuverlässig.

Die untere Taste lässt sich frei belegen.

Unterhalb des Lautstärke-Reglers verbirgt sich ausserdem ein frei belegbare Taste. Ob du damit die Kamera starten willst oder wie ich die Taschenlampe einschaltest, bleibt dir überlassen.

Software und Sicherheit

Während die Tastatur einen leichten Retro-Vibe versprüht, ist die Software auf dem neusten Stand. Android 7.1.1 wurde von Blackberry nur minimal verändert und im grossen und ganzen blieb Googles Oberfläche unangetastet. Auf unnötige Bloatware wurde fast komplett verzichtet. Der eigene Messaging-Dienst BBM ist weiterhin vorinstalliert. Die App-Übersicht fällt etwas wild aus mit verschieden grossen Fenstern. Ist aber eine Frage des Geschmacks.

Dann gibt es noch ein von rechts ausfahrbares Fenster, das mit einem schmalen weissen Strich gekennzeichnet ist. Dahinter verbirgt der Kalender sowie der Schnellzugriff auf einige Blackberry-Apps und Kontakte.

Die DTEK-App zeigt dir, wie sicher dein Handy ist.

Was auffällt ist, dass Sicherheit nicht mehr das Aushängeschild ist. Vergessen wurde sie aber nicht. Sie kommt in Form einer besonders sicheren Verschlüsselung daher. Dazu gibt es die DTEK-App, die den Sicherheitsstand des Smartphones aufzeigt und erklärt, wo es noch Optimierungspotential gibt. Das wärs dann schon aus Usersicht zum Thema Extra-Sicherheit. Das kannst du als Vorteil betrachten, weil es nichts Umständliches zu konfigurieren gibt, aber ein Blackphone bietet hier deutlich mehr Optionen. Besonders ist noch, dass Blackberry-Geräte die Sicherheitsupdates von Google immer als erstes erhalten – noch vor Pixel und Nexus.

Technisch zurückhaltend

Die leichte Verfärbung auf der Rückseite ist auf einen Aufkleber unseres Testgeräts zurückzuführen.

Die technischen Daten werden kein Staunen aus dir herauslocken: Snapdragon 625, 3GB RAM , 32 GB erweiterbarer Speicher, 4.5 Zoll Display mit einer Auflösung von 1620x1080 Pixel. Hier gibt sich das KeyOne gemässigt. Das spiegelt sich auch in der Leistung wieder. Das Gerät ist bei weitem nicht langsam und erledigt alle Aufgaben ohne Probleme – nur eben nicht so zackig wie die Top-Kandidaten. Dafür hat Blackberry dem Gerät einen 3505 mAh Akku spendiert, was in Kombination mit den zurückhaltenden Spezifikationen ein sehr gutes Resultat erzielt.

Die 12- beziehungsweise 8-Megapixel-Kamera ist die gleiche wie im Pixel XL und die gilt als Referenz. Selfie- und Instagram-Fetischisten kommen also auf ihre Kosten.

Verarbeitung

Das Keyone ist ähnlich gross wie mein Google Pixel XL und das trotz des deutlich kleineren Displays. Das liegt natürlich an der integrierten Tastatur. Wenn du dir Geräte in der Grössenordnung gewohnt bist, dann liegt das Teil sehr gut in der Hand. Dazu trägt besonders die gummierte Rückseite bei. Anders als die ganzen Hochglanz-Kandidaten mit Glasrückseiten musst du beim Keyone keine Angst haben, dass es dir aus der Hand rutscht. Zusammen mit dem Metallgehäuse hinterlässt es einen eleganten und vor allem robusten Eindruck. Mit 180g ist es allerdings eher auf der schweren Seite.

Fazit: Unauffällig, aber nicht zu unterschätzen

Das Backberry Keyone wird wohl keine Wellen schlagen, auch wenn es bei unseren Vorbestellern enorm beliebt ist. Das trifft zwar auf die meisten neuen Smartphones zu, aber Blackberry steckt auch mehr unter Zugzwang als andere. Das KeyOne ist ein solides Gerät mit guter Verarbeitung, mittelmässiger Ausstattung, aber grossem Akku und zuverlässiger Kamera. Der Fokus liegt klar auf Produktivität und nicht auf Medienkonsum. Der Sicherheitsaspekt wird nicht mehr gleich hoch gehalten wie früher, ist aber immer noch eine der Stärken von Blackberry. Am Ende dürfte ein Faktor entscheiden: Die physische Tastatur. Ich hab sie nicht vermisst, aber für mich ist das KeyOne auch nicht gedacht. Falls du echte Tasten dem Touchscreen vorziehst und ein pragmatisches Gerät suchst, kannst du ohne Bedenken zum Blackberry Keyone greifen.

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Als Game- und Gadget-Verrückter fühl ich mich bei digitec und Galaxus wie im Schlaraffenland – nur leider ist nichts umsonst. Wenn ich nicht gerade à la Tim Taylor an meinem PC rumschraube, oder in meinem Podcast über Games quatsche, schwinge ich mich gerne auf meinen vollgefederten Drahtesel und such mir ein paar schöne Trails. Mein kulturelles Bedürfnis stille ich mit Gerstensaft und tiefsinnigen Unterhaltungen beim Besuch der meist frustrierenden Spiele des FC Winterthur.

8 Kommentare

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User fabio_colbrelli

Smartphones werden von einer Partnerfirma erstellt und vermarktet, um den Leuten welche die Smartphones toll finden noch eine Möglichkeit zu bieten, Ziel von Blackberry ist es mit Android auf die Sicherheitsstufe der alten Blackberrys zu kommen, damit man diese auch in der Regierung einsetzten kann.

04.04.2017
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User fabio_colbrelli

Das DTEK60 ist ein top aktuelles Smartphone mit guter Camera und super Hardware, die Kurve wurde somit nicht verpasst ;) Liebe leute zuerst sauber in die Materie einlesen, danach etwas posten.

04.04.2017
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User icarus86

Habe das PRIV seit knapp einem Jahr und bekomme immer noch alle Security Updates zeitgerecht.
Die physikalische Tastatur hat mich aber nicht begeistert. Ich finde die virtuelle Tastatur mit dem mehrsprachigen Auto-Complete einfach erste Sahne!
Daher würde ich eher auf ein DTEK80 oder so warten...

04.04.2017
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User fabio_colbrelli

Blackberry steht neu für Software und die Mobile Management Software Nr.1, mit Blackberry lassen sich iPhones Androids und Windows Phones managen, die Quartalszahlen steigen jedes Quartal.

04.04.2017
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User che64

Ich habe etliche Handys gehabt (Nokia, Motorola, Sharp, Sony-Ericsson, Apple, HTC, Sony, Samsung, etc,etc) Wenn jemanden was seriöses will/braucht und kein Mainstream-Mist, dann gibt's nur Blackberry.... bin stolzer Besitzer des Blackberry Passport. Den Messenger BBM, den Hub, einfach Genial....

14.04.2017
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User rwilhelm

Das nächste Mal lasst doch bitte jemanden den Test machen, der das wesentliche Alleinstellungsmerkmal des jeweiligen Gerätes zu schätzen weiss. Ich stelle mich jedenfalls gerne für jedes Smartphone mit physischer Tastatur zur Verfügung (und ja, habe das hier trotz des Testberichts bestellt) ;-)

24.04.2017
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User Anonymous

Wut? Blechberry macht noch Handys O.o
Naja war ja zu erwarten dass sie so abstürzen. war ja nicht so dass sie noch arroganter als Apple rüber kamen.
Mit ihrem Spezialabo bei den Providern wo man noch eine Blechberry Option aktivieren musste nur um überhaupt ins Internet zu kommen.

03.04.2017
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User che64

Mist!!!!! bin seit Jahren Nutzer von BB ohne Option....

14.04.2017
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