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MWC 2017 – Ein Blick hinter die Kulissen von Team digitec

Der Mobile World Congress in Barcelona ist vorbei. Videobloggerin Stephanie Tresch hat B-Roll-Footage zu einer Montage verarbeitet. Gelegenheit für uns, den Event Revue passieren zu lassen.

Die Tage in Barcelona am Mobile World Congress MWC waren hart. Wer denkt, dass Videobloggerin Stephanie Tresch, Produktmanager Dario Pellanda und ich in Spanien waren, Siesta hielten und Party gemacht haben, der liegt falsch. Unser kürzester Arbeitstag war 16 Stunden lang, der längste 19.5 Stunden.

Warum haben wir uns das angetan, wenn wir auch weit weniger arbeiten hätten können? Weil wir dir die neusten News in Text und Video bringen wollten, vor allen anderen und natürlich auch weil wir alles in der Fira, so der Name der gigantischen Messehalle, entdecken wollten. Einige Eindrücke sind uns aber doch mehr geblieben als andere. Deshalb: Ein Blick hinter die Kulissen.

Samsung-Pressekonferenz: Von Wichtigkeit und Gedränge

Die mit Abstand anstrengendste Pressekonferenz war die des südkoreanischen Konzerns Samsung, der am MWC sein Tab S3 und das Galaxy Book vorgestellt hat. Gähn. Haben wir uns auch gedacht. Wir wollen das Galaxy S8 Smartphone, nicht ein Tablet und so. Dennoch: einige hundert Journalisten haben sich angemeldet, 2000 sind gekommen.

Der Saal aber war für vielleicht 1500 Menschen ausgelegt, der Saal für die Demogeräte für weit weniger. Doch die 2000 Journalisten hatten Recht, zu Samsung zu kommen, denn der Konzern hat angekündigt, wenn notwendig im Alleingang mit seinen 5G-Geräten das Internet zu revolutionieren. Damit hat Samsung die wichtigste Pressekonferenz am MWC gehalten.

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Dominik Bärlocher

Dominik Bärlocher

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Samsung am MWC - Angriff auf die Glasfaser, 5G und das Internet of Things

Der Dreh beim Hands-On glich dann aber eher einer Übung im «Ellebögle». Während Stephanie Tresch ihr Video-Equipment aufgestellt hat, wurde sie rumgeschubst von Journalisten und Bloggern aus aller Welt. Ich habe derweil mit der Aufsichtsperson über die Demogeräte Smalltalk gehalten, damit Stephanie mehr Zeit hat, ein halbwegs gescheites Setup hinzukriegen, das nicht zertrampelt wird.

Am Ende der etwa vierminütigen Drehzeit hatten wir Gewissheit: Das Video wird Quick and Dirty sein, doch es wird hohen Newswert haben. Wir waren verschwitzt und hatten mehr Ellbogen in die Rippen erhalten als an einem Fussballspiel. Dennoch: Mission Accomplished!

Das Samsung Galaxy Book 2-in-1 gehört zu Stephanies Favoriten, weshalb wir beschlossen haben, unsere Coverage sicher nicht bei Quick and Dirty zu belassen. Wir meinen, dass wir dem Gerät nicht gerecht geworden sind.

Sony-Pressekonferenz: Von Guetzli und Testgeräten

Im krassen Gegensatz dazu stand die Art, wie Sony die Presse betreut hat. Wo andere einfach zur Pressekonferenz geladen haben, hat Sony kleine Gruppen Pressevertreter zu Demos geladen. Ein Team Sony-Angestellter aus aller Welt hat die Features der neuen Phones vorgestellt und jeder Akkreditierte hat ein eigenes Demogerät in die Hand gedrückt bekommen.

Wir sind direkt von Sony Schweiz angemeldet worden, haben dann aber an der Messe kurzerhand einen Termin umgeplant, was ein junger Mann namens Callum ohne grossen Aufwand gemacht hat. Nach der Demonstration, wo wir das Filmmaterial aufgenommen haben, das ihr im Hands-On seht, wurde uns von einem Mitarbeiter Sony Deutschlands ein Sitzungszimmer für den Dreh zur Verfügung gestellt, weil er von digitec weiss und uns als wertvollen Partner bezeichnet hat. Cool. Wir haben sogar Guetzli und Wasser serviert bekommen.

Während Stephanie ihr Kamerasetup so modifiziert hat, dass ich damit filmen kann, habe ich flugs die Daten vom Demogerät Sonys auf mein Handy übertragen. Ob uns das erlaubt war, oder nicht, wussten wir nicht, aber unser Kollege von Sony stand daneben und hätte uns aufhalten können. NFC wollte nicht so recht, daher musste Bluetooth hinhalten. So konnten wir euch im Video zeigen, was die Kamera kann. Und wir konnten einige Minuten durchatmen, weil wir zu dem Zeitpunkt schon recht abgekämpft waren.

Der Grund, weshalb Stephanie ihren Platz hinter der Kamera mit meinem vor der Kamera getauscht hat: Schon während der geführten Demo hat sie das Handy zu ihrem persönlichen Favoriten der Messe erklärt.

Porsche Design: Die Taxifahrt aus der Hölle

Zu jedem Zeitpunkt hat Stephanie 12.6kg Kameraequipment in einem Rollkoffer hinter sich hergezogen. Ich habe 6.4kg Equipment in einem Rucksack getragen. Wir waren bis zu 10 Stunden pro Tag auf den Beinen. Das schlaucht. Da es in der Metro Barcelonas von Taschendieben wimmelt und wir nicht besonders mobil waren, haben wir uns auf die permanent ausgebuchten Taxis der Stadt verlassen. Eines dieser Taxis hat uns von der Fira zum luxuriösen W Hotel am Meer gebracht. Schlimmste. Taxifahrt. Ever.

Der Fahrer, eigentlich ein ganz netter Mann, ist offensichtlich Kettenraucher und hat versucht, den Zigarettengeruch in seinem Fahrzeug mit einem künstlichen Beerenduft zu übertünchen. Der Geruch im Taxi war unerträglich. Die Fahrt hat 40 Minuten gedauert, doch nach spätestens 20 war uns beiden schlecht. Weil der Verkehr gestockt hat, wurden wir auch noch durchgeschüttelt. Horror.

Beim Aussteigen hat sich Stephanie auf einen Zaun gesetzt und tief durchgeatmet. Der Horrortrip war vorüber und ab da ging es steil bergauf. Ein Parking Attendant des W Hotel hat uns Wasser und Tücher vors Hotel gebracht und nirgendwo haben wir einen wärmeren Empfang genossen als bei Porsche Design. Retail Marketing Managerin Jutta Schneider hat mit erstaunlicher Nonchalance dafür gesorgt, dass wir alles hatten, was wir uns nur hätten vom Event wünschen können. Halbe Stunde Drehzeit mit eigenem Gerät? Kein Problem. Da lassen wir uns auch nicht lumpen und weil das Gerät auch noch sehr schön und stark ist, wurde der Event im W Hotel zu einem meiner Favoriten.

Nachtschichten: Wenn Barcelona schläft…

Was viele nicht realisieren ist, dass die Arbeit eines Videobloggers oder der eines Journalisten beginnt, nachdem die ganzen Geschäftsdeals und Techdemos vorüber sind. Daher haben wir uns Abend für Abend im Hotelzimmer verschanzt und in die Nacht hinein gearbeitet. Vor 2:30 Uhr Morgens sind wir nie ins Bett gekommen. Abendessen war traditionell so um 23 Uhr. Rekord war die erste Nachtschicht bis 04.45 Uhr und dann sassen wir morgens um 07:30 Uhr wieder beim Frühstück. Koffein und Zucker. Gute Idee.

Während andere also geschlafen haben, waren wir an der Arbeit. Videos wurden geschnitten, Texte geschrieben, Bilder gesucht, letzte Recherche getan. Müde wurden wir erst als es gegen das Ende zuging. Also so etwa 15 Minuten bevor wir ins Bett gefallen sind, wurde erstmals gegähnt. Weil wir wussten: Ihr wollt die neuesten News, wir haben das Wissen und wir sind journalistisch ambitioniert. Der Nebeneffekt der Nachtschichten: Wir wurden ein richtig gutes Team. Je länger die Nacht war, desto weniger mussten wir miteinander diskutieren, da wir uns eingespielt hatten.

So kam es dann, dass wir am Mittwoch am Flughafen sassen und die letzten Tapas assen. Wir waren müde und abgekämpft, maulten über alles und jeden, sehnten uns nach unseren Betten. «Weisst du was? In einem Jahr sitzen wir genau wieder hier, essen wieder pampige Patatas Bravas und beschweren uns über die selben Dinge», sage ich. Stephanie nickt und lächelt.

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Dominik Bärlocher

Journalist. Autor. Hacker. Meine Themen haben meist mit Android oder Apples iOS zu tun. Auch die IT-Security liegt mir am Herzen, denn in unserer Zeit ist der Datenschutz keine Nebensache mehr, sondern eine Überlebensstrategie.

1 Kommentar

User srdjan91

Und genau deswegen seid ihr die BESTEN!!
Ich sitze im Zug und langweile mich zu tode. Ihr nimmt mir diese Qual und beschert mir interessante Lektüre!

09.03.2017
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