Drohnen-Regeln: Das musst du wissen, bevor du eine Drohne startest

Drohnen-Regeln: Das musst du wissen, bevor du eine Drohne startest

David Lee
Zürich, am 06.01.2020
Eine Drohne zu fliegen macht Spass, doch aus Sicherheitsgründen ist nicht alles erlaubt. Und ab nächstem Sommer ändert sich einiges.

Drohnen sind beliebt. Sie werden immer mehr zum Massenphänomen. Die kleine und günstige DJI Mavic Mini hat diesem Trend noch einmal kräftig Schub verliehen. Je mehr Drohnen am Himmel herumschwirren, desto dringender braucht es klare Regeln und Regulierungen.

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Wichtigste Informationsquelle: das Bazl

Zuständig für die Regulierung des Drohnenflugs ist das Bundesamt für zivile Luftfahrt, kurz Bazl. Die Informationen, die dort veröffentlicht werden, sind aktuell und massgebend. Wenn du die Infoseiten genau und aufmerksam durchliest, hast du bereits die wichtigsten Fragen geklärt. Trotzdem gibt es immer wieder Unklarheiten. Im Moment hängen diese vor allem damit zusammen, dass sich die Regulierung ab Juni 2020 ändern wird.

Wo darfst du überhaupt fliegen?

Die interaktive Flugzonenkarte gibt Auskunft über Flugverbotszonen für Drohnen.

  • Violett: Flughäfen und Flugplätze, Verbot im Umkreis von 5 Kilometern
  • Gelb: Naturschutzgebiete, Flugverbot
  • Blau: Fliegen erlaubt, aber nicht höher als 150 Meter

Diese Karte kannst du mit der Android-App Swiss Drone Maps bequem auf dem Smartphone nutzen. Die App zeigt die Bedingungen für deinen aktuellen Standort an und bezieht auch lokale Bestimmungen mit ein. Für iOS gibt es sie leider nicht, aber die App Swiss Map Mobile kennt die Drohnenzonen ebenfalls.

Es ist nicht verboten, über bewohntem Gebiet zu fliegen. Allerdings brauchst du eine Bewilligung des Bazl, um direkt über Menschenansammlungen oder in ihrer Nähe (weniger als 100 Meter) zu fliegen.

Mit den meisten Drohnen kannst du Fotos und Videos in einem seitlichen Winkel aufnehmen, sodass du auch bei der Aufnahme von Städten oder Dörfern den geforderten Mindestabstand einhältst.

Für Drohnen mit einem Gewicht unter 500 Gramm gilt nur die Naturschutzgebiets-Beschränkung. Die anderen Einschränkungen entfallen. Doch hier gilt: Benutz deinen gesunden Menschenverstand und verhalte dich rücksichtsvoll! Es versteht sich von selbst, nicht direkt über den Köpfen von Menschen oder auf einem Flughafen zu fliegen.

Zusätzlich gelten die Vorschriften des Datenschutzgesetzes und der Schutz der Privatsphäre. Erkennt man Personen auf deinem Drohnenvideo oder fliegst du in fremden Grundstücken herum, musst du dir von den jeweiligen Personen eine Erlaubnis holen.

Wann und wie darfst du fliegen?

Beim Flug musst du jederzeit deine Drohne von blossem Auge sehen können. Du kannst den Sichtkontakt nicht einfach so mit einem Fernglas oder einer VR-Brille erweitern. Dazu braucht es eine Bewilligung.

Es ist nicht explizit verboten, abends oder nachts zu fliegen. Allerdings muss auch hier ständiger Sichtkontakt gewährleistet sein. Beachte zudem die Nachtruhe.

Du darfst zudem nur fliegen, wenn du eine Haftpflichtversicherung mit mindestens einer Million Franken Deckungssumme hast. Drohnen unter 500 Gramm sind von dieser Pflicht befreit, aber auch hier würde ich dir trotzdem eine Versicherung empfehlen.

Änderung ab Juni 2020

Ab Juni 2020 wird die Schweiz ihre Bestimmungen dem EU-Recht anpassen. Die wichtigsten Änderungen gemäss einer Mitteilung des Bazl vom August 2019:

  • Drohnen müssen registriert werden. Damit sollen fehlbare Drohnenpiloten besser identifiziert werden können. Ausgenommen von der Registrierungspflicht sind Drohnen unter 250 Gramm, sofern sie keine Kamera haben. Die DJI Mavic Mini muss also trotz ihres Gewichts von 249 Gramm registriert werden.
  • Die Registrierung geschieht online und ist an eine Wissensprüfung gekoppelt.
  • Es darf nicht mehr höher als 120 Meter über Boden geflogen werden.
  • Drohnenpiloten müssen mindestens 16 Jahre alt sein.

Beherrsch dein Gerät!

Die meisten Probleme mit Drohnen entstehen, weil der Pilot sein Gerät nicht im Griff hat. Dabei können gerade die Flughilfen, die den Flug so leicht machen, trügerisch sein. Zum Beispiel werden kleine Hindernisse nicht zuverlässig erkannt. Lerne, die Drohne auch manuell zu kontrollieren. Übe auf einem freien Feld, wo nichts passieren kann. Und: Lerne fliegen, bevor du anfängst, zu filmen oder zu fotografieren.

Update 9.1.2020: Anmerkungen vom Bazl

Ich habe diesen Beitrag dem Bazl vorgelegt, um die Korrektheit überprüfen zu lassen. Der Mitarbeiter des Bazl hat noch ein paar kleine Präzisierungen:

  • Flugzonenkarte: Neben Violett, Gelb und Blau gibt es auch Rot: Das ist eine Drohnenflugverbotszone (zu finden bei Vaduz). Dieses Verbot gilt auch für Drohnen unter 500 Gramm.
  • Menschenansammlungen sind definiert als mindestens 24 eng zusammenstehende Personen.
  • Die Regel «bemannter Luftverkehr hat Vortritt gegenüber unbemanntem Luftverkehr» gilt immer.
  • Registrierung: Der Pilot muss sich registrieren, sobald er Drohnen über 500 Gramm oder mit Sensoren betreibt, welche Daten erfassen können welche auf spezifische Personen zurückschliessen lassen. Nicht die Drohne wird somit registriert, sondern der Pilot registriert sich.
  • Das Mindestalter ist noch nicht abschliessend bestimmt. Das Alter kann von jedem Staat einzeln bestimmt werden. 16 Jahre ist der Vorschlag der EU.

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David Lee
David Lee
Senior Editor, Zürich
Durch Interesse an IT und Schreiben bin ich schon früh (2000) im Tech-Journalismus gelandet. Mich interessiert, wie man Technik benutzen kann, ohne selbst benutzt zu werden. Meine Freizeit ver(sch)wende ich am liebsten fürs Musikmachen, wo ich mässiges Talent mit übermässiger Begeisterung kompensiere.

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