Drohnen-Regeln: Das musst du wissen, bevor du eine Drohne startest

David Lee
Zürich, am 06.10.2020

Eine Drohne zu fliegen macht Spass, kann aber auch stören oder sogar gefährlich sein. Eine Übersicht über die in der Schweiz geltenden Regeln.

Drohnen sind beliebt und mittlerweile ein Massenphänomen. Je mehr Flugkörper am Himmel herumschwirren, desto wichtiger sind klare Regeln und Regulierungen. Und ebenso wichtig: Dass jede Person, die eine Drohne startet, diese Regeln kennt.

Schon länger sind strengere und mit EU-Recht übereinstimmende Regelungen in der Schweiz geplant. Doch ihre Einführung verzögert sich. Nachdem der Nationalrat die Vorlage zerpflückt hat, ist nicht einmal mehr klar, wann und wie diese Regelungen in Kraft treten. Daher liest du hier momentan (Stand: Oktober 2020) nur die aktuell geltenden Bestimmungen.

Wichtigste Informationsquelle: das Bazl

Zuständig für die Regulierung des Drohnenflugs ist das Bundesamt für Zivilluftfahrt, kurz Bazl. Die Informationen, die dort veröffentlicht werden, sind aktuell und massgebend. Wenn du die Infoseiten genau und aufmerksam durchliest, hast du bereits die wichtigsten Fragen geklärt.

Wo darfst du überhaupt fliegen?

Die interaktive Flugzonenkarte gibt Auskunft über Flugverbotszonen für Drohnen.

  • Violett: Flughäfen und Flugplätze, Verbot im Umkreis von 5 Kilometern
  • Gelb: Naturschutzgebiete, Flugverbot
  • Blau: Fliegen erlaubt, aber nicht höher als 150 Meter
  • Rot: Generelle Drohnenflugverbotszone für alle Drohnen, zu finden bei Vaduz

Die App, die du zum Fliegen einer Drohne von DJI brauchst, kennt diese Zonen und weist dich darauf hin, wenn du an deinem Standort nicht oder nur mit Bewilligung fliegen darfst. Ansonsten kannst du die Flugzonenkarte mit der Android-App Swiss Drone Maps bequem auf dem Smartphone nutzen. Die App zeigt die Bedingungen für deinen aktuellen Standort an und bezieht auch lokale Bestimmungen mit ein. Für iOS gibt es sie leider nicht, aber die App Swiss Map Mobile kennt die Drohnenzonen ebenfalls.

Es ist nicht verboten, über bewohntem Gebiet zu fliegen. Allerdings brauchst du eine Bewilligung des Bazl, um direkt über Menschenansammlungen oder in ihrer Nähe (weniger als 100 Meter) zu fliegen. Als Menschenansammlung gilt eine Gruppe von mindestens 24 eng beisammen stehenden Personen.

Mit den meisten Drohnen kannst du Fotos und Videos in einem seitlichen Winkel aufnehmen, sodass du auch bei der Aufnahme von Städten oder Dörfern den geforderten Mindestabstand einhältst.

Für Drohnen mit einem Gewicht unter 500 Gramm gilt nur das Naturschutzgebietsverbot sowie die rote Flugverbotszone. Die anderen Einschränkungen entfallen. Doch hier gilt: Benutz deinen gesunden Menschenverstand und verhalte dich rücksichtsvoll! Es versteht sich von selbst, nicht direkt über den Köpfen von Menschen oder auf einem Flughafen zu fliegen.

Zusätzlich gelten die Vorschriften des Datenschutzgesetzes und der Schutz der Privatsphäre. Erkennt man Personen auf deinem Drohnenvideo oder fliegst du in fremden Gärten herum, musst du dir von den jeweiligen Personen eine Erlaubnis einholen.

Wann und wie darfst du fliegen?

Beim Flug musst du jederzeit deine Drohne von blossem Auge sehen können. Du kannst den Sichtkontakt nicht einfach so mit einem Fernglas oder einer VR-Brille erweitern. Dazu braucht es eine Bewilligung. FPV-Flüge mit VR-Brille sind erlaubt, wenn eine zweite Person dabei ist, die direkten Sichtkontakt zur Drohne hat.

Es ist nicht explizit verboten, am Abend oder in der Nacht zu fliegen. Allerdings muss auch hier ständiger Sichtkontakt gewährleistet sein. Beachte zudem die Nachtruhe.

Du darfst zudem nur fliegen, wenn du eine Haftpflichtversicherung mit mindestens einer Million Franken Deckungssumme hast. Drohnen unter 500 Gramm sind von dieser Pflicht befreit, aber auch hier würde ich dir trotzdem eine Versicherung empfehlen.

Beherrsch dein Gerät!

Die meisten Probleme mit Drohnen entstehen, weil der Pilot sein Gerät nicht im Griff hat. Dabei können gerade die Flughilfen, die den Flug erleichtern, trügerisch sein. Zum Beispiel werden kleine Hindernisse nicht zuverlässig erkannt. Lerne, die Drohne auch manuell zu kontrollieren. Übe auf einem freien Feld, wo nichts passieren kann. Und: Lern fliegen, bevor du anfängst, zu filmen oder zu fotografieren.

Die erste Fassung dieses Beitrags erschien am 6.1.2020.

238 Personen gefällt dieser Artikel


User Avatar
User Avatar

Durch Interesse an IT und Schreiben bin ich schon früh (2000) im Tech-Journalismus gelandet. Mich interessiert, wie man Technik benutzen kann, ohne selbst benutzt zu werden. Meine Freizeit ver(sch)wende ich am liebsten fürs Musikmachen, wo ich mässiges Talent mit übermässiger Begeisterung kompensiere. 


Foto und Video
Folge Themen und erhalte Updates zu deinen Interessen

Diese Beiträge könnten dich auch interessieren

  • Skeleton Loader

    Skeleton Loader

  • Skeleton Loader

    Skeleton Loader

  • Skeleton Loader

    Skeleton Loader